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Newsletter #68: Vorhaltepauschale und Abschlagsregelung: Wer wenig impft, wird abgestraft

Seit Januar gilt die neue Vorhaltepauschale für Hausarztpraxen – eine Neuregelung mit offensichtlichem Bestrafungscharakter: Einerseits ist bei den Zuschlägen die Anzahl der Schutzimpfungen nur eines von zehn möglichen Kriterien und fällt damit auch nur relativ ins Gewicht. Andererseits ist der Abschlag von 40 Prozent für Praxen mit weniger als zehn Impfungen jeweils in den ersten drei Quartalen sehr deutlich und nicht durch andere Kriterien ausgleichbar.

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Interview: Gürtelrose-Impfung ist eine der reaktogensten Impfungen

Die Impfung gegen Gürtelrose zählt zu den Impfungen, die unter den klassischen Impfungen die meisten unerwünschten Reaktionen verursachen. In einem Radio-Interview gibt ÄFI-Vorstand Dr. Matthias Keilich einen Überblick über diese Impfung und berichtet aus eigenen Erfahrungen in seiner Praxis.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag zu Gürtelrose

Vorhaltepauschale und Abschlagsregelung: Weniger impfen – weniger Geld

Wenn Geld über Medizin entscheidet: Seit Anfang 2026 werden Hausarztpraxen finanziell abgestraft, wenn sie zu wenige Impfungen durchführen – selbst dann, wenn dies medizinisch begründet ist. Eine einzige Zahl kann heute über 40 % Honorarverlust entscheiden. Nicht Gespräch, nicht Versorgung, nicht Verantwortung, sondern Statistik. Medizin hingegen braucht Freiheit. Für ÄFI müssen Impfentscheidungen individuell, aufgeklärt und frei von wirtschaftlichem Druck getroffen werden. Dazu eine juristische Einordnung der neu geregelten Vorhaltepauschale.

Impf-Studien zu Schwangeren oft wenig vertrauenswürdig

ÄFI hat seinen Fachbeitrag zu „Impfungen in der Schwangerschaft“ turnusgemäß aktualisiert. Dabei stellte sich heraus: Relativ viele systematische Reviews klingen hinsichtlich ihrer Ergebnisse vielversprechend, weisen jedoch eine nur geringe Vertrauenswürdigkeit auf. Das wissenschaftliche Hintergrundpapier arbeitet diesen Umstand deutlich heraus.

Fragliche Wirkung der Gürtelrose-Impfung gegen Herpes-Zoster-Komplikationen

Seit Juni 2025 ist Zostavax® in der EU nicht mehr verfügbar – Shingrix® ist damit der derzeit einzige Impfstoff gegen Gürtelrose. Er wird häufig als Schutz auch vor schweren Komplikationen wie Schlaganfall, Augenerkrankungen oder Dissemination beworben. Die Zulassungsstudien zeigen jedoch eine extrem geringe absolute Risikoreduktion bei diesen seltenen Ereignissen (0,11–0,13 %, die NNV liegt bei 759–935). Neuere Beobachtungsstudien deuten zudem auf ein vorübergehend erhöhtes Risiko für eine Gürtelrose-Diagnose in den ersten Wochen nach der ersten Impfdosis hin. Im aktualisierten Gürtelrose-Fachbeitrag und im wissenschaftlichen Hintergrundpapier geht ÄFI diesen Fragen detailliert nach.

Pneumokokken-Impfempfehlung kaum nachvollziehbar

Die STIKO erkennt ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis der Pneumokokken-Impfung. Diese Einschätzung lässt sich aus den zum Zeitpunkt der Einführung der Impfempfehlung zugrunde gelegten Daten nicht ableiten: Die Empfehlung basiert auf spärlicher wissenschaftlicher Literatur, für die Sicherheit des Impfstoffes hat man sich mit einer einzigen und dazu auch noch wenig aussagekräftigen Studie begnügt. Zu diesen und anderen Aspekten hat ÄFI seinen Impf-Fachbeitrag zu Pneumokokken aktualisiert und ein wissenschaftliches Hintergrundpapier vorgelegt.

modRNA-Impfung und Allgemeinsterblichkeit: Seltsame Korrelationen

Eine französische Studie über die Allgemeinsterblichkeit nach der COVID-19-Impfung sorgt seit ihrer Veröffentlichung im vergangenem Jahr für Aufregung: Impfbefürworter wie Karl Lauterbach und Medien wie jüngst der Focus sehen die Sicherheit der modRNA-Impfstoffe bestätigt. Was aber ist tatsächlich von der Studie zu halten? Eine Analyse von ÄFI.

Weitere Informationen:

Originalstudie: Laura Semenzato et al. (2025)

Newsletter #67: USA ändern Impfkalender für Kinder

Über viele Jahre wurde das Impfschema für Kinder in den USA stillschweigend immer nur erweitert. Nun hat die US-Regierung den Impfplan grundlegend überarbeitet: Die Zahl der routinemäßig empfohlenen Kinderimpfungen wurde von 17 auf 11 verringert. Als Vorbilder dienten europäische Länder wie Dänemark.

In einem Gastbeitrag beleuchtet die renommierte australische Journalistin und Medizinerin Maryanne Demasi den Vorgang. Mit diesem Artikel tragen wir dem Umstand Rechnung, dass Impfpolitik zunehmend global gedacht wird – und öffnen die ÄFI-Webseite für Beiträge gewichtiger internationaler Autoren.

Quellen:

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Amerika schreibt das Impfschema für Kinder neu

Gastbeitrag von Maryanne Demasi

Die USA haben die Empfehlungen für Kinderimpfungen zurückgefahren und sich dabei am Vorbild des Impfempfehlungs-Schemas in Dänemark orientiert. Dieser Beitrag untersucht, was sich dadurch geändert hat – und was die heftige Gegenreaktion über die Impfpolitik verrät.

Quellen:

MD Reports – Der Blog von Maryanne Demasi

 

Bayerischer Rundfunk: Moralisieren statt wissenschaftlicher Debatte

Methodische Klarstellung der Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) zur aktuellen Berichterstattung des „Faktenfuchses“ des Bayerischen Rundfunks (BR) über einen Beitrag zur Studie von Lamerato et al. (2025).