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Tetanus (Wundstarrkrampf)

Welcher Erreger ist für die Krankheit verantwortlich? Warum ist Tetanus in Entwicklungsländern, nicht aber in Industrieländern ein gesundheitliches Problem? Gibt es effektive Therapiemöglichkeiten? Wird die Impfung nur zur Prävention oder auch als als Therapie eingesetzt? Was sind die häufigsten Nebenwirkungen? Worin unterscheiden sich die Empfehlungen der STIKO und der WHO? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im nachfolgenden Fachbeitrag.

Vorbemerkung:

Die folgenden Ausführungen dienen der Information und ersetzen keinesfalls das ärztliche Beratungsgespräch. Hier werden Fakten präsentiert, die Eltern wie auch Ärztinnen und Ärzten in einem Aufklärungsgespräch helfen können. Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) übernimmt keine Garantie für Vollständigkeit, hat die hier verfügbaren Inhalte jedoch nach bestem Wissen und Gewissen am aktuellen Fach- und Sachstand zusammengetragen. Über die wissenschaftliche Arbeit des Vereins erfahren Sie hier mehr. Der Fachbeitrag wird jährlich aktualisiert. Das dargelegte Wissen entspricht dem Kenntnisstand zum angegebenen Veröffentlichungs- bzw. Aktualisierungsdatum. Weitere Informationen erhalten Sie auch in unserem Podcast.

Auf einen Blick:

Infektionsverlauf

Entsteht vor allem nach dem Eindringen von Tetanus in eine Wunde (aber auch nach Bagatellverletzungen); es wird zwischen der generalisierten, neonatalen und lokalen Erkrankung unterschieden

Epidemiologie

Die verbesserten Lebensbedingungen haben zu einer starken Abnahme der Fälle geführt – in Deutschland werden weniger als 15 Fälle pro Jahr verzeichnet (diese Daten sind wegen fehlender Meldepflicht jedoch kaum aussagekräftig)

Todesfälle

Laut Statistischem Bundesamt (DESTATIS) sind 2021 2 sowie 2022 und 2023 jeweils 1 Mensch an Tetanus im Krankenhaus in Deutschland gestorben

Schutzwirkung der Impfung

Kein direkter Wirksamkeitsnachweis, sondern über Surrogatparameter (Antikörpernachweis); wie häufig Geimpfte erkranken und woran dies liegt, ist unklar

Impfstoffe

In Deutschland sind 19 Impfstoffe mit einer Tetanus-Komponente zugelassen, seit Juli 2024 gibt es erstmals wieder eine Zulassung für Einzelimpfstoff (dieser ist jedoch derzeit nicht erhältlich)

Mögliche Adjuvantien

Aluminiumhydroxid oder Aluminiumphosphat

STIKO-Empfehlung

Alle Kinder sollen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten eine Grundimmunisierung erhalten – eine Auffrischimpfung soll ab 5 und 9 Jahren, danach alle 10 Jahre erfolgen

Kritik an der STIKO-Empfehlung

Die STIKO-Empfehlung steht im Gegensatz zur WHO-Vorgabe, nach der Auffrischimpfungen alle 30 Jahre erfolgen sollen – einigen Studien zufolge gibt es jedoch keinen weiteren Nutzen von Auffrischimpfungen im Erwachsenenalter

Stand: 17. Feb. 2026

Fachbeitrag:

  • Erreger

    • Clostridium tetani (C. tetani), ein stäbchenförmiges grampositives und anaerobes (sich nur unter Ausschluss von Sauerstoff vermehrendes) Bakterium, das Endosporen ausbildet.
    • C. tetani bildet das Exotoxin Tetanospasmin aus – nach Botulinustoxin das zweitstärkste bekannte Gift, das von Bakterien produziert wird. Außerdem bildet es das Toxin Tetanolysin aus, wobei nur Ersteres das typische klinische Bild des Tetanus hervorruft.
    • C. tetani kommt weltweit in der Erde, Staub und Kot vor, kann sich aber besonders gut in heißen und feuchten Klimazonen verbreiten, in denen im Boden viele organische Stoffe vorkommen.
    • Tetanussporen sind widerstandsfähig und können auch extreme Hitze und Kälte sowie Desinfektionsmittel überleben. Ohne direkte Sonneneinstrahlung können sie in der Erde mehrere Jahre überstehen.
    • Insgesamt sind 209 Clostridium Arten und 5 Subspezies bekannt. Es gibt auch nicht toxinproduzierende Formen von C. tetani.

    Abbildung 1: Acridinorange-Färbung des charakteristischen C tetani mit Endosporen (Farrar et al., 2000). Nutzungsgenehmigung durch das BMJ.

    (Robert Koch-Institut, 2018; Bae & Bourget, 2022; George et al., 2023)
     

    Infektionsmodus

    • Voraussetzung für eine Infektion mit Tetanus ist eine Wunde. Die Sporen gelangen meist durch Fremdkörper wie Splitter, Nägel oder Dornen unter die Haut (Robert Koch-Institut, 2018).
    • Grundsätzlich gilt, dass auch Bagatellverletzungen (z. B. leichte Wunden, die keine oder nur sehr geringe medizinische Hilfe benötigen und auch nicht verschmutzt sind) zu einer Tetanus-Erkrankung führen können. Denn auch kleine Wunden können Bereiche mit geringem Sauerstoffgehalt enthalten (z. B. in tieferen Gewebsschichten oder durch abgestorbenes Gewebe).
    • Bei bis zu 30 % der Patienten sind keine Eintrittspforten für Tetanus erkennbar (Thwaites & Farrar, 2003).
    • Es sind auch Fälle nach Hautrissen, Insektenstichen, Zahninfektionen, Hundebissen, Brandverletzungen, Abszessen nach chirurgischen Eingriffen oder intravenösem Drogenmissbrauch bekannt (Bae & Bourget, 2022; George et al., 2023). 
    • Neugeborenen-Tetanus (Tetanus neonatorum) ist häufig in Entwicklungsländern die Folge einer Hausgeburt mit unhygienischer Durchtrennung oder fehlender Pflege der Nabelschnur (European Centre for Disease Prevention and Control, 2010; George et al., 2023).
    • Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nicht möglich, daher spielt die Herdenimmunität bei dieser Impfung keine Rolle (Wassilak et al., 2008).
    • Die Inkubationszeit liegt bei durchschnittlich 8 Tagen, kann aber zwischen 3 und 21 Tagen variieren (George et al., 2023). Bei Neugeborenen-Tetanus ist die Inkubationszeit mit den ersten 3-14 Lebenstagen kürzer, am häufigsten tritt es an Tag 6 bis 8 auf (European Centre for Disease Prevention and Control, 2010).
       

    Infektionsverlauf

    Bei Tetanus werden drei Formen unterschieden: die generalisierte, neonatale und lokale Erkrankung (Robert Koch-Institut, 2018).

    • Die Fallsterblichkeit wird von der WHO bei den drei Formen recht unterschiedlich angegeben, unter anderem abhängig von der Behandlung, dem Alter und der generellen Gesundheit des Patienten: 1 % für die lokale, 15 bis 30 % für die neonatale und 10 bis 70 % für die generalisierte Erkrankung (World Health Organization, 2017).
    • Die weltweit häufigste neonatale Form bei Kindern verläuft wie die generalisierte Form mit Rigidität, Trinkschwäche und Krämpfen.
    • Die aufgrund von Teilimmunität sehr selten entstehende lokale Form beschränkt sich in den Auswirkungen auf die Muskulatur in der Nähe der Eintrittsstelle des Bakteriums.
    • Die amerikanische CDC gibt an, dass eine Tetanus-Erkrankung nicht zu einer Immunität vor erneuter Infektion führt (Centers for Disease Control and Prevention, 2022). Jedoch zeigten Veronesi et al. bereits 1975 auf, dass es sich dabei um eine Fehlinterpretation handeln dürfte: Beim Vorliegen geeigneter Bedingungen stimuliert das Tetanustoxin nachweisbar (durch 59 untersuchte Personen, die nie ein Tetanus-Toxoid oder ein entsprechendes Medikament erhalten haben) das Immunsystem und führt zur Ausbildung humoraler Antikörper. Bisher unbeantwortete Fragen könnten so geklärt werden:
    1. „Weshalb eine relativ geringe Anzahl von klinisch offensichtlichen Fällen bei Menschen und Tieren, die in großen Tetanus-Risikoregionen auf der ganzen Welt geboren wurden und leben, auftreten.
    2. Warum es «poor responders» und «good responders» beim primären Tetanus-Toxoid-Stimulus gibt.
    3. Weshalb die Altersverteilung von Tetanus eine deutliche Prävalenz bei Neugeborenen und Kindern zeigt
    4. Wieso es große individuelle Unterschiede im klinischen Bild von Tetanus beim Menschen gibt, die sich in der Lokalisierung und Begrenzung der Symptome sowie deren Schweregrad zeigen.“ (Übersetzung des Verfassers; Veronesi et al., 1975).

    Weitere Untersuchungen, vor allem anhand von isolierten Gemeinschaften, deren Mitglieder bis zu 98 % messbare Antikörper aufwiesen, stützen die Idee der natürlichen Immunität. Aber es bleibt weiterhin die Frage offen, ob die durch den (mehrmaligen) Antigenkontakt mit C. tetani erreichte humorale Immunantwort ausreichend ist, um vor der Erkrankung zu schützen (Matzkin & Regev, 1985; Leshem & Herman, 1989).
     

