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COVID-19
(SARS-CoV-2)

Welche Altersgruppe ist durch COVID-19 am meisten gefährdet? Welche Risikofaktoren gibt es für die Erkrankung? Wie wirksam ist die Impfung tatsächlich? Ist ein Fremdschutz durch die Impfung möglich? Welche Impfnebenwirkungen treten am häufigsten auf? Für wen hat die STIKO eine Impf-Empfehlung ausgesprochen? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im nachfolgenden Fachbeitrag.

Vorbemerkung:

Die folgenden Ausführungen dienen der Information und ersetzen keinesfalls das ärztliche Beratungsgespräch. Hier werden Fakten präsentiert, die Eltern wie auch Ärztinnen und Ärzten in einem Aufklärungsgespräch helfen können. Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) übernimmt keine Garantie für Vollständigkeit, hat die hier verfügbaren Inhalte jedoch nach bestem Wissen und Gewissen am aktuellen Fach- und Sachstand zusammengetragen. Über die wissenschaftliche Arbeit des Vereins erfahren Sie hier mehr – eine Spende hilft uns dabei, die hohe Qualität unserer gemeinnützigen Informationsarbeit zu erhalten und zu verbessern. Der Fachbeitrag wird jährlich aktualisiert. Das dargelegte Wissen entspricht dem Kenntnisstand zum angegebenen Veröffentlichungs- bzw. Aktualisierungsdatum. Der Fachbeitrag findet sich unterhalb der Zusammenfassung („Auf einen Blick“) über die aufklappbaren grünen +-Elemente („Akkordeons“).

Auf einen Blick:

Infektions-geschehen

Ausrufung der Pandemie März 2020, Entkopplung von den Hospitalisierungsraten Anfang 2022 mit dem Auftreten der Omikron-Variante, Beendigung des WHO-Notstandes Mai 2023

Risikofaktoren

Vor allem das Alter, aber auch Vorerkrankungen, Mikronährstoffdefizienzen (Vitamin D, Zink und Kalzium), männliches Geschlecht, Rauchen, Schwangerschaft usw.

Todesfälle

Laut Infektionsepid. Jahrbüchern des Robert Koch-Institutes sind 2021 55.528, 2022 33.462 und 2023 8.385 Menschen in Deutschland ursächlich an COVID-19 gestorben

Impfstoff-technologie

Unter anderem neuartige modRNA-Impfstoffe mit unklarem bis negativem Nutzen-Risiko-Profil, Lipidnanopartikel als neuartiges Trägersystem-Adjuvans mit inflammatorischen Wirkungen

Schutzwirkung der Impfung

Eigenschutz, kein relevanter Fremdschutz; die längsten RCTs finden keinen statistisch positiven Einfluss der modRNA-Impfstoffe auf die Gesamtsterblichkeit; keine Herdenimmunität

Spezifische Effekte

Antikörperklassenwechsel (IgG4-Shift) und Antigenerbsünde beeinflussen langfristig die Wirksamkeit negativ

Impf-nebenwirkungen

Es gibt Sicherheitssignale, darunter Myokarditis, Perikarditis, akute disseminierte Enzephalomyelitis für die modRNA-Impfstoffe; insgesamt 21x höhere Verdachtsmeldungen als bei allen anderen Impfstoffen

Long-COVID & Post-Vac-Syndrom

Unklare Datenlage und uneinheitliche Definitionen, Long-COVID wahrscheinlich so häufig wie andere postvirale Erkrankungen auch, bisher keine eindeutigen biologischen Korrelate

STIKO-Empfehlung

Seit Juli 2026 sind Auffrischimpfungen nur noch für Personen ab 75 Jahren und Risikogruppen empfohlen; die Basis-Immunität für gesunde Erwachsene (drei Antigenkontakte, davon mindestens eine Impfung) entfällt

Stand: 22. Juli 2026

Fachbeitrag:

  • Erreger

    • Der Erreger von COVID-19 ist SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2), ursprünglich 2019-nCoV genannt.
    • SARS-CoV-2 zählt zu den Beta-Coronaviren, zu denen auch SARS-CoV und MERS-CoV gehören. Humane Coronaviren (HCoV), mit denen sich Menschen infizieren können und zu denen z. B. auch SARS-CoV-1 gehört, verursachen vor allem grippeähnliche Symptome, manchmal auch schwere Lungenentzündungen.
    • Ungewöhnlich an SARS-CoV-2 ist, dass es eine Furin-Spaltstelle aufweist – eine Aminosäuresequenz auf dem Spike-Protein, das von der Protease (ein Protein zerlegendes Enzym) Furin gespalten wird. Dies hat man bisher bei keinem anderen der engsten Verwandten von SARS-CoV-2 nachweisen können (auch nicht in den gesammelten Proben des von Wuhan ausgehenden Ausbruchs und dem weiteren Umfeld). Zusammen mit der Tatsache, dass die USA weltweit Gain-of-Function-Forschung (auch am Wuhan Institute of Virology, wo über SARS-Viren geforscht wird) finanziert haben (nach Informationen der eigenen Geheimdienste), um Viren zu verändern und gefährlicher zu machen und um mehr über ihre Eigenschaften herauszufinden, hat dies die Diskussionen über einen möglichen Laborursprung von SARS-CoV-2 weiter verschärft (Kekulé, 2025; Schmalz, 2026). Die Herkunft ist nicht abschließend geklärt – auch eine Übertragung von Tieren ist weiterhin denkbar.
    • Wie von einigen Forschern 2020 vermutet, besteht eine Kreuzreaktivität zwischen verschiedenen Coronaviren. Das haben Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf 2023 durch den Nachweis einer breiten T-Zell-Antwort des Immunsystems auf die RNA-abhängige RNA-Polymerase von SARS-CoV-2 in Blutproben von COVID-Patienten sowie von Probanden, die nie mit SARS-CoV-2 infiziert waren, bestätigt (Westphal et al., 2023).

    Abbildung 1: Elektronenmikroskopie von SARS-CoV-2. Ultradünnschnitt durch eine Verozelle mit Viruspartikeln auf der Oberfläche (Robert Koch-Institut, 2020).
     

    Infektionsmodus

    • Die Infektion wird häufig durch Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beim Atmen, Niesen, Husten, Sprechen und Singen entstehen.
    • Die sekundäre Befallsrate (SAR) liegt für Omikron bei etwa 30-40 % und damit vergleichbar zu anderen Atemwegsviren wie Influenza (Del Águila-Mejía et al., 2022; Lyngse et al., 2022).
    • Die Inkubationszeit wird dabei häufig auf etwa 6 Tage geschätzt (Del Águila-Mejía et al., 2022).
       

    Besorgniserregende Varianten (VOCs)

    • Seit dem ersten Auftreten von SARS-CoV-2 im Jahr 2019 (sogenannte „Wuhan-Variante“) sind verschiedene Virusvarianten aufgetreten. Die Gliederung in Virusvarianten basiert auf Veränderungen des Genoms, das im Vergleich zur vorherigen Variante zu veränderten Eigenschaften des Virus führt – z. B. kann die Übertragbarkeit höher oder geringer sein, oder der Krankheitsverlauf schwerer bzw. leichter. Es kann aber auch zu unbemerkten Veränderungen kommen, die keinen oder nur geringen Einfluss auf die Viruseigenschaften und das Infektionsgeschehen haben.
    • Sobald Veränderungen beobachtet werden, wird eingeschätzt, ob es sich um besorgniserregende Veränderungen handelt (z. B. Veränderungen der Immunkontrolle, Virulenz, Nachweisbarkeit oder höhere Übertragbarkeit). Werden die Veränderungen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft, wird die Variante als „variant of concern“ (VOC), also besorgniserregende Variante weiter beobachtet. VOC entstehen meistens durch Veränderungen des Spike-Proteins, da dies die Hauptbindungsstelle des Virus an die menschliche Wirtszelle ist.
    • Ist unklar, welchen Einfluss die Veränderungen auf das Infektionsgeschehen haben, wird die Variante als „variant of interest“ (VOI) weiter beobachtet.
    VarianteNameEntdeckungsortZirkulationEigenschaften
    B.1.1.7AlphaGroßbritannienseit Dez. 202050 % übertragbarer als Wuhan-Variante, leicht erhöhte Mortalität
    B.1.351BetaSüdafrikaseit Okt. 2020Stärkere Bindung an ACE-2-Rezeptor führt zu schlechterer Neutralisierung des Virus durch Genesene, ggf. höhere Übertragbarkeit; entzieht sich am stärksten der immunisierenden Wirkung der Impfungen
    B.1.1.28GammaBrasilien ggf. höhere Übertragbarkeit, Wirksamkeit des Impfstoffs ähnlich wie bei Alpha
    B.1.617.2DeltaIndienseit Mai 2021Erhöhte Übertragbarkeit und Hospitalisierung, reduzierte Wirksamkeit der Impfung
    B.1.429EpsilonUSAseit Juli 2020ggf. erhöhte Übertragbarkeit und Immunflucht
    B.1.525EtaGroßbritannien / Nigeriaseit Dez. 2020ggf. schlechtere Immunantwort und Wirksamkeit der Impfstoffe
    B.1.1.529OmikronSüdafrikaseit Nov. 2021Erhöhte Übertragbarkeit, ggf. erhöhte Anzahl Reinfektionen, ggf. schlechtere Wirkung der Impfstoffe, ggf. schlechtere Behandlungsergebnisse mit monoklonalen Antikörpern
    BA.2, BA.4, BA.5, BQ1.1, XBB.1, EG.5, BA.2.86, JN.1 usw.Omikron Sublinien & RekombinantenverschiedenBA.2 seit Januar 2022Vergleichbar mit Omikron, aber wahrscheinlich Übertragungsvorteil und deutlichere Immunflucht

