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Interview: Gürtelrose-Impfung ist eine der reaktogensten Impfungen

Die Impfung gegen Gürtelrose zählt zu den Impfungen, die unter den klassischen Impfungen die meisten unerwünschten Reaktionen verursachen. In einem Radio-Interview gibt ÄFI-Vorstand Dr. Matthias Keilich einen Überblick über diese Impfung und berichtet aus eigenen Erfahrungen in seiner Praxis.

Für die Gürtelrose-Impfung wird derzeit verstärkt die Werbetrommel gerührt. Dabei gilt sie – abgesehen von den neuartigen modRNA-Impfungen gegen SARS-CoV-2 – als eine der reaktogensten Impfungen überhaupt: Sie zieht die meisten unerwünschten Nebenwirkungen unter allen klassischen Impfungen nach sich.

Wer als junger Mensch an Windpocken erkrankt ist oder die Windpocken-Impfung erhalten hat, kann im fortgeschrittenen Alter bei nachlassendem Immunsystem eine Gürtelrose entwickeln. In Deutschland steht für die Gürtelrose-Impfung mittlerweile nur noch ein Totimpfstoff zur Verfügung. Die Impfung erfolgt mit 2 Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten.

In einem Interview mit dem Radiosender Kontrafunk erläutert ÄFI-Vorstand Dr. med. Matthias Keilich die Gürtelrose-Impfung und berichtet auch aus seiner eigenen ärztlichen Praxis.

So hätten manche seiner Patienten die Impfung nach der ersten Dosis abgebrochen mit der Begründung, dass die Nebenwirkungen so schlimm gewesen seien, wie es eine Gürtelrose selbst wohl kaum sein könne. Bei rund einem Viertel aller Geimpften stellten sich Nebenwirkungen ein.

Manche Patienten berichteten auch, dass sie nach der ersten Dosis überhaupt erst eine Gürtelrose entwickelt hätten. Das könnte an dem kurzzeitig stark erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Gürtelrose nach Erhalt des Impfstoffes Shingrix® liegen.

Im kürzlich aktualisierten Fachbeitrag zu Gürtelrose haben die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) auf eine Beobachtungsstudie aufmerksam gemacht, die ein etwa 11-fach erhöhtes Risiko für eine Gürtelrose-Diagnose innerhalb von drei Wochen nach der ersten Impfdosis feststellte. Nach der zweiten Impfdosis war dieser Effekt nicht mehr feststellbar. Weitere Studien, insbesondere prospektive Kohortenstudien, sollten diese Beobachtung überprüfen.

Grundsätzlich lässt sich eine Gürtelrose gut behandeln. Je besser und stabiler das Immunsystem aufgestellt ist, desto geringer ist das Risiko für eine Gürtelrose-Erkrankung.

Das Interview mit Dr. Keilich (Dauer: ca. 14 Minuten) können Sie hier anhören.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag zu Gürtelrose

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