    Pathogenese & Komplikationen

    Die generalisierte Form einer Tetanus-Erkrankung lässt sich wie folgt beschreiben:

    • Bei der Kontamination von Wunden vermehren sich die Sporen von C. tetani, sofern anaerobe (sauerstofffreie) Bedingungen bestehen, und das Bakterium produziert die Exotoxine Tetanospasmin und Tetanolysin (Robert Koch-Institut, 2018).
    • Tetanospasmin wird als Erstes in die Nervenenden der Motoneuronen aufgenommen (peripheres Nervensystem), wo es die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin beeinträchtigen kann. Deshalb ist eines der ersten Symptome die schlaffe Lähmung (Hassel, 2013; George et al., 2023).
    • Weiterhin wird das Toxin retrograd zum zentralen Nervensystem transportiert und erreicht somit das Rückenmark und/oder den Hirnstamm. Dort löst es über die Hemmung der Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Glycin die typischen Wundstarrkrampf-Symptome aus (George et al., 2023).
    • Es kommt über die unteren Motoneuronen zu einer Hyperaktivität mit unwillkürlicher Kontraktion (z. B. Steifheit, Spasmen) der Skelettmuskulatur, die Knochenbrüche und Muskelrisse zur Folge haben kann (Hassel, 2013; Bae & Bourget, 2022).
    • Die Patienten weisen dabei einen charakteristischen Gesichtsausdruck, den das RKI als fixiertes Lächeln – Risus sardonicus – angibt. Weiterhin möglich sind Kieferklemme (Trismus), Schluckstörung (Dysphagie) und eine durch Atemnot verursachte Verkrampfung der Stimmlippenmuskeln (Laryngospasmus). Während die Extremitäten meist nicht betroffen sind, können mehrere Muskelgruppen gleichzeitig schmerzhaft kontrahieren (Robert Koch-Institut, 2018).
    • Respiratorische Komplikationen wie Pneumonien können eine Ateminsuffizienz verursachen. Weitere lebensbedrohliche Komplikationen sind Lungenentzündung durch Aspiration, Rhabdomyolyse mit drohendem Nierenversagen, obere gastrointestinale Blutungen, kardiovaskuläre Instabilität wie vorübergehender Herzstillstand, Tachykardie oder Bradykardie, Arrhythmien, Bluthochdruck, akutes Nierenversagen und sekundäre Wundinfektionen (Bae & Bourget, 2022).
    • Die Sterblichkeit infolge der Infektion ist meist auf Atemversagen und kardiovaskulären Kollaps zurückzuführen, der mit einer autonomen Dysfunktion einhergeht (Robert Koch-Institut, 2018; Bae & Bourget, 2022).
       

    Prävention

    Neben der aktiven Immunisierung durch die vorhandenen Impfstoffe (s. Kapitel Tetanus: Die Impfung) gibt es weitere Maßnahmen in Akutsituationen (auch für Beteiligte), um das Risiko für einen schweren Verlauf zu verringern:

    • Angemessene Wundversorgung (sowohl tief- als auch oberflächig), vor allem auch durch Notärzte (Richardson & Knight, 1993).
    • Verhinderung einer Rekontamination durch Verbände und/oder Desinfektionsmittel (World Health Organization, 2013).
    • Helfer sollten schützende und geschlossene Kleidung tragen (World Health Organization, 2013).

    Tetanus kann nicht ausgerottet werden, da sowohl der Erreger selbst nicht ausgelöscht werden kann als auch die Antikörperspiegel gegen das Toxin nach einem gewissen Zeitraum nach der Impfung nachlassen.
     

    Prognose

    • Laut RKI liegt durch den Einsatz intensivmedizinischer Maßnahmen die Letalität zwischen 10 und 20 %, ansonsten wäre sie weitaus höher (Robert Koch-Institut, 2018).
    • Die Mortalität steht im direkten Zusammenhang mit der Länge der Inkubationszeit. Wenn die Inkubationszeit weniger als oder genau 7 Tage beträgt, ist die Sterblichkeit signifikant höher. Ab 10 Tagen wird häufig ein milderer Verlauf beobachtet (Wassilak et al., 2008).
    • Ebenso stehen Tachykardie und zunehmendes Alter bei Patienten in Verbindung mit höherer Mortalität (Saltoglu et al., 2004).
    • Naturkatastrophen (Erdbeben, Tsunamis etc.) scheinen das Risiko für Tetanuserkrankungen in Industrieländern im Gegensatz zu Entwicklungsländern nicht zu erhöhen (Afshar et al., 2011; Centers for Disease Control and Prevention, 2022).

    Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei der generalisierten Form sind

    • Diabetes,
    • Immunsuppression und
    • intravenöser Drogenmissbrauch (Centers for Disease Control and Prevention, 2022).

    Risikofaktoren für neonatalen Tetanus umfassen vor allem

    • die septische Durchtrennung der Nabelschnur,
    • Neugeborenen-Tetanus bei einem früheren Kind und
    • infektiöse Substanzen, die im Rahmen kultureller oder religiöser Praktiken auf den Nabelstumpf aufgetragen werden, wie z. B. Tiermist, Schlamm, Ghee oder Ähnliches (Bennett et al., 1999; Bae & Bourget, 2022).
       

    Therapie

    • Es gibt so gut wie keine Belege für eine effektive therapeutische Intervention bei Tetanus. Diazepam wurde nie richtig evaluiert, zu Magnesiumsulfat gibt es nur Hinweise. Vorschläge, die von Vitaminen bis zu alpha- und beta-adrenergen Rezeptorblockern reichten, wurden nie ausreichend bewertet, sodass keine routinemäßigen Medikamente empfohlen werden können. Die Forscher Thwaites & Farrar folgerten, dass seit der Einführung des Penicillins in den 1940er Jahren keine größeren Fortschritte mehr bei der Behandlung erzielt wurden. Stattdessen sei die ganze Palette moderner Intensivmaßnahmen notwendig, um der Erkrankung zu begegnen (Thwaites & Farrar, 2003).
    • Beim Vergleich zwischen humanem Tetanus-Immunglobulin und Tetanus-Antiserum sowie Penicillin und Metronidazol wurden ähnliche Ergebnisse in Bezug auf die Mortalität festgestellt (Saltoglu et al., 2004).
    • Patienten sollten in einer ruhigen Umgebung gepflegt werden, um Spasmen durch Geräusche oder sensorische Stimulation zu vermeiden (Hassel, 2013).
    • Die STIKO hat eine Empfehlung zur Immunprophylaxe im Verletzungsfall herausgegeben, die je nach Immunisierungsgrad und Art der Wunde zu Immunglobulinen und/oder einer Simultanimpfung rät:
     

    Dokumentierter 

    Tetanus-Impfstatus

    Zeit seit letzter

    Impfung

    TDaP/Tdap2Tetanusimmunglobulin (TIG)3
    Saubere geringfügige Wunden

    Ungeimpft oder 

    unbekannt

     JaJa
    1 oder 2 ImpfstoffdosenJa4Nein
    ≥ 3 Impfstoffdosen≥ 10 JahreJa Nein
    < 10 JahreNeinNein

    Alle anderen 

    Wunden1

    < 3 Impfstoffdosen oder unbekannt Ja4Ja
    ≥ 3 Impfstoffdosen≥ 5 JahreJaNein
    NeinNein

    1 Tiefe und/oder verschmutzte (mit Staub, Erde, Speichel, Stuhl kontaminierte) Wunden, Verletzungen mit Gewebszertrümmerung und reduzierter Sauerstoffversorgung oder Eindringen von Fremdkörpern (z. B. Quetsch-, Riss-, Biss-, Stich-, Schusswunden), schwere Verbrennungen und Erfrierungen, Gewebsnekrosen, septische Aborte.
    2 Kinder unter 6 Jahren erhalten einen Kombinationsimpfstoff mit TDaP, ältere Kinder und Jugendliche Tdap. Erwachsene erhalten ebenfalls Tdap, wenn sie noch keine Pertussis-Impfung im Erwachsenenalter (≥ 18 Jahre) erhalten haben oder sofern eine aktuelle Indikation für eine Pertussis-Impfung besteht.
    3 TIG = Tetanus-Immunglobulin. Im Allgemeinen werden 250 IE TIG verabreicht. TIG wird simultan mit dem TDaP- bzw. Tdap-Impfstoff kontralateral appliziert. Die TIG-Dosis kann auf 500 IE erhöht werden bei: (a) infizierten Wunden, bei denen eine angemessene chirurgische Behandlung nicht innerhalb von 24 h gewährleistet ist; (b) tiefen oder kontaminierten Wunden mit Gewebszertrümmerung und reduzierter Sauerstoffversorgung; (c) Eindringen von Fremdkörpern (z. B. Biss-, Stich- oder Schusswunden); (d) schweren Verbrennungen und Erfrierungen, Gewebsnekrosen und septischen Aborten.
    4 Im Falle von Patienten, bei denen die Grundimmunisierung begonnen, aber noch nicht abgeschlossen ist (z. B. Säuglinge), muss der Abstand zur letzten Dosis berücksichtigt werden. Eine postexpositionelle Impfung am Tag der Wundversorgung ist nur sinnvoll, wenn der Abstand zu der vorhergehenden Impfstoffdosis mindestens 28 Tage beträgt. Bezüglich des Abschlusses einer Grundimmunisierung gelten im Übrigen die Nachholimpfempfehlungen der STIKO

    Tabelle 1: Tetanus-Immunprophylaxe im Verletzungsfall entsprechend der aktuellen STIKO-Empfehlungen (Robert Koch-Institut, 2018).

    • Die S1 Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Tetanus empfiehlt die Gabe von humanem Tetanus-Immunglobulin (hTIG) und die aktive Immunisierung mit Tetanus-Toxoid (TTX-Td) unabhängig vom Impfstatus oder der Schwere der Infektion (Pfausler, 2017).
       

    Epidemiologie

    Europa und weltweit:

    • Die weltweite Inzidenz ist aufgrund der fehlenden Meldepflicht in vielen Ländern oder der unvollständigen Meldung an die WHO unklar. Dementsprechend wurden im Jahr 2000 nur 18.833 Fälle an die WHO gemeldet – 67 Länder, davon viele Risikogebiete, meldeten gar keine Fälle (Thwaites & Farrar, 2003).
    • Auf Basis von Umfragen wird vermutet, dass nur ca. 3 % des weltweit vorkommenden neonatalen Tetanus berichtet wird. Durch Daten der WHO und von Krankenhäusern in Vietnam schätzten Forscher die weltweite Inzidenz auf 700.000 bis 1.000.000 Fälle pro Jahr (Thwaites & Farrar, 2003).
    • Das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) schätzt auch nicht-gemeldete und unbestätigte Fälle von Tetanus-Erkrankungen. In den letzten Jahren haben sich diese Berechnungen immer weiter den bestätigten Fällen der WHO angenähert, obwohl diese von 1995 bis 2019 relativ konstant geblieben sind. Seit 2015 liegen die Schätzungen des IHME erstmals unter 100.000 Fällen pro Jahr, seit den Pandemie-Jahren (ab 2020) verzeichnet die WHO einen starken Rückgang an bestätigten Fällen (Behrens et al., 2019).
    • Das RKI gibt an, dass 2006 weltweit ca. 290.000 Menschen an Tetanus gestorben sind, davon 250.000 an neonatalem Tetanus, der vor allem bei Neugeborenen in Entwicklungsländern auftritt (Robert Koch-Institut, 2018). Dies steht jedoch im Widerspruch zu der Schätzung des IHME, nach der die weltweite Fallzahl (!) für 2006 bei knapp unter 200.000 lag (Behrens et al., 2019).