    Tabelle 1: Überblick über besorgniserregende Varianten (VOCs) von SARS-CoV-2 sowie Omikron Sublinien und Rekombinanten. Omikron-Rekombinanten sind neugebildete Subtypen (z. B. ist XBB.1 aus BJ.1 und BA.2.75 entstanden). Bisher sind alle zirkulierenden Omikron-Sublinien & -Rekombinanten vergleichbar. Eigene Darstellung.
     

    Infektionsverlauf

    • Das Krankheitsbild hat sich im Lauf der Pandemie mit der Variantenvielfalt gewandelt. Waren es anfänglich weniger, dafür aber oft schwerer erkrankte Menschen, gab es gegen Ende eher mehr symptomatisch erkrankte Menschen mit insgesamt milderen Verläufen.
    • „Mit dem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf immer weiter zu” (s. auch Infektionssterblichkeit). Für die Ansteckungsfähigkeit ist dies nicht abschließend geklärt, hohes Alter wird jedoch als unabhängiger Risikofaktor für die längere Ausscheidung von SARS-CoV-2-RNA angesehen (Pezzullo et al., 2023).
    • Die Ansteckungsfähigkeit bei einem leichten bis mittelschwerem Verlauf wird auf etwa 10 Tage geschätzt. Bei schweren Verläufen kann sie länger andauern.
    • Der Krankheitsverlauf kann von asymptomatisch bis schwer und sogar tödlich variieren. Der gepoolte Anteil asymptomatischer COVID-19-Verläufe wird auf 32,4 bzw. 40,5 % unter Omikron geschätzt (Ma et al., 2021; Shang et al., 2022). Dabei weisen Kinder- und Jugendliche einen höheren Anteil an asymptomatischen Infektionen auf (Yu et al., 2022).
    • In den meisten Fällen kommt es zu grippeähnlichen Symptomen (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2022).
    • Die Inkubationszeit wird häufig auf etwa 6 Tage geschätzt (Del Águila-Mejía et al., 2022).
    • Die häufigsten Symptome sind Husten, Schnupfen, Fieber, Geruchs- und Geschmacksverlust.
    • Weitere Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, Atemnot, Übelkeit, Durchfall und Schwellung der Lymphknoten.
       

    Komplikationen

    Die folgenden Komplikationen können zusätzlich zu oder nach schweren Verläufen auftreten:

    Kardiovaskuläre Erkrankungen 

    z. B. Myokarditis, Perikarditis, Herzrhythmusstörungen, Myokardschädigungen u. Ä.

    • Biomarker von kardiovaskulären Erkrankungen, die mit COVID-19 in Verbindung stehen und die Sterblichkeit prognostizieren können, sind die D-Dimere, die CK-MB, das Troponin T und I sowie das IL-6 (Shoar et al., 2020).
    • Ein systematisches Review mit Meta-Analyse kommt zu dem Schluss, dass Myokarditis und Herzrhythmusstörungen die häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen bei COVID-19-Patienten sind. Die Inzidenz von Myokardverletzungen und Herzversagen sei bei Nicht-Überlebenden höher als bei Überlebenden (Zhao et al., 2021).
    • Ein kollaboratives systematisches Review von Almamlouk et al. (2022) diskutiert demgegenüber Auswahl- und Berichtsverzerrungen bezüglich Autopsie- und Bildgebungsstudien zur Bestimmung der Prävalenz von Myokarditis durch COVID-19. Die meisten Studien gaben nicht an, welche Definition genutzt wurde. Die Autoren folgern insgesamt eine geringere Inzidenz als in der allgemeinen Literatur angeführt (Almamlouk et al., 2022).
    • In einer israelischen retrospektiven Kohortenstudie mit fast 200.000 Erwachsenen und einer fast 600.000 Erwachsene umfassenden Kontrollkohorte wurde festgestellt, dass bei ungeimpften Patienten, die sich von einer COVID-19-Infektion erholen, keine erhöhte Inzidenz an Myokarditis und Perikarditis beobachtet werden kann. Es wurden nur Diagnosen zehn Tage nach einem positiven SARS-CoV-2-Testergebnis einbezogen und eine limitierte Anzahl an Diagnosecodes verwendet (Tuvali et al., 2022).

    Zur Diskussion über die Häufigkeit von kardiovaskulären Komplikationen nach Infektion im Vergleich zur Impfung findet sich mehr unter „COVID-19: Die Impfung“.

    Thrombosen

    • Durch eine vermehrte Blutgerinnung bis hin zur Blutgerinnungsstörung kann es zu Thrombosen kommen (Zuin et al., 2021).
    • Die Prävalenz von venösen thromboembolischen Ereignissen (VTE) bei Patienten mit einem schweren COVID-19-Verlauf, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, wird in einem systematischem Review mit Meta-Analyse mit 20,7 % angegeben. VTE traten besonders häufig bei mechanisch beatmeten Patienten auf, jenen Patienten, die auf die Intensivstation aufgenommen werden mussten, und Patienten mit einem niedrigen PaO2/FiO2-Verhältnis (P/F-Verhältnis). Chronische Begleiterkrankungen wie kardiovaskuläre Erkrankungen oder Herzversagen erhöhten das Risiko jedoch nicht. Marker für das Auftreten von VTE sind: eine höhere Leukozytenzahl und höhere Werte von D-Dimer, C-reaktivem Protein und Procalcitonin (Agarwal et al., 2022).
    • Ein systematisches Review mit Meta-Analyse gibt die Gesamthäufigkeit für ambulante und poststationäre Patienten mit venösen Thromboseereignissen nach COVID-19-Infektion mit 0,8 % (0,28 bzw. 1,16 %) an. Für arterielle Thromboseereignisse lag dieser Wert bei 0,75 % (0,23 bzw. 1,45 %). Die Autoren folgern, dass es ein geringes Risiko für venöse und arterielle Thrombosen bei COVID-19-Patienten außerhalb des Krankenhauses gibt und daher hier wahrscheinlich keine universelle Thromboseprophylaxe notwendig sei (Mansory et al., 2022).

    Nierenversagen

    • Die Entwicklung einer akuten Nierenschädigung bzw. eines -versagens (ANV) im Rahmen eines schweren COVID-19-Verlaufs verschlechtert die Prognose des Patienten erheblich. Meist entsteht ANV durch systemische Immunreaktionen wie die Immunthrombose oder durch einen zytopathischen Effekt bei älteren Menschen mit Komorbiditäten (Chebotareva et al., 2021).
    • In einem systematischen Review mit Meta-Analyse mit 29 inkludierten Studien und 15.017 bestätigten und hospitalisierten COVID-19-Fällen wird die Gesamtprävalenz von ANV auf 11,6 % geschätzt. ANV wird direkt mit der Schwere der COVID-19-Erkrankung in Verbindung gebracht (Singh et al., 2022). Ein weiteres systematisches Review mit Meta-Analyse kommt mit 10,08 % auf ein ähnliches Ergebnis (Nasiri et al., 2021).
    • Die häufigsten Komorbiditäten für ANV bei COVID-19-Patienten sind Diabetes, Bluthochdruck und Hyperlipidämie (Sabaghian et al., 2022).

    Hyperinflammationssyndrom

    • Bisher wurden uneinheitliche Kriterien zur Definition verwendet, meist wurde das Syndrom als schwere Entzündung mit Zytokin-Sturm verstanden und war vor allem in den ersten drei Wellen (Wuhan-Typ, Alpha- und Delta-Variante) eine Komplikation mit Hinweis auf einen nachfolgend schweren Verlauf mit intensivmedizinischer Behandlung. Häufig wurden entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung gegeben, die bei Hyperinflammationssyndrom infolge von COVID-19 jedoch weniger wirksam waren (Hasan et al., 2022).
    • Das Hyperinflammationssyndrom trug entscheidend zur Schwere der Erkrankung und zur Sterblichkeit bei COVID-19 bei.Als Ursache wurde das dysregulierte angeborene Immunsystem des Wirts angenommen (Gustine & Jones, 2021).
    • Folgen waren Gewebeschäden, akutes Atemnotsyndrom (ARDS) und Multiorganversagen (Tan et al., 2021).
    • Die Häufigkeit des durch COVID-19 ausgelösten Hyperinflammationssyndroms war letztlich nicht genau bekannt (Feldt et al., 2020).

