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Ständige Impfkommission (STIKO)

Die Ständige Impfkommission ist ein 1972 etabliertes und 2001 gesetzlich verankertes Gremium zur Entwicklung von Impf-Empfehlungen für Deutschland. Die Mitglieder sind ehrenamtlich tätig und im Fachgebiet Impfprävention des Robert Koch-Instituts verortet. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission werden beispielsweise auch in den Fachbeiträgen der ÄFI gespiegelt und kritisiert. Hier finden Sie alle Meldungen zum Thema.

Newsletter #74: Übersichtsarbeiten zu Impfstoff-Studien sind kaum vertrauenswürdig

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten (sog. systematische Reviews) sind eine wichtige Quelle, um sich einen Überblick über die aktuelle Forschungssituation zum Beispiel von Impfstoffen zu verschaffen. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) nutzt solche Reviews, um Impfempfehlungen auszusprechen.

Nun hat eine Studie mehr als 9 von 10 solcher Reviews eine "kritisch-niedrige Vertrauenswürdigkeit" bescheinigt hinsichtlich ihrer Berichtsqualität. Offenbar haben diese Studien eklatante Probleme damit, Verzerrungsrisiken zu vermeiden, die sich aus der Berichterstattung der Autoren ergeben.

Vor allem zwei Defizite stechen hervor: Es wird meist keine Liste mit Begründungen über nicht-berücksichtigte Studien angegeben (ca. 94 %) und es wird vorab kein Protokoll veröffentlicht zum Ablauf der Studie (ca. 77 %). So lassen sich unliebsame Studienergebnisse unter den Teppich kehren.

Quellen:

Hier den ganzen Newsletter #74 lesen

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Die STIKO sollte ihre Standardvorgehensweise ändern

ÄFI hat seinen Fachbeitrag zur Arbeitsweise der STIKO aktualisiert und dort die neue Studie des RKI und WHO, nach der mehr als 9 von 10 Übersichtsarbeiten zu Impfstoffen hinsichtlich ihrer Berichterstattung wenig vertrauenswürdig sind, einfließen lassen. Für die Standardvorgehensweise der STIKO ergibt sich Handlungsbedarf: Künftig sollte die STIKO nur solche Arbeiten heranziehen, die vorab festgelegte Kriterien und Standards erfüllen. Weitere Themen: die unkritische Haltung des RKI zu den COVID-19-Impfempfehlungen der Kommission sowie die Ansicht des STIKO-Vorsitzenden zur partizipativen Entscheidungsfindung.

Impf-Empfehlung gegen Tetanus ohne Aufarbeitung der Evidenz durch die STIKO

Nach wie vor fehlt es an gut gemachten Studien zur Wirksamkeit der Tetanus-Impfung. Selbst eine fundierte Begründung für die Impfempfehlung steht aus. Dagegen mehren sich die Hinweise auf non-spezifische Effekte von Kombinationsimpfstoffen mit Tetanuskomponente. Die STIKO hat bisher keine Begründung für die Impfempfehlung gegen Tetanus geliefert – empfiehlt aber mehr Impfungen als die WHO. Der aktualisierte Fachbeitrag von ÄFI zur Tetanus-Impfung gibt Auskunft über den derzeitigen Stand.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag zur Tetanus-Impfung, 24. Juni 2026

Wissenschaftliches Hintergrundpapier, 24. Juni 2026

„safe and effective“? RKI-Studie bringt Impf-Empfehlungen der STIKO ins Wanken

RKI/WHO-Studie zeigt: Mehr als 9 von 10 Übersichtsarbeiten zu Impfstoff-Studien sind kaum vertrauenswürdig (Pressemitteilung)

Das Robert Koch-Institut hat im Fachjournal Systematic Reviews (BMC) eine wissenschaftliche Arbeit zur Berichtsqualität von Übersichtsarbeiten zu Impfstoffen veröffentlicht. Das Ergebnis: Die übergroße Mehrzahl der systematischen Reviews wird hinsichtlich ihrer Vertrauenswürdigkeit als "kritisch-niedrig" eingestuft. Die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung (ÄFI) sehen dringenden Handlungsbedarf für die Formulierung von Impfempfehlungen in Deutschland.

Quellen:

Pressekontakt:

presse(at)individuelle-impfentscheidung.de

Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V.
Gneisenaustr. 42
10961 Berlin

Originalmeldung:

Presseportal, 11. Juni 2026

Weitere Informationen:

Zum Volltext der Studie

Zur ausführlichen Bewertung der Studienergebnisse