    Deutschland:

    • Tetanus ist als eine der wenigen Erkrankungen, gegen die nach STIKO geimpft wird, welche in Deutschland jedoch nicht meldepflichtig ist und daher nicht im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch des RKI aufgeführt. (Robert Koch-Institut, 2021). Zur tatsächlichen Fallzahl gibt es dementsprechend kaum valide Daten.
    • Aufgrund der besseren Lebensbedingungen gegenüber Entwicklungsländern und Impfprogrammen werden in Deutschland jährlich weniger als 15 Hospitalisierungen aufgrund von Tetanus verzeichnet (s. Abbildung 2 und 3). 
    • Das Robert Koch-Institut konstatiert: „In den Industrieländern stellt der Neugeborenentetanus eine Rarität dar (z. B. 4 Fälle von Neugeborenentetanus seit 1984 in den USA, kein Fall in Deutschland seit Jahrzehnten), seit in der Geburtshilfe die Nabelschnurdurchtrennung mit aseptischem Werkzeug durchgeführt wird und die große Mehrheit der Gebärenden einen ausreichenden Impfschutz gegen Tetanus aufweist. Somit können die Mütter ihren Neugeborenen maternale Anti­körper gegen Tetanus mitgeben, und es kann von einem zuverlässigen Nestschutz gegen Tetanus ausgegangen werden. In den ersten Lebensmonaten ist das Verletzungsrisiko äußerst gering und eine Infektion mit Clostridium tetani äußerst selten.“ (Robert Koch-Institut, 2016).
    • Von 2000 bis 2023 gab es keinen Todesfall im Krankenhaus aufgrund von Tetanus bei den Unter-35-Jährigen, einen Todesfall bei den Unter-55-Jährigen, 13 Todesfälle bei den Unter-80-Jährigen und 27 Todesfälle bei den Über-80-Jährigen. Insgesamt gab es somit 41 Todesfälle bei allen Altersgruppen (Statistisches Bundesamt, 2025).

    Abbildung 2: Krankenhauspatienten (Entlassene und Verstorbene) mit einer Tetanus-Hauptdiagnose nach ICD-10 in Deutschland von 2000 bis 2023 (Statistisches Bundesamt, 2025)

    Abbildung 3: Krankenhauspatienten (Entlassene und Verstorbene) mit Tetanus (alle ICD-Codes) nach Altersgruppen in Deutschland von 2000 bis 2023 (Statistisches Bundesamt, 2025)

  • Die Impfstoffe

    • Die ersten Tetanusimpfstoffe wurden 1924 produziert und umfangreich im zweiten Weltkrieg zum Schutz der Soldaten eingesetzt. Darauf folgten ausgedehnte Impfprogramme (World Health Organization, 2017).
    • Die Impfstoffe enthalten nicht das Bakterium Clostridium Tetani, sondern eine inaktivierte Form des von diesem Bakterium abgesonderten Toxins, das an ein Adjuvans gebunden ist.

    Mitte 2024 wurden in Deutschland zwei neue Impfstoffe zugelassen, die gegen Tetanus immunisieren.

    • Ein Einzelimpfstoff (Tetana Injektionssuspension®) wurde durch das Paul-Ehrlich-Institut über ein dezentrales europäisches Verfahren lizensiert. Bisher musste bei Bedarf ein in Italien zugelassener Einzelimpfstoff (Imovax Tetano®) importiert werden (European Medicines Agency, 2015), was durch den Unlicensed Use mit besonderen Aufklärungsansprüchen und Rechtsfolgen verbunden ist. Die Zulassung der Tetana Injektionssuspension® in Deutschland ging jedoch nicht mit einer Marktverfügbarkeit einher – der Hersteller gibt auf Nachfrage an, das Produkt nur in Polen zu vertreiben (Stand: Mai 2025). Dementsprechend gibt es weiterhin keinen regulär zugelassenen, verfügbaren Tetanus-Einzelimpfstoff.
    • Weiterhin wurde mit Pentaxim® über ein nationales Verfahren (NAP) ein weiterer 5-Komponenten-Impfstoff durch das PEI zugelassen. Dieser Impfstoff enthält dieselben Komponenten wie Infanrix-IPV + HiB® und Pentavac®, aber in anderen Dosierungen.

    1 Komponente

    ImpfstoffnameKomponentenZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Tetana Injektionssuspension® (derzeit nicht vermarktet)Tetanus2 MonatenEine Dosis (0,5 ml) enthält: nicht weniger als 40 Internationale Einheiten (I.E.) Tetanus-Toxoid adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid 0,5 mg Al3+ (der Hersteller selbst spricht von nicht mehr als 0,7 mg Al3+); sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke

    Tabelle 2 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2024a)

    2 Komponenten

    ImpfstoffnameKomponentenZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Td-Immun® (Auffrisch-Impfstoff) (derzeit nicht vermarktet)Diphtherie, Tetanus5 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: gereinigtes Diphtherie-Toxoid (6,25 Lf / ≥ 2 I.E.) und gereinigtes Tetanus-Toxoid (6,25 Lf / ≥ 20 I.E.) aus Kulturen von Corynebacterium diphtheriae und Clostridium tetani adsorbiert an Aluminiumhydroxid (0,5 mg), kann Spuren von Formaldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Natriumhydroxid (pH=7), Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
    Td-Impfstoff Merieux® (derzeit nicht vermarktet)Diphtherie, Tetanus5 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Tetanus-Toxoid (mind. 20 I.E., 5 Lf) und Diphtherie-Toxoid (mind. 2 I.E., 2 Lf) adsorbiert an 1,5 mg Aluminiumphosphat (0,33 mg Al3+), kann Spuren von Formaldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Phenoxyethanol, isotonische Kochsalzlösung, Wasser für Injektionszwecke
    Td-pur® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)Diphtherie, Tetanus5 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Tetanus-Toxoid (mind. 20 I.E.) und Diphtherie-Toxoid (mind. 2 I.E.) adsorbiert an 1,5 mg Aluminiumhydroxid, kann Spuren von Formaldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke

    Tabelle 3 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2016a, 2016b, 2020a)

    3 Komponenten

    ImpfstoffnameKomponentenZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Boostrix® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)Diphtherie, Tetanus, Pertussis4 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (2,5 Lf / ≥ 2 I.E.) und Tetanus-Toxoid (5 Lf / ≥ 20 I.E.) und Bordetella-pertussis-Antigene (8 µg Pertussis-Toxoid, 8 µg filamentöses Hämagglutinin, 2,5 µg Pertactin) adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid Al(OH)2 0,3 mg Al3+ und Aluminiumphosphat AlPO4 0,2 mg Al3+, kann Spuren von Formaldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
    Covaxis® (Auffrisch-Impfstoff)Diphtherie, Tetanus, Pertussis4 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (2 Lf / ≥ 2 I.E.) und Tetanus-Toxoid (5 Lf / ≥ 20 I.E.) und Pertussis-Antigene (2,5 µg Pertussis-Toxoid, 5 µg filamentöses Hämagglutinin, 3 µg Pertactin, Fimbrien Typen 2 und 3 5 µg) adsorbiert an Aluminiumphosphat 1,5 mg (0,33 mg Al3+), kann Spuren von Formaldehyd und Glutaraldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Phenoxyethanol, Wasser für Injektionszwecke
    Infanrix®Diphtherie, Tetanus, Pertussis2 MonatenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (≥ 30 I.E.) und Tetanus-Toxoid (≥ 40 I.E.) und Bordetella-pertussis-Antigene (25 µg Pertussis-Toxoid, 25 µg Filamentöses Hämagglutinin, 8 µg Pertactin) adsorbiert an Aluminiumhydroxid 0,5 mg Al3+, kann Spuren von Formaldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
    REVAXiS® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)Diphtherie, Tetanus, Polio5 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: gereinigtes Diphtherie-Toxoid (≥ 2 I.E.) und gereinigtes Tetanus-Toxoid (≥ 20 I.E.) und auf Vero-Zellen kultivierte inaktivierte Poliomyelitis-Viren Typ 1 (29-D-Antigen-Einheiten) Typ 2 (7 D-Antigen-Einheiten) Typ 3 (26 D-Antigen-Einheiten) adsorbiert an Aluminiumhydroxid (0,35 mg Al); sonstige Bestandteile: Phenoxyethanol, Ethanol (wasserfrei), Formaldehyd, Essigsäure und/oder Natriumhydroxid (zur pH- Wert-Einstellung), Medium 199 (Aminosäuren, Mineralsalze, Vitamine, Polysorbat 80, Salzsäure und/oder Natriumhydroxid zur pH-Wert-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke
    TdaP-IMMUN® (Auffrisch-Impfstoff)Diphtherie, Tetanus, Pertussis4 Jahren

    Eine Dosis (0,5 ml) enthält: gereinigtes Diphtherie-Toxoid (≥ 2 I.E.) und gereinigtes Tetanus-Toxoid (≥ 20 I.E.) gewonnen aus Kulturen von Corynebacterium diphtheriae und Clostridium tetani und gereinigtes Pertussis-Toxoid (20 µg) gewonnen aus Kulturen von Bordetella pertussis jeweils adsorbiert an hydratisiertem Aluminiumhydroxid (0,5 mg Al3+), kann Spuren von Formaldehyd enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Natriumhydroxid,

    Wasser für Injektionszwecke

    Tabelle 4 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2020b, 2022a, 2023a, 2023b, 2023c)