    Long-Covid und Post-Covid

    Folgende Tabelle bietet einen kleinen Ausschnitt über die Literatur hinsichtlich Häufigkeit und möglicher Symptome, die als Long-Covid und Post-Covid bezeichnet werden:

    Autor/InstitutionPublikationErgebnisse
    National Institute for Health and Care Excellence (2021)StatementLong-Covid wurde definiert als „Anzeichen und Symptome, die während/nach der COVID-19-Infektion auftreten und länger als 4 Wochen andauern und nicht durch eine andere Diagnose erklärt werden können“. Bei einem Zeitraum, der länger als 12 Wochen andauert, solle dann vom Post-COVID-Syndrom gesprochen werden. Forscher kritisierten diese Definition jedoch für die „obskuren Ausschlusskriterien“ (Akbarialiabad et al., 2021).
    Akbarialiabad et al. (2021)Systematisches Scoping ReviewAls häufigste Symptome wurden Müdigkeit, Atemnot, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen und Brustschmerzen genannt.
    Lopez-Leon et al. (2021)Systematisches Review & Meta-AnalyseAls häufigste Symptome wurden Müdigkeit (58 %), Kopfschmerzen (44 %), Aufmerksamkeitsstörungen (27 %), Haarausfall (25 %) und Kurzatmigkeit bzw. Atemnot (24 %) genannt.
    Han et al. (2022)Systematisches Review & Meta-Analyse (12 Monate Follow-up-Studien, 8.591 Teilnehmer)Geringere Prävalenzen im Vergleich zu vorherigen Studien: Müdigkeit/Schwäche (28 %), Atemnot (18 %), Arthromyalgie (26 %), Depression (23 %), Angstzustände (22 %), Gedächtnisverlust (19 %), Konzentrationsstörungen (18 %) und Schlaflosigkeit (12 %). Insbesondere Frauen und Patienten mit einem schweren Verlauf sind laut der Studie anfällig.
    AOK (2023)Real-World-Daten (2,3 Millionen Versicherte)Schwere und Häufigkeit von Long- bzw. Post-Covid nahm ab. Nach der Delta-Variante litten etwa 2,5 % der Infizierten unter Folgeerscheinungen, während es unter Omikron nur noch 1,1 % waren. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit betrug dabei 43,2 bzw. 30,9 Tage.
    Reme et al. (2023)Registerstudie (Norwegen), Daten von 214.667 PersonenAuch eine milde Infektion konnte laut der Studie zu Long-Covid führen, allerdings wesentlich seltener. Das Risiko ist höher, wenn vor der Infektion psychische (OR = 2,12, 95% CI 1,84–2,44), respiratorische (OR = 2,03, 95% CI 1,78–2,32) oder allgemeine und nicht spezifizierte Gesundheitsprobleme (OR = 1,78, 95% CI 1,52–2,09) diagnostiziert wurden. Bei 908 (0,42 %) Personen wurde Long-Covid festgestellt. Auch hier bestätigte sich: Frauen und Personen, die mit der Wuhan-Variante infiziert wurden, waren anfälliger.
    Selvakumar et al. (2023)Kohortenstudie (382 SARS-CoV-2-positive Teilnehmer und eine Kontrollgruppe von 85 SARS-CoV-2-negativen Personen im Alter von12 bis 25 Jahren, Nachuntersuchung nach 6 Monaten)Ähnliche Häufigkeit an Post-Covid-Symptomen: 48,5 % (SARS-CoV-2-positiv) bzw. 47,1 % (Kontrollgruppe). Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen war Post-Covid dementsprechend nicht mit einer SARS-CoV-2-Infektion assoziiert. Die Ausprägung von Symptomen war vor allem von Einsamkeit bzw. psychosozialen Faktoren sowie körperlicher Arbeit abhängig. Das wirft laut den Autoren Fragen zur Falldefinition der WHO auf und zu Ergebnissen von Meta-Analysen, die Post-Covid auf eine Häufigkeit von 32-62 % schätzen.
    Magnusson et al. (2023)Kohortenstudie (2,3 Millionen Teilnehmer im Alter von 18-70, davon 75.979 SARS-CoV-2 positiv)Long-Covid wurde nur geringfügig mehr in der Gruppe mit COVID-19-Infektion beobachtet als in der Gruppe ohne COVID-19-Infektion.
    Brown et al. (2023)Kohortenstudie zum Vergleich anhaltender Symptome nach COVID-19 (2.195 Teilnehmer) & Influenza (951 Teilnehmer)Die statistische Auswertung ergab keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen in Hinsicht auf die Häufigkeit anhaltender Symptome (21,4 % vs. 23 %) oder mäßige bis schwere Funktionseinschränkungen (4,1 % vs. 4,4 %). Bei der weiteren Erforschung von Long-COVID empfehlen die Autoren die Nutzung geeigneter Vergleichsgruppen, da diese in bisherigen Studien oft fehlten.
    Vivaldi et al. (2023)COVIDENCE UK, prospektive Kohortenstudie mit 10.171 Teilnehmern, davon 1.311 mit SARS-CoV-2 infiziertLong-Covid & Post-Covid traten nach COVID-19 nicht häufiger auf als postvirale Syndrome nach anderen Atemwegserkrankungen.
    Kandemir et al. (2024)Retrospektive Querschnittstudie mit 99 auf COVID-19 PCR-positiv-getesteten Schwangeren und einer Kontrollgruppe aus 99 SchwangerenLong-Covid kommt laut der Studie unter Schwangeren nicht häufiger vor als in der generellen Bevölkerung (die Studie zeigt aber einmal mehr auf, dass nur ein einziges Symptom wie Erschöpfung aufzuweisen keine geeignete Definition der Erkrankung darstellt).
    Franco et al. (2024)Systematisches Review mit Meta-Analyse zu kontrollierten Studien über Post-Covid und dessen Einfluss auf Gesundheitsergebnisse bei Erwachsenen (63 kontrollierte Kohortenstudien, 96 Millionen Teilnehmer)Nach 6 bis 24 Monaten geringfügige Verringerung der Lebensqualität bei Post-Covid-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe, außerdem erhöhtes Risiko für anhaltende Symptome und die Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen. Die Ergebnisse wurden jedoch in der Regel nicht nach Schweregrad der Erkrankung stratifiziert und es war eine sehr hohe Heterogenität bei allen gemessenen Endpunkten feststellbar.
    Gutfreund et al. (2024)Effektivität der COVID-19-Impfung zur Verhinderung von Post-Covid bei Kindern und Erwachsenen (8 Studien mit 23.995 Teilnehmern)Die gepoolte Prävalenz von Post-Covid lag mit 21,3 % unter den Ungeimpften und 20,3 % unter den mindestens einmal Geimpften ähnlich hoch. Daraus folgern die Autoren, dass die Impfung keinen Schutzeffekt aufweist – verfügbare Beobachtungsstudien weisen jedoch Verzerrungsrisiken auf, randomisierte kontrollierte Studien fehlen dazu.
    Chow et al. (2024)Effekt der Impfung vor und nach einer COVID-19-Erkrankung auf die Entwicklung von Long-Covid (25 Beobachtungsstudien mit 14.128.260 Teilnehmern, keine randomisierten, kontrollierten Studien)Gemischte Ergebnisse: Eine Impfdosis vor der Erkrankung hatte keinen Effekt, drei Impfdosen vor der Erkrankung und zwei Dosen nach der Erkrankung waren statistisch insignifikant, zwei Dosen vor der Erkrankung sowie eine Dosis nach der Erkrankung waren jeweils mit einer niedrigeren Prävalenz an Long-Covid verbunden (24 bzw. 15 %). Die Qualität der Evidenz war nach GRADE insgesamt niedrig, die Heterogenität der einbezogenen Studien hoch. Der Einfluss des Zeitpunktes der Impfung und des jeweiligen Impfstoffes ist ungeklärt.
    Rothensteiner et al. (2024)Review (mit Kriterien einer systematischen Literatursuche)„Da es derzeit kein pathophysiologisches Korrelat für Long COVID und keinen diagnostischen Test gibt, stützt sich die Diagnose von Long COVID allein auf etwas vage Definitionen […] Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Prävalenz von Long COVID bei Kindern und Jugendlichen sowie das Spektrum der mit der Erkrankung verbundenen Symptome und die Risikofaktoren, die für ihre Entwicklung prädisponieren, trotz einer Vielzahl von Studien, die sich mit diesen Aspekten befassen, weiterhin unklar sind“ (Übersetzung des Verfassers).

    Tabelle 2: Literatur zu Symptomen und Prävalenz von Long-Covid bzw. Post-Covid. Weiterführende Informationen zu Diagnostik und Therapie erhalten Sie im Arbeitspapier von ÄFI: „Strategien zur Diagnostik und Therapie von Long-COVID und Post-Vac-Syndrom“. Bitte lesen Sie dazu hier weiter.

    Außerdem erwähnenswert:

    • Erbguth, Frank & Kleinschnitz kritisieren in einem Artikel im Ärzteblatt, dass es hinderlich sei, Long-COVID rein biologisch auffassen zu wollen. Seit der Einführung der Medizintheorie des biopsychosozialen Modells sei zunehmend verstanden worden, dass jede Erkrankung psychosoziale Implikationen hat. Den Einfluss psychosozialer Faktoren bei Long-COVID abzulehnen (etwa den Einfluss der Psychosomatik), führe zu einer reduktionistischen Sichtweise, die bei der weiteren Erforschung der Erkrankung und geeigneten Therapiemöglichkeiten hinderlich sei (Erbguth et al., 2023).
    • Medial wird immer wieder von Personen berichtet, die auf eigene Kosten eine Blutwäsche (Plasmapharese) nach Long-Covid-Erkrankung (oder auch Post-Vac-Syndrom) haben durchführen lassen. Ziel einer solchen Behandlung ist häufig, „Mikro-Blutgerinnsel“ zu entfernen, indem das Blut aus dem Körper entnommen und die Plasmakomponente des Blutes durch eine Maschine gefiltert wird. In einem hochwertigen Cochrane-Review zu diesem Thema wurde die vorhandene Evidenz ausgiebig geprüft. Die Autoren konstatieren zum einen, dass amyloide Fibrin(ogen)partikel der angemessenere Begriff als „Mikro-Blutgerinnsel“ ist (da es sich nicht um Gerinnsel handelt). Zum anderen, dass keine Plasmapharese bei Long-Covid außerhalb von RCTs durchgeführt werden sollte, da bisher keine Evidenz zu dieser Therapie vorliegt. Bisher ist auch noch nicht bewiesen, ob Amyloid‐Fibrin(ogen)‐Partikel überhaupt zur Entstehung der Erkrankung beitragen (Fox et al., 2023).
       

    COVID-19 bei Kindern

    In der ambulanten Pädiatrie ist COVID-19 grundsätzlich sehr selten. Spätestens seit der Co-Ki-Studie von 2021 ist klar: Kinder haben weder ein besonderes Risiko an COVID-19 zu erkranken noch stellen sie eine relevante Infektionsquelle dar (Schwarz et al., 2021). Während der COVID-19-Pandemie kam es jedoch immer wieder zu Diskussionen über die Rolle von Kindern und Jugendlichen (sowie KiTas und Schulen) als Infektionsquelle.

    • Eine 2021 veröffentlichte und medial stark hervorgehobene Studie hatte eine ähnliche Viruslast bei Kindern und Erwachsenen gemessen und daraus gefolgert, dass Kinder so ansteckend wie Erwachsene seien könnten (Jones et al., 2021).
    • Eine 2022 veröffentlichte retrospektive Querschnitts-Kohortenstudie zeigte jedoch ein ganz anderes Ergebnis auf: dass die virale Last mit dem Alter zunimmt (Euser et al., 2022).
    • Eine 2023 veröffentlichte Studie, die einen sogenannten Resp-Aer-Meter zur Messung der Aerosol-Konzentration genutzt hat, fand schließlich heraus, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich weniger Aerosol-Teilchen ausscheiden als Erwachsene. Außerdem gab es in der Studie keinen einzigen Superspreader unter Kindern und Jugendlichen – also Menschen, die 5000 Teilchen pro Liter ausatmen und damit viele andere Personen infizieren (Schuchmann et al., 2023).

    Bei Kindern sollte außerdem zwischen zwei Gruppen differenziert werden:

    Ungeborene und Neugeborene

    • häufigeres Auftreten von Präeklampsie und Frühgeburtlichkeit im Zusammenhang mit zusätzlich anderen medizinischen Einflüssen
    • Kinder von Schwangeren mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion sind nicht wesentlich gesünder oder ungesünder
    • Keine erhöhte Mortalität der Mütter

    (Klein-)Kinder

    • Die Studienlage ist laut RKI in der Summe inkonsistent
    • Risikofaktoren sind Alter < 1 Monat, Vorerkrankungen und Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege
    • Mögliche Komplikation im Kindesalter: PIMS
    • COVID-19 hatte insgesamt keinen Einfluss auf die Mortalität in der Altersgruppe der unter 5-Jährigen (Takefuji, 2023).
    • Die Datenlage zu Long-Covid/Post-Covid liefert im Kindesalter keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer Infektion und Post-Covid-Symptomen (Hirt et al., 2022; Stephenson et al., 2022; Dun-Dery, 2023; Rothensteiner et al., 2024).
       

    Therapie

    Ambulante Behandlung

    • Die in der Frühphase einzusetzende Budesonid-Inhalation hatte in England zu sehr guten Ergebnissen im Vermeiden von Hospitalisierungsnotwendigkeit geführt (Ramakrishnan et al., 2021). Dies hatte wohl auch alle DEGAM-Leitlinien-Mitglieder überzeugt: Insgesamt stimmten sie zu 100 Prozent für diese Therapie bei beginnender Atemnot zur ambulanten Therapie, auch um die Ressourcen in den Kliniken zu schonen und die Belüftungsstörungen der Lungen bei den PatientInnen zu reduzieren. Die restlichen Gesellschaften waren sich bei einer Enthaltung nicht einig (4 dafür und 5 dagegen). Mit diesem Abstimmungsergebnis wurde diese Therapie dann nicht in die Empfehlungen der S2e-Leitlinie aufgenommen (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. et al., 2023).
    • Das viel diskutierte Vitamin D3 soll nach Dafürhalten der 16 stimmberechtigten Mitgliedschaften der AWMF-Leitlinie weder akut noch chronisch zur Therapie eingesetzt werden. Es hätten sich in den in der Leitlinie zitierten Studien keine Vor-, aber auch keine Nachteile unter der ergänzenden Therapie mit Vitamin D3 ergeben. Bei nachgewiesenem Mangel oder bei hochaltrigen PatientInnen in Alten- und Pflegeheimen sei eine Substitutionstherapie mit 1000-2000IE täglich jedoch überlegenswert und sinnvoll zu ergänzen (Corona Mediziner Allianz, 2023; Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. et al., 2023).
    • Unterstützende Maßnahmen in der Rekonvaleszenzphase stellen neben allgemeiner Ruhe auch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und frische Luft zur Aufrechterhaltung des Herz-Kreislaufsystems und leichte Bewegung, wenn wieder möglich, dar. Auf eine sportliche Betätigung sollte noch bis zu 2-3 Wochen nach Infektion verzichtet werden.
    • Eine Behandlung von Koinfektionen hat in jeder Stufe eine Relevanz und sollte zielgerichtet erfolgen (z. B. antibiotische Begleittherapie bei Superinfektionen, Behandlung von Pilzinfektionen).

    Stationäre Behandlung

    • Angepasst an den Verlauf und die Schwere der Erkrankung werden in einem Stufenschema unter anderem mit zunehmender Schwere des Verlaufs der Erkrankung durchgeführt: Allgemein immunsuppressive Therapie mit hochdosierten Kortison-Gaben, blutverdünnende Therapie mit hochdosierter nieder-molekularer Heparinisierung bei D-Dimererhöhung, Aufrechterhaltung der SpO2-Sättigung durch eine adäquate Sauerstoffzufuhr und ECMO-Behandlung. Laut Köhler & Voshaar (2021) hat der falsche Einsatz von invasiver Beatmung die Sterblichkeit bei COVID-19-Patienten stark erhöht (Prof. Dr. Thomas Voshaar ist Präsident des Verbandes Pneumologischer Kliniken e. V. und mehr als 30 Jahre Chefarzt der Lungenklinik am Moerser Bethanien-Krankenhaus gewesen).
    • Die Gabe von monoklonalen Antikörpern wie SotrovImab oder deren Vorgängern in der Frühphase der Erkrankung hatte bei den ursprünglichen Varianten einen ansprechenden Erfolg bei schweren Verläufen, ist aber ausdrücklich nicht mehr zu empfehlen, da die Übereinstimmung mit der BA.4 und BA.5 – und vor allem bei Omikron-Rekombinanten wie XBB.1 – gegen Null geht (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. et al., 2023).
    • Antivirale Arzneimittel wie beispielsweise Remdesivir sind schon durch ihre Applikationsform (i. v. Gabe über eine Stunde) hausärztlich nur schwer durchführbar und auch im stationären Setting (nur in spezialisierten Einheiten empfohlen) durch eine enggestellte Indikation nur bestimmten Personengruppen (Schwere des Verlaufes, innerhalb der ersten sieben Tage) vorbehalten und somit nur selten wirklich zum Einsatz gekommen. Der Nutzen sei bei alledem nicht sicher geklärt (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. et al., 2023).
    • Zu einem ähnlichen Beschluss kommt die Kommission bei Molnupiravir. Hier soll zudem über den Ausschluss einer Schwangerschaft und vor allem hinsichtlich der Teratogenotoxizität dieser Arznei aufgeklärt werden.
    • Andere Arzneien finden keinen direkten Widerhall in der Empfehlungsgüte der AWMF-Leitlinien-Experten.
       