    4 Komponenten

    ImpfstoffnameKomponentenZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Boostrix Polio® (alle Hersteller)Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio3 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (2,5 Lf / ≥ 2 I.E.) und Tetanus-Toxoid (5 Lf / ≥ 20 I.E.) und Bordetella-pertussis-Antigene (8 µg Pertussis-Toxoid, 8 µg filamentöses Hämagglutinin, 2,5 µg Pertactin) adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid Al(OH)2 0,3 mg Al3+ und Aluminiumphosphat AlPO4 0,2 mg Al3+, inaktivierte Poliomyelitis-Viren Typ 1 (Mohoney-Stamm 40-D-Antigeneinheiten) Typ 2 (MEF-1-Stamm 8-D-Antigeneinheiten) Typ 3 (Saukett-Stamm 32-D-Antigeneinheiten) vermehrt in VERO-Zellen, kann Spuren von Formaldehyd, Neomycin und Polymyxin enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Medium 199 (als Stabilisator, bestehend aus Aminosäuren [enthalten Phenylalanin], Mineralsalzen [enthalten Natrium und Kalium], Vitaminen [enthalten Para-Aminobenzoesäure] und anderen Substanzen), Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
    Repevax® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio3 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (2 Lf / ≥ 2 I.E.) und Tetanus-Toxoid (5 Lf / ≥ 20 I.E.) und Pertussis-Antigene (2,5 µg Pertussis-Toxoid, 5 µg filamentöses Hämagglutinin, 3 µg Pertactin, 5 µg Fimbrien-Agglutinogene 2 und 3) und inaktivierte und in VERO-Zellen gezüchtete Poliomyelitis-Viren Typ 1 (40-D-Antigeneinheiten) Typ 2 (8-D-Antigeneinheiten) Typ 3 (32-D-Antigeneinheiten) jeweils adsorbiert an Aluminiumphosphat 1,5 mg (0,33 mg Al3+), kann Spuren von Formaldehyd, Glutaraldehyd, Streptomycin, Neomycin, Polymyxin B und bovinem Serumalbumin enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Phenoxyethanol, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke
    Tetravac® (derzeit nicht vermarket)Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio2 MonatenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (≥ 20 I.E.) und Tetanus-Toxoid (≥ 40 I.E.) und Bordetella-pertussis-Antigene (25 µg gereinigtes Pertussis-Toxoid, 25 µg gereinigtes filamentöses Hämagglutinin) und inaktivierte und in Vero-Zellen gezüchtete Poliomyelitis-Viren Typ 1 (40-D-Antigeneinheiten) Typ 2 (8-D-Antigeneinheiten) Typ 3 (32-D-Antigeneinheiten) jeweils adsorbiert an Aluminiumhydroxid (0,3 mg Al3+), kann Spuren von Glutaraldehyd, Neomycin, Streptomycin und Polymyxin B enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: 2-Phenoxyethanol, Medium 199 (enthält u.a. Aminosäuren, Mineralsalze und Vitamine, gelöst in Wasser für Injektionszwecke), Formaldehyd

    Tabelle 5 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2010, 2019a, 2022b)

    5 Komponenten

    ImpfstoffnameKomponentenZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Infanrix-IPV + HiB® (alle Hersteller)Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB2 MonatenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (mind. 30 I.E.), Tetanus-Toxoid (mind. 40 I.E.), Bordetella-pertussis-Antigene (Pertussis-Toxoid 25 µg, filamentöses Hämagglutinin 25 µg, Pertactin 8 µg) adsorbiert an Aluminiumhydroxid (0,5 mg Al3+), inaktivierte Polioviren vermehrt in Vero-Zellen (Typ 1-Mahoney: 40 D-Antigen-Einheiten, Typ 2-MEF-1: 8 D-Antigen-Einheiten, Typ 3-Saukett: 32 D-Antigen-Einheiten), Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid 10 µg konjugiert an Tetanus-Protein (25 µg), kann Spuren von Neomycin, Polymyxin und Polysorbat 80 enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Pulver (Laktose), Suspension (Natriumchlorid, Medium 199 als Stabilisator bestehend aus Aminosäuren, Mineralsalzen, Vitaminen und anderen Substanzen, Wasser für Injektionszwecke)
    Pentavac® (alle Hersteller)Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB2 MonatenEine Dosis (0,5 ml), adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid (0,3 mg Al3+) enthält: Diphtherie-Toxoid (mind. 20 I.E.), Tetanus-Toxoid (mind. 40 I.E.), Bordetella-pertussis-Antigene (gereinigtes Pertussis-Toxoid 25 µg, gereinigtes filamentöses Hämagglutinin 25 µg), inaktivierte Polioviren kultiviert auf Vero-Zellen (Typ 1-Mahoney: 40 D-Antigen-Einheiten, Typ 2-MEF-1: 8 D-Antigen-Einheiten, Typ 3-Saukett: 32 D-Antigen-Einheiten), Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid 10 µg – konjugiert an Tetanus-Toxoid; kann nicht nachweisbare Spuren von Glutaraldehyd, Neomycin, Streptomycin und Polymyxin B enthalten; sonstige Bestandteile: Phenylalanin (12,5µg), Phenoxyethanol, wasserfreies Ethanol, Trometamol, Saccharose, Medium 199 als Stabilisator bestehend aus Aminosäuren, Mineralsalzen, Vitaminen und anderen Substanzen wie Glukose (ohne Phenolrot), gelöst in Wasser für Injektionszwecke, Formaldehyd, Salzsäure (zur pH-Einstellung des Pulvers), Eisessig und/oder Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung der Suspension)
    Pentaxim®Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB2 MonatenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (mind. 20 I.E.), Tetanus-Toxoid (mind. 40 I.E.), Bordetella-pertussis-Antigene (Pertussis-Toxoid 25 µg, filamentöses Hämagglutinin 25 µg) jeweils adsorbiert an Aluminiumhydroxid (0,3 mg Al3+), inaktivierte Polioviren kultiviert auf Vero-Zellen (Typ 1-Mahoney: 29 D-Antigen-Einheiten, Typ 2-MEF-1: 7 D-Antigen-Einheiten, Typ 3-Saukett: 26 D-Antigen-Einheiten), Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid 10 µg konjugiert an Tetanus-Protein, Phenylalanin 12,5 µg, kann Spuren von Glutaraldehyd, Neomycin, Streptomycin und Polymyxin B enthalten; sonstige Bestandteile: Phenoxyethanol, wasserfreies Ethanol, Trometamol, Saccharose, Medium 199 Hanks (als Stabilisator ohne Phenolrot, bestehend aus Aminosäuren, Mineralsalzen, Vitaminen und anderen Substanzen), Formaldehyd, Salzsäure (zur pH-Einstellung, Pulver), Eisessig und/oder Natriumhydroxid (zur pH- Einstellung, Suspension), Wasser für Injektionszwecke.

    Tabelle 6 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2019b, 2021, 2024b)

    6 Komponenten

    ImpfstoffnameKomponentenZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Hexacima®Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB, Hepatitis B6 WochenEine Dosis (0,5 ml), adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid (0,6 mg Al3+) enthält: Diphtherie-Toxoid (mind. 20 I. E.), Tetanus-Toxoid (mind. 40 I. E.), Bordetella pertussis-Antigene (Pertussis-Toxoid 25 µg, filamentöses Hämagglutinin 25 µg), inaktivierte Polioviren kultiviert auf Vero-Zellen (Typ 1-Mahoney: 29 D-Antigen-Einheiten, Typ 2-MEF-1: 7 D-Antigen-Einheiten, Typ 3-Saukett: 26 D-Antigen-Einheiten), Hepatitis-B-Oberflächenantigen 10 µg (hergestellt in Hefezellen durch rekombinante DNA-Technologie), Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid 12 µg – konjugiert an Tetanus-Protein (22-36 µg); sonstige Bestandteile: Dinatriumhydrogenphosphat, Kaliumdihydrogenphosphat, Trometamol, Saccharose, essenzielle Aminosäuren einschließlich L-Phenylalanin, Natriumhydroxid / Essigsäure oder Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke
    Hexyon®Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB, Hepatitis B7 Wochenwie Hexacima®
    Infanrix hexa®Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB, Hepatitis B2 MonatenEine Dosis (0,5 ml) enthält: Diphtherie-Toxoid (mind. 30 I.E.) und Tetanus-Toxoid (mind. 40 I.E.) sowie Bordetella-pertussis-Antigene (Pertussis-Toxoid 25µg, filamentöses Hämagglutinin 25 µg, Pertactin 8 µg) jeweils adsorbiert an Aluminiumhydroxid (0,5 mg Al3+); Hepatitis-B-Oberflächenantigen 10 µg (hergestellt in Hefezellen durch rekombinante DNA-Technologie) und Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid 10 µg (konjugiert an Tetanus-Protein 25 µg) jeweils adsorbiert an Aluminiumphosphat (0,32 mg Al3+); inaktivierte Polioviren kultiviert auf Vero-Zellen (Typ 1-Mahoney: 40 D-Antigen-Einheiten, Typ 2-MEF-1: 8 D-Antigen-Einheiten, Typ 3-Saukett: 32 D-Antigen-Einheiten); kann Spuren von Formaldehyd, Neomycin und Polymyxin enthalten (während des Herstellungsprozesses verwendet); sonstige Bestandteile: Pulver (Laktose wasserfrei), Suspension (Natriumchlorid; Medium 199 als Stabilisator bestehend aus Aminosäuren, Mineralsalzen, Vitaminen und anderen Substanzen; Wasser für Injektionszwecke)
    Vaxelis®Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, HiB, Hepatitis B6 WochenEine Dosis (0,5 ml), adsorbiert an Aluminiumphosphat (0,17 mg Al3+) enthält: Diphtherie-Toxoid (mind. 20 I.E.), Tetanus-Toxoid (mind. 40 I.E.), Bordetella pertussis-Antigene (Pertussis-Toxoid 20 µg, Filamentöses Hämagglutinin 20 µg, Pertactin 3 µg, Fimbrien Typen 2 und 3 FIM 5 µg), Hepatitis-B-Oberflächenantigen 10 µg (hergestellt in Hefezellen durch rekombinante DNA-Technologie), inaktivierte Polioviren gezüchtet in Vero-Zellen (Typ 1-Mahoney: 40 D-Antigen-Einheiten, Typ 2-MEF-1: 8 D-Antigen-Einheiten, Typ 3-Saukett: 32 D-Antigen-Einheiten), Haemophilus-influenzae-Typ-b-Polysaccharid 3 µg – konjugiert an Meningokokken-Protein (50 µg); kann Spuren von Glutaraldehyd, Formaldehyd, Neomycin, Streptomycin, Polymyxin B und Rinderserumalbumin (während der Produktion verwendet); sonstige Bestandteile: Natriumphosphat, Wasser für Injektionszwecke

    Tabelle 7 (European Medicines Agency, 2023a, 2023b, 2023c, 2024)

    Tabellen 2 bis 7: Zugelassene Mehrfach-Impfstoffe, die eine Komponente gegen Tetanus enthalten, sowie die Alterszulassung und Inhaltsstoffe. Die Tabellen spiegeln nicht unbedingt die aktuelle Marktsituation wider.