    Prognose

    • Die gemittelte Infektionssterblichkeit (IFR) wurde laut einem 2022 veröffentlichten systematischen Review mit Meta-Analyse unter Mitwirkung von John P. A. Ioannidis mit 0,0003 % für 0-19 Jahre, 0,002 % für 20-29 Jahre, 0,011 % für 30-39 Jahre, 0,035 % für 40-49 Jahre, 0,123 % für 50-59 Jahre und 0,506 % bei 60-69 Jahre alten Menschen berechnet. Der Median der IFR für 0-59 Jahre betrug demnach 0,034 %, für 0-69 Jahre 0,095 %. Damit steigt die Infektionssterblichkeit etwa alle zehn Lebensjahre um das Vierfache. Die großen Unterschiede einzelner Länder führen die Autoren auf Komorbiditäten und andere Faktoren zurück (Pezzullo et al., 2023). 
    • Eine 2025 veröffentlichte Analyse zur Fallsterblichkeit in Österreich kommt auf eine Gesamt-IFR von 0,16 % und ähnliche Werte für die Altersgruppen 0-69 Jahre. Primär der ältere Teil der Bevölkerung (85+ Jahre), der zu Beginn der Pandemie in Pflegeheimen untergebracht war, wies eine hohe Infektionssterblichkeit auf (Riedmann et al., 2025).
    • Erste Schätzungen der IFR in Deutschland wurden durch die Case-Cluster-Studie in der Gemeinde Heinsberg im Mai 2020 möglich. Das Forscherteam um Streeck et al. stellte eine hohe Dunkelziffer an Infizierten fest und kam so auf eine altersstandardisierte IFR von 0,35 % für die ursprüngliche Wuhan-Variante (Streeck et al., 2020).
    • Das RKI gibt bezüglich der Fallsterblichkeit (CFR) an, dass das Risiko, zu versterben, mit dem Alter ansteigt und bei Menschen über 80 Jahren (10-30 % Letalität) am höchsten ist, während es bei den Jüngsten nahezu 0 % beträgt. Insgesamt seien etwa 1,8 % der an der Infektion Erkrankten verstorben. Eine Meta-Analyse zur globalen CFR vom Juli 2021 kommt bei der generellen Bevölkerung auf einen geringeren Wert von 1 % (Alimohamadi et al., 2021). Durch die reduzierte Pathogenität der Omikron-Variante ist noch einmal von einer geringeren CFR auszugehen (Kim et al., 2023).
    • Ein Problem, das alle Prognose-Studien aufweisen, ist, dass nicht zwischen an und mit COVID-19-Verstorbenen unterschieden wird (dieses Problem der fehlenden Differenzierung erstreckt sich aber bspw. auch auf Studien zur Impfstoffeffektivität). Eine Studie unter Mitwirkung von John P. A. Ioannidis und Hendrick Streeck kann dafür auch direkte Belege liefern: Die Prüfung von Totenscheinen in einer Gemeinde mit einem Superspreader-Event ergab, dass die Zahl der von den nationalen Behörden angegebenen COVID-19-bedingten Todesfälle um etwa 25 % höher liegen dürfte als die tatsächlich kausalen COVID-19-Todesfälle, da diese nicht den Definitionen der WHO genügten (Richter et al., 2023). Eine weitere prospektive Studie in sieben griechischen Krankenhäusern hat sich ebenfalls mit dem Thema „an“ und „mit“ COVID-19 verstorbene Patienten beschäftigt, aber spezifisch zur Omikron-Zeit. Die Forscher konnten feststellen, dass 45,3 % der insgesamt 530 Todesfälle, die als COVID-19-Todesfälle klassifiziert waren, nicht durch COVID-19 bedingt, also keine „echten COVID-19-Todesfälle“ waren. Dass die Fehldiagnosen so viel höher sind als die von Richter et al. (2023) festgestellten, führen die Forscher unter anderem auch darauf zurück, dass sie sich nicht ausschließlich auf Sterbeurkunden gestützt haben, sondern auch auf Daten, die von Fachärzten aus den Krankenakten extrahiert wurden, sowie die Meinung des behandelnden Arztes (Basoulis et al., 2025).

    Risikofaktoren sind

    • Höheres Alter
    • Geschlecht männlich
    • Schwangerschaft
    • Trisomie 21
    • Vorerkrankungen (Herz-Kreislaufsystem, Lungenerkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, neurologische und psychiatrische Erkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas, Krebs, geschwächtes Immunsystem, D-Dimer-Werte über 3,17 µg/mL (für thrombotische Ereignisse)) (Gabbai-Armelin et al., 2021)
    • Rauchen (wobei die Evidenz hierzu widersprüchlich ist: epidemiologische Studien ergeben eine verringerte Anfälligkeit für Infektionen, aber ein höheres Risiko für schwere Verläufe) (Paleiron et al., 2021; Gallus et al., 2023)
    • Chronisch schlechte Schlafqualität wird sogar als kausaler Risikofaktor bei respiratorischen Infektionserkrankungen wie COVID-19 aufgefasst (Jones et al., 2023)
    • ein Ungleichgewicht der Pilze im Darm (Prillaman, 2023)
    • Vitamin-D-Mangel: Über den kausalen Einfluss des Vitamin-D-Spiegels wurde und wird wissenschaftlich wie medial viel diskutiert (Cheung & Cheung, 2021). Durch mehrere systematische Reviews mit Meta-Analysen sowie prospektive Studien ist inzwischen eindeutig belegt, dass eine Vitamin-D-Defizienz mit einem höheren Risiko für eine Infektion mit COVID-19 und einem schweren Verlauf sowie einer höheren Mortalitätsrate einhergeht (Teshome et al., 2021; Barrett et al., 2022; Jordan et al., 2022; Wang et al., 2022). Ein 2023 veröffentlichtes Umbrella Review schlussfolgert:

      „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse der vorliegenden Studie die Empfehlung für eine Vitamin-D3-Supplementierung zur Vorbeugung von COVID-19 unterstützen und bekräftigen (insbesondere bei älteren oder gebrechlichen Menschen, bei Personen, die an das Haus gebunden sind, oder bei Personen, die in Pflegeheimen leben und aufgrund von COVID-19 viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen), wobei gleichzeitig die potenziellen entzündungshemmenden und immunmodulatorischen Eigenschaften von Vitamin D3 hervorgehoben werden, die den Schweregrad und die Sterblichkeit von infizierten Personen verringern. Darüber hinaus sprechen diese Erkenntnisse für die Möglichkeit der Überwachung des Vitamin-D3-Spiegels, insbesondere bei Risikopopulationen“ (Übersetzung des Verfassers) (Petrelli et al., 2023).
       
    • Ein weiteres Umbrella Review von 2023 inklusive Reanalyse der gefundenen Meta-Analysen liefert Hinweise darauf, dass neben Vitamin D auch Mikronährstoffdefizienzen an Zink und Kalzium, nicht aber Vitamin C mit einer höheren COVID-19-Mortalität korrelieren (Xie et al., 2023).
       

    Epidemiologie

    • Bei COVID-19 handelt es sich um eine Erkrankung, die sich nach erstmaligem Auftreten Ende 2019 pandemisch ausgebreitet hat und von der alle Altersgruppen betroffen sind, wobei Verläufe und Ansteckungsfähigkeit sich nicht nur in den Altersgruppen, sondern auch durch die verschiedenen Varianten erheblich unterscheiden.
    • Besondere Bedeutung bei der Verbreitung von COVID-19 (aber auch anderen Atemwegserkrankungen) wird sogenannten Superspreader-Events beigemessen. Eine amerikanische Studie, die im Fachjournal nature veröffentlicht wurde, untersuchte über 700 politische Massenveranstaltungen im Untersuchungszeitraum 2020 bis 2021. Die Autoren konnten entgegen der allgemeinen Annahme keinen statistisch signifikanten Anstieg der Fälle, Todesfälle oder eines Maßes für die epidemische Übertragbarkeit (Rt) in einem Zeitraum von 40 Tagen nach solchen Events feststellen. Dies könne jedoch auch mit der Art und Weise zusammenhängen, wie solche Events durchgeführt wurden (Hygienekonzepte, Aufrufe zu freiweiligen Verhaltensänderungen etc.) (Feltham et al., 2023).
    • Anfang 2022 hat sich das Infektionsgeschehen sowohl in Deutschland als auch weltweit erstmals von den Hospitalisierungsraten durch das Auftreten der Omikron-Variante entkoppelt, obwohl es sich bei Omikron um eine Immunflucht-Variante handelt (Madhi et al., 2022; Moore & Baden, 2022; Sievers et al., 2022).
    • Die Verbreitung von COVID-19 wurde bis Mai 2023 von der WHO als globaler Gesundheitsnotstand eingestuft (World Health Organization, 2023a). Einige Forscher wie der Stanford-Professor John P. A. Ioannidis haben daran Kritik daran geübt, denn die endemische Phase sei aufgrund von rapide fallender Infektionssterblichkeitsraten bereits vor November 2022 eingetreten (Pilz & Ioannidis, 2023).