    • Die STIKO empfiehlt Impfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten zur Grundimmunisierung. Danach soll eine Auffrischimpfung ab 5 Jahren, eine ab 9 Jahren und danach alle 10 Jahre erfolgen (Robert Koch-Institut, 2023).
    • Für einen vollständigen Schutz empfiehlt die WHO 6 Impfungen. Drei davon im ersten halben Lebensjahr, beginnend im Alter von sechs Wochen, im Abstand von mindestens vier Wochen. Drei Auffrischungen sollten im Alter von 12-23 Monaten, vier bis sieben Jahren und neun bis 17 Jahren erfolgen, wobei immer vier Jahre zwischen den Auffrischimpfungen liegen sollten. Danach sind keine Impfungen mehr vorgesehen (World Health Organization, 2018).
       

    Impfstrategie und Impfquote

    • Laut einem Bericht von UNICEF wurde durch die UNICEF/WHO/UNFPA-Partnerschaft mütterlicher und neonataler Tetanus (MNT) bis November 2023 in 47 von 59 gefährdeten Ländern eliminiert. Der „Strategieplan 2018-2020“ des Bündnisses sah vor, dass mindestens 53 Länder bis 2020 die Eliminierung erreichen. Derzeit wird ein neuer Plan ausgearbeitet, um die Eliminierung von MNT in den verbleibenden 12 gefährdeten Ländern zu erreichen und aufrechtzuerhalten (UNICEF, 2023).
    • 2022 lag die Nachfrage nach tetanushaltigen Impfstoffen aller Art bei 355 Millionen Dosen (UNICEF, 2023).
    • Laut Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Institutes (2024) haben 96 % der Kinder in Deutschland die erste, 94 % die zweite, aber nur 64 % die dritte Impfstoffdosis erhalten.
    • In Deutschland sind etwa 53,9 % der Erwachsenen vollständig (inklusive Auffrischimpfung in den letzten 10 Jahren) geimpft (Robert-Koch-Institut, 2021).

    Abbildung 3: Länder, in denen „Maternal Neonatal Tetanus“ (MNT) bis 2020 eliminiert (grün) bzw. nicht eliminiert (rot) war. MNT war im Jahr 2020 noch in 12 Ländern endemisch bzw. nicht eliminiert (Ochmann, 2018).
     

    Wirksamkeit

    Es gibt keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis der Tetanus-Impfstoffe. Die vermutete Wirksamkeit gegen die Toxine erfolgt über die Erfassung von Antikörpertitern (Surrogatparameter). Diese können für einen vermuteten Schutz aber je nach Test unterschiedlich hoch ausfallen. Außerdem sind Infektionen trotz ausreichend hoher Antikörpertiter aufgetreten (World Health Organization, 2017). Deshalb sollte Tetanus auch bei Geimpften nicht ausgeschlossen werden. Wie häufig Geimpfte an Tetanus erkranken und woran dies liegt, ist unklar (Hopkins et al., 2014).

    Zulassungsstudien:

    Folgende Daten zur Immunogenität der (derzeit in Deutschland vermarkteten) Tetanus-Impfstoffe ergaben sich aus den klinischen Studien der Hersteller und sind den Fachinformationen zu entnehmen:

    • Td-pur® (Auffrisch-Impfstoff): Nahezu alle geimpften Personen sollen Antikörper-Titer aufweisen, welche bis zu fünf Jahre anhalten. Genauere Prozentangaben werden ebenso wie präklinische Daten zur Sicherheit nicht aufgeführt (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2016b).
    • Boostrix® (Auffrisch-Impfstoff): Der Anteil der Personen mit einem Antikörper-Titer zum Schutz vor Tetanus von ≥ 0,1 I.E./ml lag bei Kindern ab vier Jahren bei 100 % (n=415) und bei Jugendlichen ab zehn Jahren sowie Erwachsenen bei 99 % (n=1.694). Die Persistenz der Antikörper (≥ 0,1 I.E./ml) lag nach 3 bis 3,5 Jahren bei Jugendlichen bei 100 % (n=261) und bei Erwachsenen bei 94,8 % (n=309), nach fünf Jahren bei 100 % (n=250) bzw. 96,2 % (n=232) und nach 10 Jahren bei 97,3 % (n=74) bzw. 95 % (n=158). Auch der Anteil der Kinder mit nachweisbarem Antikörperspiegel blieb mit 98,4 % nach 3 bis 3,5 Jahren (n=118) und 98,5 % nach 5 bis 6 Jahren (n=68) hoch (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2022a).
    • Covaxis® (Auffrisch-Impfstoff): Mittels ELISA wurde bei Kindern von 4 bis 6 Jahren (n=265), Jugendlichen von 11 bis 17 Jahren (n=527) und Erwachsenen von 16 bis 64 Jahren (n=743) in 100 % der Fälle Antikörper-Titer von ≥ 0,1 I.E./ml ermittelt. Gleiches wurde auch für die Antikörper-Persistenz bis zu 10 Jahre später bestätigt, wobei bei Kindern nach 5 Jahren mit 97,3 % (n=128-150) und bei Erwachsenen nach 3 Jahren mit 99 % (n=292) und nach 5 Jahren mit 97,1 % (n=237-238) der Anteil etwas niedriger lag. Nach zehn Jahren lag der Anteil bei Erwachsenen jedoch wieder bei 100 % (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2023a).
    • Infanrix®: Zu den Serokonversionsraten durch die Tetanus-Komponente gibt es nur einen einzigen Satz in der Fachinformation, der da lautet: "Nach Impfung mit dem DTPa-Impfstoff Infanrix werden schützende Antikörpertiter gegen Diphtherie und Tetanus bei praktisch allen Geimpften erreicht" (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2023c). Genauere Informationen finden sich unter Da Infanrix-IPV + HiB®, da beide Impfstoffe dieselben DTP-Komponenten verwenden (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2023c).
    • REVAXiS® (Auffrisch-Impfstoff): In der Fachinformation werden mehrere Immunogenitätsstudien angeführt. Eine Studie mit 661 gesunden Probanden zwischen 6 und 78 Jahren ergab bei mehr als 99 % der geimpften Personen, deren letzte Impfung mehr als 10 Jahre her war, ausreichende Antikörpertiter. Eine Studie mit 113 Teilnehmern zwischen 40 und 78 Jahren , deren letzte Impfung ebenfalls über zehn Jahre zurück lag, ergab "eine zufriedenstellende Immunantwort". Ebenfalls anhand von 113 Teilnehmern (Erwachsene) wurde die Antikörper-Persistenz über einen Zeitraum von zwei Jahren untersucht – hier wiesen 94,7 % der geimpften Personen Antikörper gegen Tetanus auf (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2023b).
    • TdaP-IMMUN® (Auffrisch-Impfstoff): Immunogenitätsstudien wurden an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 5 bis 55 Jahren mit drei bis vier Impfstoffdosen durchgeführt. Bei Teilnehmern ab zehn Jahren werden bei 100 % der Teilnehmer Serokonversionsraten von ≥0,1 I.E./ml erreicht. Bei Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren lag der Anteil bei 99,3 %. Studienergebnisse zur Antikörper-Persistenz werden nicht angegeben, es wird nur von einem erwarteten Schutz von mindestens 10 Jahren gesprochen (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2020b).
    • Boostrix Polio®: Die Serokonversionsrate betrug laut Fachinformation 99,9 bis 100 % bei Kindern im Alter von 3 bis 8 Jahren (n=1.195) sowie 99,6 bis 100 % bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ab einem Alter von zehn Jahren (n=923). Zur Antikörper-Persistenz werden dieselben Werte wie bei Boostrix® angegeben (98,5 bzw. 98,4 %), die Population unterscheidet sich jedoch (hier: 344 Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahre nach 5 Jahren und 68 Jugendliche und Erwachsene ab einem Alter von 10 Jahren nach 10 Jahren) (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2022b).
    • Repevax® (Auffrisch-Impfstoff): Studien zur Immunogenität von Repevax® mittels ELISA zeigten durchgängig Serokonversionsraten von nahezu 100 % (mind. 99,5 %). Da Repevax® dieselbe Tdap-Komponente wie Covaxis® enthält, wurde zur Antikörper-Persistenz auf (die oben bereits genannten) Studien mit Covaxis® verwiesen (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2019a).
    • Infanrix-IPV + HiB®: Es werden mehrere Immunogenitätsstudien aufgeführt, die Serokonversionsraten von ≥0,1 I.E./ml bei nahezu allen geimpften Personen ermittelt haben. Der geringste Wert wurde mit 99,2 % nach der Immunisierung von Kindern im Alter von 3, 4 und 5 Monaten (n=127) in zwei Studien festgestellt. Alle anderen Studien (n=12) ergeben Antikörper-Titer bei aufgerundet 100 % bei den geimpften Kindern. Gleiches gilt für Studien zur Auffrischimpfung im Alter von 11/12 Monaten (1 Studie, n=184) und während des zweiten Lebensjahres (9 Studien, n=1.326). Zur Antikörper-Persistenz werden keine weiteren Studien angegeben (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2009).
    • Pentavac®: Laut Fachinformation zeigten 100 % der geimpften Kinder sowohl im ersten als auch im zweiten Lebensjahr Antikörper-Titer von ≥ 0,01 I. E./ml gegen Tetanus (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2021). 
    • Pentaxim®: Auch in der Fachinformation zu diesem Impfstoff gibt es nur einen Satz zur Immunisierung durch die Tetanus-Komponente: "Immunogenitätsstudien bei Kindern ab einem Alter von 2 Monaten zeigten, dass nach der Gabe von 3 Dosen Pentaxim 100 % der geimpften Kinder einen schützenden Antikörpertiter von ≥ 0,01 I. E./ml gegen Diphtherie und Tetanus gebildet hatten" (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2024b).
    • Hexacima®/Hexyon®: Alle geimpften Kinder zeigten unabhängig vom angewandten Schema der Grundimmunisierung und nach der Auffrischimpfung (Studienteilnehmer im niedrigen drei- bis vierstelligen Bereich) Antikörper-Titer von ≥ 0,01 I. E./ml gegen Tetanus. Die Persistenz der Immunantwort wurde bei Kindern im Alter von 4,5 Jahren untersucht. Demnach waren je nach Impfschema bei 80,8 % bis 89,5 % der Kinder Antikörpertiter von ≥0,1 I.E./ml und bei 100 % der Kinder Antikörpertiter von ≥0,01 I.E./ml vorhanden (European Medicines Agency, 2023b, 2023c).
    • Infanrix hexa®: Ähnliche Ergebnisse wie Infanrix-IPV + HiB® (European Medicines Agency, 2023a).
    • Vaxelis®: Ebenso wie Hexacima® bzw. Hexyon® zeigte Vaxelis® unabhängig vom angewandten Impfschema bei Kindern eine Serokonversionsrate von 100 % (≥ 0,01 I. E./ml) gegen Tetanus. Eine Studie, welche das Impfschema 2, 4 und 6 Monate untersuchte, wies sogar 2.455-2.696 Teilnehmer auf. Eine Auffrischungsimpfung nach dem initialen Impfschema im 2. und 4. Monat erreichte bei 99,8 % der Teilnehmer ausreichende Antikörper-Titer (n=377-591). Die Auffrischungsimpfung nach dem Impfschema 2, 3 und 4 Monate führte bei 100 % der Teilnehmer zu Antikörper-Titern (n=439-551). Die Immunogenität bei Kindern, die älter als 15 Monate sind, wurde ebenso wie die Antikörper-persistenz nicht untersucht (European Medicines Agency, 2024).

    Wie im Abschnitt Epidemiologie erwähnt, tritt Neugeborenen-Tetanus in Deutschland nicht auf. Allerdings ist es eines der von der WHO festgestellten „Public Health Problems“, vor allem in Entwicklungsländern in Afrika und Asien (World Health Organization, 2017). Die Studienlage zur Wirksamkeit der Tetanus-Impfungen als Schutz vor Neugeborenen-Tetanus ist ebenso nicht aussagekräftig. Die Metaanalysen, die höchstens ein oder zwei RCTs umfassen, zeigen jedoch einen Schutz (Blencowe et al., 2010; Demicheli et al., 2015).
     

    Nebenwirkungen

    Hinweis: Um die Tabellen vollständig anzuzeigen, scrollen Sie bitte mit Maus oder Touchpad nach rechts und links.

    2 Komponenten

    ImpfstoffAlter / GeschlechtSehr häufig (> 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000)Unbekannt / weitere mögliche Nebenwirkungen / Post-Marketing-Surveillance
    Tetana Injektions-suspension®ErwachseneSchmerzenKopfschmerzen, Hypoakusis, Tinnitus, Ekzem verschlimmert, Schwäche, Rötung / Schwellung / Induration / Wärme an der Injektionsstelle  subkutane Knötchen-Granulome mit aseptischen Abszessen als Folge (1:100.000)Schwindelgefühl, Hypotonisch-hyporesponsive Episode, Synkope, Verlust des Bewusstseins, Tremor, Tränensekretion, Hypotonie, Blässe, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Ausschlag (einschließlich papulöser Ausschlag), Urtikaria, Angioödem (Quincke-Ödem), Erythema nodosum, Petechien, Schmerzen in der Extremität / im Arm (in die/den der Impfstoff verabreicht wurde), Arthralgie, Nierenversagen, Subfebriler Zustand, Fieber, Schüttelfrost, Gefühl der Kälte, Hyperhidrosis, Schwäche, Unwohlsein, Verminderte Beweglichkeit der injizierten Gliedmaße, Zyanose, Hämatom (wahrscheinlich aufgrund einer falschen Impfung), Rötung (Erythem), Schmerzen / Brennen / Rötung / Induration / Schwellung einer Gliedmasse, Ausschlag, Jucken, Entzündung, Wärme an der Injektionsstelle, lymphatische Infiltration, reduzierte Körpertemperatur

    Tabelle 8 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2024a)

    2 Komponenten

    ImpfstoffAlter / GeschlechtSehr häufig (> 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000)Unbekannt / weitere mögliche Nebenwirkungen / Post-Marketing-Surveillance
    Td-Immun® (Auffrisch-Impfstoff) (derzeit nicht vermarktet)- 

    Unwohlsein, Fieber ³38°C, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle

     

    Ekzeme / Dermatitiden, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle ³ 6 cmUrtikaria-artige Reaktionen, hohes Fieber > 40°C, Granulom oder steriler Abszess an der Injektionsstelle, Überempfindlichkeit, anaphylaktische ReaktionVasovagale Synkope 
    Td-Impfstoff Merieux® (derzeit nicht vermarktet)-Schmerz / Schwellung / Rötung jeglicher Art an der InjektionsstelleFieber (≥ 38 °C), Schüttelfrost, starke SchwellungStarker Schmerz an der Injektionsstelle  Lymphadenopathie, allergische Reaktion, anaphylaxie/anaphylaktische Reaktion, Urtikaria, Schwellung im Bereich des Mundes, Kopfschmerz, Parästhesie, Schwindel, Synkope, Guillain-Barré-Syndrom, Übelkeit, Erbrechen, verschiedene Arten von Hautausschlägen, Pruritus, Myalgie, Schmerz in den Extremitäten, Unwohlsein, Abgeschlagenheit, peripheres Ödem, Entzündung / Schwellung / Ödem / Induration / Wärmegefühl / Pruritus / Zellulitis, leichter Schmerz an der Injektionsstelle
    Td-pur® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)-Kopfschmerzen, Myalgien, Erythem / Schwellung / Schmerzen / Induration / Juckreiz an der InjektionsstelleLokale Lymphadenopathien, Arthralgien, allgemeines Unwohlsein Allergische Reaktionen (z. B. Dyspnoe), kurzzeitiges Exanthem, vorübergehende Kreislaufreaktionen, gastrointestinale Beschwerden, grippeähnliche Symptome (z. B. Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Fieber)Vorübergehende Blutbildveränderungen wie Thrombozytopenie, allergische Reaktionen der Niere, verbunden mit vorübergehender Proteinurie, Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems wie aufsteigende Lähmungen in schweren Fällen bis zur Atemlähmung (Guillain-Barré-Syndrom), Entzündung peripherer Nervengeflechte (Plexusneuritiden) Präsynkope, Synkope, Granulome (auch mit Neigung zur Flüssigkeitsbildung an der Injektionsstelle) Nekrose an der InjektionsstelleNebenreaktionen treten bevorzugt bei hyperimmunisierten Personen auf.

    Tabelle 9 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2016a, 2016b, 2020a)

    3 Komponenten

    ImpfstoffAlter / GeschlechtSehr häufig (> 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000)Unbekannt / weitere mögliche Nebenwirkungen / Post-Marketing-Surveillance
    Boostrix® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren (n=839)Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Rötung / Schwellung / Schmerzen an der Injektionsstelle, MüdigkeitAppetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, gastrointestinale Beschwerden, Fieber > 37,5 °C & Fieber > 39,0 °C, ausgedehnte Schwellung der Impfextremität (auch unter Einbeziehung des anliegenden Gelenks)Infektion der oberen Atemwege, Aufmerksamkeitsstörungen, Konjunktivits, Hautausschlag, Verhärtung an der Injektionsstelle, Schmerzen  Allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen, hypoton-hyporesponsive Episoden, Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber), Urtikaria, Angioödem, Asthenie, Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (z. B. Guillain-Barré-Syndrom)
    Personen im Alter von 10 bis 76 Jahren (n=1.931)KopfschmerzenSchwindel, Übelkeit, gastrointestinale Beschwerden, Fieber ≥ 37,5 °C, Verhärtung / steriler Abszess an der InjektionsstelleInfektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Lymphadenopathie, Synkope, Husten, Durchfall, Erbrechen, Hyperhidrose, Pruritus, Hautausschlag, Arthralgie, Myalgie, Gelenksteife, Steifheit der Skelettmuskulatur, Rötung / Schwellung / Schmerzen an der Injektionsstelle, Unwohlsein, Müdigkeit, Fieber > 39,0 °C, grippeähnliche Beschwerden, Schmerzen  
    Covaxis® (Auffrisch-Impfstoff)Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren (n=298)Verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Diarrhö, generalisierter Schmerz oder muskuläre Schwäche, Arthralgie oder Gelenkschwellung, Ermüdung / Asthenie, Schmerzen / Erythem / Schwellung an der InjektionsstelleÜbelkreit, Erbrechen, Ausschlag, generalisierter Schmerz oder muskuläre Schwäche, Arthralgie oder Gelenkschwellung, Fieber, Schüttelfrost, axilläre Adenopathie   Überempfindlichkeit (anaphylaktische Reaktion) (Angioödem, Ödem, Ausschlag, Hypotonie), Parästhesie, Hypoästhesie, Guillain-Barré-Syndrom, Brachial-Neuritis, Fazialislähmung, Konvulsionen, Synkope, Myelitis, Myokarditis, Pruritus, Urtikaria, Myositis, blauer Fleck / steriler Abszess / Knötchen an der Injektionsstelle
    Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren (n=1.313)Kopfschmerzen, Diarrhö, Übelkeit, generalisierter Schmerz oder muskuläre Schwäche, Ermüdung / Asthenie, Schüttelfrost, Schmerzen / Erythem / Schwellung an der InjektionsstelleErbrechen, Ausschlag, Fieber, axilläre Adenopathie   
    Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren (n=2.935)Kopfschmerzen, Diarrhö, Ermüdung / Asthenie, Unwohlsein, Schmerzen / Erythem / Schwellung an der InjektionsstelleÜbelkeit, Erbrechen, Ausschlag, Arthralgie oder Gelenkschwellung, Fieber, Schüttelfrost, axilläre Adenopathie   
    Infanrix®Kinder (n=11.400)Appetitlosigkeit (nach Auffrischimpfung), Reizbarkeit, Ruhelosigkeit (nach Auffrischimpfung), Somnolenz, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle (bis 50 mm), Fieber ≥ 38 °C, Schmerzen (nach Auffrischimpfung)Appetitlosigkeit, Ruhelosigkeit, ungewöhnliches Schreien, gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall /  Erbrechen, Pruritus, Schmerzen, Schwellung an der Injektionsstelle (über 50 mm)Kopfschmerzen / Husten / Bronchitis (nach Auffrischimpfung), Hautausschlag, Verhärtung an der Injektionsstelle, Müdigkeit (nach Auffrischimpfung) Fieber ≥ 39,1 °C, diffuse Schwellung an der Impfextremität (manchmal unter Einbeziehung des angrenzenden Gelenkes)UrtikariaLymphadenopathie (nur nach Auffrischimpfung)Thrombozytopenie (für Diphtherie- und Tetanus-Impfstoffe berichtet), allergische Reaktionen (inkl. anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen), Kollaps oder schockähnlicher Zustand (hypotone-hyporesponsive Episode), Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber) innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach der Impfung, Apnoe bei Frühgeborenen vor der 28. SSW, Angioödem, Schwellung der gesamten Impfextremität
    REVAXiS® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)-Schmerz / Erythem / Induration / Ödem / Knötchenbildung an der InjektionsstelleKopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, FieberLymphadenopathie, Myalgie, KrankheitsgefühlArthralgie 