    Abbildung 2: Anzahl der vom DIVI zum jeweiligen Beobachtungstag registrierten Patienten, die mit oder wegen COVID-19 intensivmedizinisch behandelt werden mussten im Zeitraum von März 2020 bis August 2026 (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V., 2026).

    Abbildung 3: Anzahl der laut DIVI gemeldeten Intensivbetten von März 2020 bis August 2026 – die Abnahme der betreibbaren Betten und der Notfallreserve ist laut DIVI auf mehrere Ursachen zurückzuführen, darunter die Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen 2020 (mit der Folge, dass aus ökonomischen Gründen mehr freie Betten gemeldet wurden) und Veränderungen in der Datenabfrage. (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V., 2026).

  • Zugelassene Impfstoffe

    2020/2021 sind in Deutschland Impfstoffe von fünf verschiedenen Herstellern durch das Paul-Ehrlich-Institut nach jeweils verkürzten (teleskopierten) Zulassungsstudien durch die Hersteller, nach Vorlage unvollständiger Daten und vor Abschluss der Phase III zugelassen worden:

    • die modifizierten mRNA-Impfstoffe (modRNA) von Biontech/Pfizer Comirnaty® und Moderna Spikevax® (im Folgenden wird anstatt mRNA der fachlich korrektere Begriff modRNA genutzt oder auf dessen Modifikation hingewiesen)
    • die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca (Vaxzevria®) und Johnson&Johnson (Jcovden®)
    • der Proteinimpfstoff Nuvaxovid® von Novavax.

    Ausführliche Informationen zur COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft finden sich im entsprechenden ÄFI-Fachbeitrag.

    Weitere Entwicklungen

    • Jcovden® und Vaxzevria® sind seit 2024 nicht mehr zugelassen. Zweifel an der Sicherheit oder Wirksamkeit habe es laut den Sicherheitsreports der EMA nicht gegeben (European Medicines Agency, 2024a, 2024c).
    • Einige Hersteller nehmen jährliche, an zirkulierende Varianten angepasste Änderungen ihrer Impfstoffe vor, dazu zählen bisher Spikevax® BA.1 & Comirnaty® BA.1 (2022), Spikevax® BA.4/BA.5 & Comirnaty® BA.4/BA.5 (2022), Spikevax® XBB.1.5 & Comirnaty® XBB.1.5 & Nuvaxovid® XBB.1.5 (2023), Spikevax® JN.1 & Comirnaty® JN.1 & Nuvaxovid® JN.1 (Mitte 2024), Comirnaty® KP.2 (Ende 2024), Spikevax® LP.8.1 & Corminaty® LP.8.1 (Mitte 2025). In Tabelle 3 sind die (auch aufgrund der Haltbarkeit) nicht mehr zur Verfügung stehenden Impfstoffe nicht aufgeführt.
    • Der Mitherausgeber des British Medical Journal (BMJ) Prof. Peter Doshi hat als erster Forscher öffentlich berichtet, dass der BA.4/BA.5 Impfstoff von BioNTech/Pfizer nur an Mäusen getestet wurde und dies für die Zulassung durch die FDA und später die EMA ausreichend war. Die Hersteller geben an, sich auf die klinischen Erfahrungen mit dem angepassten BA.1-Impfstoff zu stützen (Bodderas, 2022). Es ist davon auszugehen, dass die Behörden beim Zulassungsprozess keine strengeren Maßstäbe an die Varianten-angepassten Impfstoffe angelegt haben als bei den BA.4/BA.5-Impfstoffen.
    • Seit 2023 ist der adjuvantierte Proteinimpfstoff Bimervax® als Auffrisch-Impfstoff ab 16 Jahren zugelassen. Seit Anfang 2025 ist erstmals ein selbstampflifizierender modRNA (saRNA) Impfstoff zugelassen. Für weitere Informationen zur saRNA empfehlen wir unseren Podcast.
    • Im Februar 2026 hat die EU-Kommission den Impfstoff mNexspike® von Moderna zur Vorbeugung von COVID-19 bei Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen zugelassen. Beworben wurde der Impfstoff als der „COVID-19-Impfstoff der nächsten Generation“, da die enthaltene modRNA nicht das gesamte Spikeprotein, sondern nur einen Teil dessen codiert, wogegen besonders wirksame neutralisierende Antikörper gebildet werden. Daher wird auch nur ein Fünftel der Dosis von Spikevax® (10 µg statt 50 µg) benötigt bei ähnlicher Wirkung (Bichay, 2026).
    • Zuletzt wurde im April 2026 ein COVID-19-Grippe-Kombinationsimpfstoff (mCombriax®) auf Basis der modRNA-Technologie für Personen ab 50 Jahren zugelassen. Bei der COVID-19-Komponente handelt es sich um die zweite Generation der modRNA-Impfstoffe (mNexspike®). mCombriax® ist damit der vierte modRNA-Impfstoff von Moderna, der in der EU eine Zulassung erhalten hat.
    ImpfstoffnameImpfstofftechnologieZugelassen ab (Alter)Inhaltsstoffe
    Bimervax® XBB.1.16Rekombinanter, adjuvantierter Protein-Impfstoff16 Jahren (als Auffrisch-Impfstoff)Eine Dosis (0,5 ml) enthält: 40 µg Dolmecavotein (ein rekombinantes Spike(S)-Protein-Rezeptor-Bindungsdomänen(RBD)-Fusionsheterodimer des SARS-CoV-2-Virus (Variante Omikron XBB.1.16), das durch rekombinante DNA-Technologie unter Verwendung eines Plasmid-Expressionsvektors in einer CHO-Zelllinie hergestellt wird), adjuvantiert an SQBA-Adjuvans (Inhaltsstoffe: Squalen 9,75 mg, Polysorbat 80 1,18 mg, Sorbitantrioleat 1,18 mg, Natriumcitrat 0,66 mg, Zitronensäure 0,04 mg und Wasser für Injektionszwecke); sonstige Bestandteile: Dinatriumphosphat-Dodecahydrat, Kaliumdihydrogenphosphat, Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Wasser für Injektionszwecke
    Comirnaty® LP.8.1 (3, 10, 30 µg)modifizierter mRNA-Impfstoff (modRNA)3 µg 6 Monate bis 4 Jahre, 10 µg 5 bis 11 Jahre, 30 µg ab 12 JahrenEine Dosis (0,3 ml) enthält: 30 µg einer einzelsträngigen Boten-RNA (mRNA) mit 5’-Cap-Struktur, die unter Verwendung einer zellfreien In-vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird und das virale Spike (S)-Protein von SARS-CoV-2 (Omicron LP.8.1) kodiert; sonstige Bestandteile: ((4-Hydroxybutyl)azandiyl)bis(hexan-6,1-diyl)bis(2-hexyldecanoat) [ALC-0315], 2-[(Polyethylenglykol)-2000]-N,N-ditetradecylacetamid [ALC-0159], Colfoscerilstearat (DSPC), Cholesterol, Trometamol, Trometamolhydrochlorid, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke
    Comirnaty® XFG (10, 30 µg)modifizierter mRNA-Impfstoff (modRNA)10 µg ab 6 Monaten, 30 µg ab 12 Jahren (derzeit nur der Impfstoff von 6 Monaten bis 11 Jahre über die KBV beziehbar)Eine Dosis (0,3 ml) enthält: 30 µg modRNA, die für XFG kodiert. Die modRNA, die für XFG kodiert, ist eine einzelsträngige Boten-RNA (mRNA) mit 5’-Cap-Struktur, die unter Verwendung einer zellfreien In-vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird und das virale Spike (S)-Protein von SARS-CoV-2 (Omicron XFG) kodiert; sonstige Bestandteile: wie Comirnaty® LP.8.1
    Kostaive®selbstamplifizierender, modifizierter mRNA-Impfstoff (saRNA)18 JahrenEine Dosis (0,5 ml) enthält nach der Rekonstitution: 5 µg Zapomeran, eine selbstamplifizierende Messenger-RNA (sa-mRNA) von COVID-19 (verkapselt in Lipid-Nanopartikeln); Zapomeran ist ein einzelsträngiges sa-mRNA-Replikon mit 5’-Cap-Struktur, das mit Hilfe einer zellfreien In-vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird, die für eine Replikase und das Spike-Glykoprotein des ursprünglichen SARS-CoV-2-Stamms mit D614G- Mutation kodieren; sonstige Bestandteile: Di(pentadecan-8-yl)-4,4’-((((3-(dimethylamino)propyl)thio)carbonyl)azanediyl)dibutyrat (ATX-126), Cholesterin, Colfoscerilstearat (DSPC), 1,2-Dimyristoyl-rac-glycero-3-methoxypolyethylenglykol-2000 (PEG2000-DMG), Saccharose, Kaliumsorbat, Natriumchlorid, Trometamol, Poloxamer 188 (enthält das Antioxidans Butylhydroxytoluol)
    mCombriax® XBB.1.5modifizierter mRNA-Kombinationsimpfstoff (modRNA) der 2. Generation (wie mNexspike® + Influenza)50 JahrenEine Dosis (0,32 ml) enthält 31,7 μg RNA; mCOMBRIAX besteht aus einzelsträngiger Boten-RNA (messenger RNA, mRNA) mit 5’-Cap- Struktur, die mit Hilfe einer zellfreien in -vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird und für Hämagglutinin (HA)-Glykoproteine der saisonalen Influenzaviren A/H1N1, A/H3N2 und B/Victoria sowie für die verbundene N-terminale Domäne und rezeptorbindende Domäne des viralen Spike (S)-Proteins von SARS-CoV-2 kodiert; Zusammensetzung der Influenza-Virusstämme A/Wisconsin/67/2022 (A/H1N1)pdm09 8,3 μg RNA, A/Darwin/6/2021 (A/H3N2) 8,3 μg RNA, B/Austria/1359417/2021 (B/Victoria-Linie) 8,3 μg RNA, SARS-CoV-2 Omicron XBB.1.5 (Dieser Impfstoff entspricht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation – nördliche Hemisphäre – und den Empfehlungen der EU für die Saison 2023/2024); sonstige Bestandteile: Heptadecan-9-yl-8-((2-hydroxyethyl)-(6-oxo-6-(undecyloxy)-hexyl)-amino)-octanoat (SM 102), Cholesterin, 1,2-Distearoyl-sn-Glycero-3-Phosphocholin (DSPC), 1,2-Dimyristoyl-rac-Glycero-3-Methoxypolyethylenglykol-2000 (DMG-PEG2000), Trometamol, Trometamolhydrochlorid, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke
    mNexspike® (10 µg) XBB.1.5modifizierter mRNA-Impfstoff (modRNA), der nur die N-terminale Domäne (NTD) und rezeptorbindende Domäne (RBD) kodiert12 JahrenEine Dosis (0,2 ml) enthält 10 Mikrogramm SARS-CoV-2-mRNA. mNexspike® ist eine einzelsträngige Boten-RNA (messenger RNA, mRNA) mit 5’-Cap-Struktur, die mit Hilfe einer zellfreien In-vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird und für die N-terminale Domäne (NTD) und rezeptorbindende Domäne (RBD) des viralen Spike(S)-Proteins von SARS-CoV-2 (XBB.1.5) kodiert; sonstige Bestandteile: Heptadecan-9-yl-8-((2-hydroxyethyl)-(6-oxo-6-(undecyloxy)-hexyl)-amino)-octanoat (SM-102), Cholesterin, 1,2-Distearoyl-sn-Glycero-3-Phosphocholin (DSPC), 1,2-Dimyristoyl-rac-Glycero-3-Methoxypolyethylenglykol-2000 (DMG-PEG2000), Trometamol, Trometamolhydrochlorid, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke
    Nuvaxovid® XFGRekombinanter, adjuvantierter Protein-ImpfstoffAb 12 Jahren (derzeit nicht marktverfügbar)Eine Dosis (0,5 ml) enthält: 5 µg des Spike-Proteins (hergestellt mittels rekombinanter DNA-Technologie unter Verwendung eines Baculovirus-Expressionssystems in einer Insektenzelllinie aus Sf9-Zellen der Spezies Spodoptera frugiperda) von SARS-CoV-2 (Omicron XFG) und ist mit Matrix-M adjuvantiert. Das Adjuvans Matrix-M enthält pro 0,5-ml-Dosis: Fraktion-A (42,5 Mikrogramm) und Fraktion-C (7,5 Mikrogramm) von Quillaja-saponaria-Molina-Extrakt; sonstige Bestandteile: Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O, Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O, Natriumchlorid, Polysorbat 80, Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts), Salzsäure (zur Einstellung des pH-Werts), Wasser für Injektionszwecke
    Spikevax® XFGmodifizierter mRNA-Impfstoff (modRNA)25 µg ab 6 Monaten, 50 µg ab 12 Jahren (derzeit nicht marktverfügbar)Eine Dosis (0,5 bzw. 0,3 ml) enthält: 50 bzw. 25 µg SARS-CoV-2-XFG-modRNA (bei 25 µg beträgt die Dosis 0,25 ml), einen mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 (Nukleosid-modifiziert) (eingebettet in Lipid-Nanopartikel). SARS-CoV-2-XFG-modRNA ist eine einzelsträngige Boten-RNA (messenger RNA, mRNA) mit 5’-Cap-Struktur, die mit Hilfe einer zellfreien In-vitro-Transkription aus den entsprechenden DNA-Vorlagen hergestellt wird und für das virale Spike (S)-Protein von SARS-CoV-2 (XFG) kodiert; sonstige Bestandteile: SM-102 (Heptadecan-9-yl-8-((2-hydroxyethyl)-(6-oxo-6-(undecyloxy)-hexyl)-amino)-octanoat), Cholesterin, 1,2-Distearoyl-sn-glycero-3-phosphocholin (DSPC), 1,2-Dimyristoyl-rac-glycero-3-methoxypolyethylenglykol-2000 (DMG-PEG2000), Trometamol, Trometamolhydrochlorid, Essigsäure, Natriumacetat-Trihydrat, Saccharose, Wasser für Injektionszwecke