    systemische allergische/anaphylaktische Reaktionen einschließlich Schock, Krampfanfall, Guillain-Barré-Syndrom, Plexus-brachialis-Neuritis,

    vorübergehende Parästhesie und Hypästhesie des Arms, in den der Impfstoff verabreicht wurde, vasovagale Synkope, abdomineller Schmerz, Diarrhö, allergische Reaktionen wie Urtikaria, verschiedene Arten von Ausschlag und Gesichtsödem, Schmerz an der Impfextremität, Reaktionen an der Injektionsstelle (> 50 mm) wie Schwellungen (kann mit Erythem, Wärme, Druckempfindlichkeit oder Schmerz an der Injektionsstelle verbunden sein), Blässe, Asthenie, Schüttelfrost, grippeähnliche Symptome (meist am Tag der Impfung)

    TdaP-IMMUN® (Auffrisch-Impfstoff)Kinder, Jugendliche und Erwachsene zwischen 4 und 55 JahrenKopfschmerzen, Schmerzen / Juckreiz, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle, MüdigkeitMyalgie, Fieber (≥ 38°C), Reizbarkeit und Unwohlsein, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle (≥ 5 cm) Urtikaria, Fieber (≥ 40°C), Granulom / steriler Abszess an der InjektionsstelleÜberempfindlichkeit, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen 

    Tabelle 10 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2020b, 2022a, 2023a, 2023b, 2023c)

    4 Komponenten

    ImpfstoffAlter / GeschlechtSehr häufig (> 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000)Unbekannt / weitere mögliche Nebenwirkungen / Post-Marketing-Surveillance
    Boostrix Polio® (alle Hersteller)Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren (n=908)Schläfrigkeit, Rötung / Schwellung / Schmerzen an der Injektionsstelle

    Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Fieber

    > 39,0°C, ausgedehnte Schwellung der Impfextremität (manchmal auch angrenzende Gelenke) Blutung / Pruritus / Verhärtung an der Injektionsstelle

    Lymphadenopathie, Schlafstörungen, Apathie, trockener Rachen, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (z. B. Guillain-Barré-Syndrom)Allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen, hypoton-hyporesponsive Episoden, Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber), Urtikaria, Angioödem, Asthenie
    Personen im Alter von 10 bis 93 Jahren (n=955)Kopfschmerzen, Rötung / Schwellung / Schmerzen an der Injektionsstelle, MüdigkeitGastrointestinale Beschwerden (wie Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit), Fieber ≥ 37,5°C, Hämatom / Pruritus / Verhärtung / Wärme / Taubheit an der InjektionsstelleHerpes labialis, Lymphadenopathie, Appetitlosigkeit, Parästhesie, Schläfrigkeit, Schwindel, Pruritus, Arthralgie, Myalgie, ausgedehnte Schwellung an der Impfextremität (manchmal auch angrenzende Gelenke), Fieber > 39,0°C, Schüttelfrost, Schmerzen   
    Repevax® (alle Hersteller, Auffrisch-Impfstoff)Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren (n=390)Durchfall, Müdigkeit / Abgeschlagenheit, Fieber ≥ 37,5 °C, Schmerz / Schwellung / Rötung an der InjektionsstelleKopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Ausschlag, Arthralgie / Gelenkschwellung, Reizbarkeit, Dermatitis / Hämatom / Juckreiz an der Injektionsstelle   Lymphadenopathie, anaphylaktische Reaktionen, wie z. B. Urtikaria / Gesichtsödem / Atemnot, Krampfanfall, vasovagale Synkope, Guillain-Barré-Syndrom, Fazialisparese, Myelitis, Plexus-brachialis-Neuritis, vorübergehende Parästhesie / Hypästhesie der Extremität, in die geimpft wurde, Schwindel, Bauchschmerz, Schmerzen in der Impfextremität, Krankheitsgefühl (sehr häufig bei Jugendlichen und Erwachsenen), Blässe, starke Schwellung der Impfextremität, Verhärtung an der Injektionsstelle
    Jugendliche und Erwachsene (n=994)Kopfschmerz, Übelkeit, Arthralgie / Gelenkschwellung, Myalgie, Müdigkeit / Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Schmerz / Schwellung / Rötung an der InjektionsstelleDurchfall, Erbrechen, Fieber ≥ 38 °C   
    Tetravac® (derzeit nicht vermarket)Kleinkinder (n=2.800) Appetitlosigkeit, Nervosität (Reizbarkeit), Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit (Benommenheit), Durchfall, Erbrechen, Rötung / Verhärtung an der Injektionsstelle, Fieber ≥ 38 °Clang anhaltendes, unstillbares Schreien, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle ≥ 5 cm, Fieber ≥ 38 °CHohes Fieber ≥ 40 °C Anaphylaktische Reaktionen, Gesichtsödem, Quincke-Ödem, Krämpfe mit oder ohne Fieber, Synkopen, allergieähnliche Symptome wie verschiedene Arten von Ausschlag, Erythem und Urtikaria, Schmerzen an der Injektionsstelle, Reaktionen an der Injektionsstelle (> 5 cm) einschließlich starker Schwellungen an der Impfextremität (kann mit Erythem, Wärme, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen an der Injektionsstelle verbunden sein), hypoton-hyporesponsive Episoden (nach Gabe anderer Pertussis-Impfstoffe) Plexus brachialis-Neuritis / Guillain-Barré-Syndrom (nach Gabe von Tetanus-Toxoid)

    Tabelle 11 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2010, 2019a, 2022b)

    5 Komponenten

    ImpfstoffAlter / GeschlechtSehr häufig (> 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000)Unbekannt / weitere mögliche Nebenwirkungen / Post-Marketing-Surveillance
    Infanrix-IPV + HiB® (alle Hersteller)ab 2 MonatenAppetitlosigkeit, ungewöhnliches Schreien, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Schläfrigkeit, Fieber ≥ 38 °C, Schmerzen / Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle (bis 5 cm)Durchfall, Erbrechen, Verhärtung / Schwellung an der Injektionsstelle (über 5 cm),Infektion der oberen Atemwege, Lymphadenopathie, Urtikaria, Hautausschlag, diffuse Schwellung der Impfextremität (unter Einbeziehung des betroffenen Gelenks, Fieber > 39,5°C, MüdigkeitPruritus, Dermatitis anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen, Kollaps oder schockähnlicher Zustand (hypoton-hyporesponsive Episode), Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber), Apnoe bei Frühgeborenen (≤ 28. SSW), Angioödem, Schwellung an der gesamten Impfextremität, Bläschen an der Injektionsstelle
    Pentavac® (alle Hersteller)ab 2 MonatenAppetitlosigkeit (verminderte Nahrungsaufnahme), Nervosität (Reizbarkeit), ungewöhnliches Schreien, Schläfrigkeit (Benommenheit), Erbrechen, Fieber ≥ 38 °C, Rötung / Schwellung / Schmerz an der Injektionsstelle,Schlaflosigkeit (Schlafstörungen), Durchfall, Verhärtung an der Injektionsstellelang anhaltendes unstillbares Schreien, Fieber ≥ 39 °C, Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle (≥ 5 cm),hohes Fieber > 40 °C, ödematöse Reaktionen an unteren Gliedmaßen mit möglicher Zyanose, Rötung, transiente Purpura und heftigem Weinen anaphylaktische Reaktionen, Gesichtsödem, Quincke-Ödem oder Schock, Krampfanfälle mit oder ohne Fieber, Muskelhypotonien oder hypoton-hyporesponsive Episoden (HHE), Hautausschlag, Urtikaria, großflächige Reaktionen an der Injektionsstelle (> 5 cm) einschl. starker Schwellungen an der Impfextremität, die sich über die Gelenke ausdehnen (kann mit Erythem, Wärme, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen an der Injektionsstelle verbunden sein), Plexus-brachialis-Neuritis, Guillain-Barré-Syndrom, Apnoe bei Frühgeborenen (≤ 28. SSW)
    Pentaxim® keine AngabenAppetitlosigkeit (verminderte Nahrungsaufnahme), Nervosität (Reizbarkeit), ungewöhnliches Schreien, Schläfrigkeit (Benommenheit), Erbrechen, Fieber ≥ 38 °C, Rötung / Schwellung / Schmerz an der InjektionsstelleSchlaflosigkeit (Schlafstörungen), Durchfall, Verhärtung an der Injektionsstellelang anhaltendes, unstillbares Schreien, Fieber ≥ 39 °C, Rötung / Schwellung ≥ 5 cm an der Injektionsstellehohes Fieber > 40 °C, ödematöse Reaktion der unteren Gliedmaßen (nach Gabe von Hib-Konjugat-Impfstoffen – dabei treten innerhalb der ersten Stunden nach der Impfung Ödeme mit Zyanose, Rötung, transienter Purpura, und heftiges Schreien auf); alle Reaktionen bilden sich spontan und ohne Folgen innerhalb von 24 Stunden zurück anaphylaktische Reaktionen, Gesichtsödem, Quincke-Ödem oder Schock, Krampfanfälle mit oder ohne Fieber, Muskelhypotonien oder hypoton-hyporesponsive
    Episoden (HHE), Hautausschlag, Urtikaria, Reaktionen an der Injektionsstelle (> 5 cm) inkl. starker Schwellungen an der Impfextremität die sich über ein oder beide Gelenke ausdehnen (24 bis 72 Stunden nach Impfung verbunden mit Erythem, Wärme, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen ab der Injektionsstelle)

    Tabelle 12 (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, 2019b, 2021, 2024b)

    6 Komponenten

    ImpfstoffAlter / GeschlechtSehr häufig (> 1/10)Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)Sehr selten (< 1/10.000)Unbekannt / weitere mögliche Nebenwirkungen / Post-Marketing-Surveillance
    Hexacima®bis 24 Monate in klinischen Prüfungen untersuchtInappetenz, Weinen, Somnolenz, Erbrechen, Fieber ≥ 38,0 °C, Reizbarkeit, Schmerzen, Erythem und Schwellung an der Injektionsstelleanhaltendes Weinen (anormal), Diarrhö, Verhärtung an der Injektionsstelle, ≥ 39,6 °CÜberempfindlichkeitsreaktion, Fieber, Knötchen an der InjektionsstelleAnaphylaktische Reaktion, Konvulsionen mit oder ohne Fieber, Ausschlag, ausgeprägte Schwellung einer ExtremitätMuskelhypotonie oder hypotonisch- hyporesponsive Episoden (HHE)Brachial-Neuritis, Guillain-Barré-Syndrom, Periphere Neuropathie (Polyradikuloneuritis, Gesichtslähmung), Optikusneuritis, Demyelinisierung des Zentralnervensystems, Enzephalopathie, Enzephalitis, Apnoe bei Frühgeborenen (≤ 28. SSW), ödematöse Reaktionen an unteren Gliedmaßen mit möglicher Zyanose, Rötung, transiente Purpura und heftigem Weinen
    Hexyon®bis 24 Monate in klinischen Prüfungen untersuchtInappetenz, Weinen, Somnolenz, Erbrechen, Fieber ≥ 38,0 °C, Reizbarkeit, Schmerzen, Erythem und Schwellung an der Injektionsstelleanhaltendes Weinen (anomal), Diarrhö, Verhärtung an der Injektionsstelle, ≥ 39,6 °CÜberempfindlichkeitsreaktion, Fieber, Knötchen an der InjektionsstelleAnaphylaktische Reaktion, Konvulsionen mit oder ohne Fieber, Ausschlag, ausgeprägte Schwellung einer ExtremitätMuskelhypotonie oder hypotonisch- hyporesponsive Episoden (HHE)Brachial-Neuritis, Guillain-Barré-Syndrom, Periphere Neuropathie (Polyradikuloneuritis, Gesichtslähmung), Optikusneuritis, Demyelinisierung des Zentralnervensystems, Enzephalopathie, Enzephalitis, Apnoe bei Frühgeborenen (≤ 28. SSW), ödematöse Reaktionen an unteren Gliedmaßen mit möglicher Zyanose, Rötung, transiente Purpura und heftigem Weinen
    Infanrix hexa®ab 2 MonatenAppetitlosigkeit, ungewöhnliches Schreien, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Schläfrigkeit, Fieber ≥ 38 °C, Schmerzen / Rötung / Schwellung an der Injektionsstelle (bis 5 cm)Unruhe, Durchfall, Erbrechen, Fieber >39,5 °C, Verhärtung, Schwellung / an der Injektionsstelle (über 5 cm)Infektion der oberen Atemwege, Husten, Diffuse Schwellung der Impfextremität (manchmal unter Einbeziehung des angrenzenden Gelenks), MüdigkeitLymphadenopathie, Thrombozytopenie, anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen (einschl. Urtikaria), allergische Reaktionen (einschl. Pruritus), Kollaps oder schockähnlicher Zustand (hypoton-hyporesponsive Episode), Bronchitis, Apnoe bei Frühgeborenen (≤ 28. SSW), Hautausschlag, Angioödem, Schwellung der gesamten Impfextremität, Schwellung / Verhärtung / Bläschen an der InjektionsstelleKrampfanfälle (mit oder ohne Fieber), Dermatitis 
    Vaxelis®bis 15 Monate in klinischen Prüfungen untersuchtVerminderter Appetit, Somnolenz, Erbrechen, Weinen, Reizbarkeit, Erythem / Schmerz / Schwellung an der Injektionsstelle, FieberDiarrhö, Hämatom / Verhärtung / Knötchen an der InjektionsstelleRhinitis, Lymphadenopathie, Appetitsteigerung, Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit, Unruhe, erniedrigter Muskeltonus, Blässe, Husten, Abdominalschmerz, Ausschlag, Hyperhidrosis, Ausschlag / Wärme an der Injektionsstelle, ErmüdungÜberempfindlichkeit, anaphylaktische Reaktion, massive Schwellung an der geimpften Extremität Konvulsionen mit oder ohne Fieber, hypotonisch-hyporesponsive Episode (HHE), Apnoe bei Frühgeborenen (≤ 28. SSW)

    Tabelle 13 (European Medicines Agency, 2023a, 2023b, 2023c, 2024)

    Tabellen 8 bis 13: Nebenwirkungen nach Häufigkeiten der zugelassenen Mehrfach-Impfstoffe, die eine Komponente gegen Tetanus enthalten.

  • Die Empfehlungen

    • Die STIKO empfiehlt, Neugeborenen 3 Impfstoffdosen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib und Hepatitis B zu verabreichen.
    • Frühgeborene (Geburt vor der 37. SSW) sollen 4 Impfstoffdosen im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monate erhalten.
    • Zwischen der vorletzten und letzten Impfung soll ein Zeitraum von mindesten 6 Monaten liegen.
    • Auffrischungsimpfungen werden im Alter von 5 bis 6 Jahren, 9 bis 16 Jahren und dann folgend mit 10-jährigem Abstand empfohlen.
    • Erwachsene mit unklarem oder unvollständigem Impfschutz sollen eine Erstimmunisierung erhalten.
    • Nach dem Motto der STIKO „Jede Impfung zählt!“ gibt es grundsätzlich keine unzulässig großen Abstände zwischen den Impfungen, d. h. eine unvollständige Grundimmunisierung könne auch nach Jahren noch fortgesetzt werden. Wichtiger sei, dass der Mindestabstand zwischen den Impfungen eingehalten werde.

    Eine Übersicht zu den oben genannten Impfungen bietet der Impfkalender der STIKO.

    (Robert Koch-Institut, 2023)
     

    Kritik an den STIKO-Empfehlungen

    • In Deutschland ist eine Auffrischimpfung im Erwachsenenalter alle 10 Jahre empfohlen. Dies widerspricht allerdings sowohl der Empfehlung der WHO, die höchstens eine Auffrischung nach 30 Jahren empfiehlt, als auch mehreren Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass nach einer Grundimmunisierung im Kindesalter Auffrischungen im Erwachsenenalter keinen Nutzen haben (Hammarlund et al., 2016; Slifka et al., 2021).
  • Afshar, M., Raju, M., Ansell, D., & Bleck, T. P. (2011). Narrative review: Tetanus-a health threat after natural disasters in developing countries. Annals of Internal Medicine, 154(5), 329–335. https://doi.org/10.7326/0003-4819-154-5-201103010-00007

    Bae, C., & Bourget, D. (2022). Tetanus. In StatPearls. StatPearls Publishing. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK459217/

    Behrens, H., Ochmann, S., Dadonaite, B., & Roser, M. (2019). Tetanus. Our World in Data. https://ourworldindata.org/tetanus

    Bennett, J., Ma, C., Traverso, H., Agha, S. B., & Boring, J. (1999). Neonatal tetanus associated with topical umbilical ghee: Covert role of cow dung. International Journal of Epidemiology, 28(6), 1172–1175. https://doi.org/10.1093/ije/28.6.1172

    Blencowe, H., Lawn, J., Vandelaer, J., Roper, M., & Cousens, S. (2010). Tetanus toxoid immunization to reduce mortality from neonatal tetanus. International Journal of Epidemiology, 39(Suppl 1), i102–i109. https://doi.org/10.1093/ije/dyq027

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    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. (2016a, November 1). Td-IMMUN Fachinformation. DIMDI. https://portal.dimdi.de/amguifree/am/searchresult.xhtml?accessid=amis_off_am_ppv&directdisplay=true&gripsQuery=STATUS=CURRENT+AND+ENR=2603751

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. (2016b, November 1). Td-pur Fachinformation. DIMDI. https://portal.dimdi.de/amguifree/am/searchresult.xhtml?accessid=amis_off_am_ppv&directdisplay=true&gripsQuery=STATUS=CURRENT+AND+ENR=2602308

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. (2019a, Februar 1). Repevax Fachinformation. DIMDI. https://portal.dimdi.de/amguifree/am/searchresult.xhtml?accessid=amis_off_am_ppv&directdisplay=true&gripsQuery=STATUS=CURRENT+AND+ENR=2603818

    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. (2019b, Oktober 1). Infanrix-IPV + Hib Fachinformation. DIMDI. https://portal.dimdi.de/amguifree/am/searchresult.xhtml?accessid=amis_off_am_ppv&directdisplay=true&gripsQuery=STATUS=CURRENT+AND+ENR=2602391

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Stand: 10. Juli 2025
Nächste Aktualisierung: 23. Juni 2026
Erstveröffentlichung: 1. Juni 2023

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