    Tabelle 3: In Deutschland zugelassene Einzelimpfstoffe gegen COVID-19 und deren Inhaltsstoffe nach Angaben der Hersteller (European Medicines Agency, 2025a, 2025b, 2026a, 2026b, 2026c, 2026d, 2026e). Die zugelassenen Impfstoffe sind für verschiedene Personengruppen empfohlen (s. STIKO-Empfehlungen).

    Zulassungsstudien:

    Wichtig: Die folgenden Daten zur Impfstoffwirksamkeit sind deskriptiver Natur (!) und aufgrund der neu auftretenden Varianten wahrscheinlich nicht mehr aktuell. Daher sind die folgenden Ergebnisse mit kritischem Blick zu lesen.

    • Bimervax® (Auffrischimpfstoff): Die Zulassungsstudien HIPRA-HH-2 (Phase IIb, n=765) und HIPRA-HH-5 (Phase III, n=2.646) haben keine Impfstoffwirksamkeiten, sondern die Immunogenität des Impfstoffes durch neutralisierende Antikörper nachgewiesen. Mittels Immunobridging wurde Bimervax® mit einem bereits zugelassenen und auf Impfstoffwirksamkeit getesteten Impfstoff (originaler Comirnaty®-Impfstoff) verglichen. Die Antikörperreaktion von Bimervax® war in der Phase 2b-Studie geringer als die von Comirnaty®. Schwangere und immungeschwächte Personen waren von beiden Studien ausgeschlossen, ältere Personen (≥ 65 Jahre) waren mit 7,4 % der Teilnehmer unterrepräsentiert. HIPRA-HH-5 ist im Gegensatz zu HIPRA-HH-2 eine unverblindete Studie und noch nicht abgeschlossen (European Medicines Agency, 2025a).
    • Comirnaty®: Angelegt war die Zulassungsstudie als randomisierte, placebokontrollierte, beobachterverblindete Wirksamkeitsstudie mit einer Nachverfolgung von 24 Monaten bei den ca. 44.000 Teilnehmern ab 12 Jahren. Zu Schwangeren liegen keine Daten vor. Es konnten Daten von 36.621 Teilnehmern ab 16 Jahren genutzt werden, um eine relative Wirksamkeit von 95,0 % (KI 95 %, 90,0-97,9 %) gegen COVID-19 (Nachweis mittels PCR und mindestens 1 Symptom) ab 7 Tagen nach der zweiten Dosis zu berechnen (European Medicines Agency, 2025d). In der Impfstoffgruppe traten mehr Todesfälle auf (n=15) als in der Placebogruppe (n=14) (Thomas et al., 2021). Eine Whistleblowerin enthüllte dem British Medical Journal zudem, dass die Firma Ventavia, welche für 9 der 153 Standorte verantwortlich war, an denen die Zulassungsstudie durchgeführt wurde, nicht sauber gearbeitet hat. Dokumente, Fotos, Tonaufnahmen und E-Mails zeigen, dass das Unternehmen Daten fälschte, Patienten entblindete, unzureichend geschultes Impfpersonal einsetzte und gemeldete unerwünschte Ereignisse nur sehr langsam verfolgte. Die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA ging den Hinweisen der Whistleblowerin nicht nach. Insgesamt sei somit keine hohe Datenintegrität gewährleistet (Thacker, 2021). Unregelmäßigkeiten ließen sich auch für andere Standorte von Pfizer selbst feststellen, so in Buenos Aires, wo 6.000 der fast 44.000 Teilnehmer den Impfstoff im Rahmen der Zulassungsstudie erhalten haben. So wurde etwa ein Patient, der durch die Impfung einen Perikarderguss erlitt, in der Akte des Pharmakonzerns zum COVID-19-Patienten umgedeutet, obwohl er mehrmals negativ gestetet wurde. Außerdem wurde ein "schwerer Angstfall" hinzugedichtet, der nie stattgefunden hat. Sowohl im Zwischenbericht als auch in der vollständigen Veröffentlichung der Zulassungsstudie taucht der Perikarderguss nicht auf – womöglich wurde der Teilnehmer als ungeimpfter COVID-19-Fall registriert. Weitere Unregelmäßigkeiten betreffen u. a. 302 Probanden, die entblindet und aus der Impfstoffgruppe ausgeschlossen wurden – wahrscheinlich aufgrund von Nebenwirkungen – sowie 21 Todesfällen in der Impfstoffgruppe, die (bei einigen trotz hinreichenden Verdachts) nicht auf den Impfstoff zurückgeführt wurden (Bodderas, 2023). Eine Re-Analyse der Zulassungsstudien ergab überdies ein erhöhtes Risiko schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, wodurch laut den Studienautoren um den BMJ-Herausgeber Peter Doshi eine Veröffentlichung von Datensätzen auf Teilnehmerebene notwendig sei (Fraiman et al., 2022).
    • Kostaive®: Kostaive® wurde bereits Ende November 2023 in Japan zugelassen (Dolgin, 2023). Für die positive Bewertung durch den CHMP (Ausschuss für Humanarzneimittel der EMA) war eine relative Verringerung des Anteils der Patienten, die zwischen einer Woche und drei Monaten nach der zweiten Impfdosis symptomatisches COVID-19 entwickelten, um 56,7 % (KI 95 %, 48,8–63,4%) ausreichend. Die Zulassungsstudie wurde als randomisierte, Placebo-kontrollierte, beobachterverblindete, multizentrische klinische Studie mit 15.458 Teilnehmern zu einem Zeitpunkt durchgeführt, als die Delta-Variante vorherrschend war (European Medicines Agency, 2024, 2025). Durch Omikron dürfte die Impfstoffwirksamkeit somit inzwischen niedriger liegen (s. auch Effektivität der Impfstrategie).
    • mCombriax®: Die Zulassungsstudie ist im Wesentlichen eine Immunogenitätsstudie mittels Nichtunterlegenheitsvergleich. In einer randomisierten, stratifizierten, beobachterverblindeten und aktiv kontrollierten Phase-III-Studie wurden dafür Erwachsene ab 50 Jahren untersucht. Wichtig zu beachten ist, dass in der Studie nicht mCombriax® untersucht wurde, sondern ein anderer quadrivalenter Influenza- und COVID-19-modRNA-Impfstoff. In der Fachinformation wurden die Daten auf mCombriax® übertragen, da beide Impfstoffe dasselebe Herstellungsverfahren durchlaufen und sich die Zusammensetzung überlappt (inwiefern genau, dazu gibt es keine weiteren Angaben in der Fachinformation). 1.886 Teilnehmer ab 65 Jahren erhielten den Kombinationsimpfstoff, während 1.883 gleichzeitig einen zugelassenen Hochdosis-Influenzaimpfstoff und einen COVID-19-mRNA-Impfstoff bekamen. Bei den 50- bis 64-Jährigen waren es entsprechend 1.890 beziehungsweise 1.884 Teilnehmer mit einem Standarddosis-Influenzaimpfstoff als Vergleich. Die vorgegebenen Nichtunterlegenheitskriterien (Antikörperantworten) wurden für alle untersuchten Influenza-Stämme und SARS-CoV-2 an Tag 29 erreicht. Eine klinische Impfstoffwirksamkeit von mCombriax® gegen COVID-19 lässt sich aus dieser Studie somit nicht ableiten.
    • mNexspike®: Bei der Zulassungsstudie handelte es sich um eine randomisierte, beobachterverblindete, gegen Spikevax® kontrollierte Phase-III-Studie mit über 11.400 Teilnehmern ab 12 Jahren (davon 8,7 % zwischen 12 und 17 Jahren). Praktisch alle Teilnehmer waren zuvor bereits mindestens einmal mit einem anderen Impfstoff geimpft worden. Da kein echtes Placebo verwendet wurde, ist kein klinischer Nachweis der Wirksamkeit für nicht-geimpfte Menschen vorhanden. Das primäre Ziel war also der Nachweis der Nichtunterlegenheit. In der Gruppe der mNexspike®-Geimpften traten 560 symptomatische, PCR-bestätigte COVID-19-Fälle und unter Spikevax® 617 Fälle auf. Daraus ergab sich eine um 9,3 % bessere relative Impfstoffwirksamkeit (99,4 % KI, -6,6 bis 22,8 %). Das Nichtunterlegenheitskriterium wurde damit erreicht, eine Überlegenheit jedoch nicht bestätigt. Auch die untersuchte Immunogenität (mittels geometrischer mittlerer Titer) war ähnlich bis leicht höher. Die Sicherheitsbeobachtung betrug etwa 8,8 Monate (Median) und zeigte ein ähnliches Sicherheitsprofil wie bei Spikevax®. Aufgrund der Gruppengröße, begrenzten Langzeitdaten und dem hohen Medianalter von 58 Jahren können jedoch noch keine Aussagen über die Häufigkeit von schweren Impfnebenwirkungen wie Myokarditis/Perikarditis in der Studie gemacht werden (solche Fälle treten meist bei jüngeren männlichen Personen auf). Eine routinemäßige aktive Untersuchung aller Teilnehmer auf subklinische Myokarditis, etwa mittels Troponin, EKG oder MRT, erfolgte nicht. Der Warnhinweis, dass Myokarditis nach der Impfung auftreten kann, wird in der Fachinformation aufgrund der Erfahrungen mit Spikevax® genannt. Bei Schwangeren solle die Anwendung von mNexspike® aufgrund der begrenzten Erfahrung laut Fachinformation vermieden werden. Auch zu Personen mit Immunschwäche gibt es keine Daten (European Medicines Agency, 2026a).
    • Nuvaxovid®: Nachweis der klinischen Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität in zwei zwei placebokontrollierten Pivotalstudien der Phase III (2019nCoV-301 in Nordamerika & 2019nCoV-302 in UK) sowie einer Phase IIa/b-Studie (Südafrika). Schwangere und immungeschwächte Personen waren von beiden Studien ausgeschlossen. Die relative Impfstoffwirksamkeit ab 7 Tage nach der zweiten Impfung betrug bei den 17.312 Teilnehmern der Impfstoffgruppe von 2019nCoV-301 gemittelt 90,4 % (KI 95 %, 82,9-94,6 %), bei den 7.020 Teilnehmern der Impfstoffgruppe von 2019nCoV-302 gemittelt 89,7 % (KI 95 %, 80,2-94,6 %) gegen PCR-bestätigtes COVID-19. Schwere Erkrankungen waren insgesamt sehr selten, sodass der errechnete Wert kaum aussagekräftig ist (European Medicines Agency, 2025c).
    • Spikevax®: Die klinische Wirksamkeit wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten, beobachterverblindeten klinischen Phase 3-Studie mit insgesamt 30.351 Probanden über durchschnittlich 92 Tage erprobt. Der primäre Wirksamkeits-Endpunkt war die Verringerung von bestätigtem COVID-19, definiert als positives RT-PCR-Ergebnis und mindestens zwei systemischen Symptomen oder einem respiratorischen Symptom. Die relative Impfstoffwirksamkeit wurde mit 94,1 % (KI 95 %, 89,3-96,8 %) berechnet. Bei älteren Personen war die Schutzwirkung mit 86 % etwas niedriger. Auch hier waren schwere Erkrankungen mit insgesamt 30 Fällen (davon 9 hospitalisiert) in der Placebogruppe (und keinem Fall in der Impfstoffgruppe) selten (European Medicines Agency, 2024b).
       

    Impfquote

    Abbildung 4: Impfquote gegen COVID-19 (%) in Deutschland nach Bundesländern bis 5. März 2024 nach Daten des Robert Koch-Institutes (Statista, 2024).

    • Aus dem Ergebnisbericht der OKaPII-Onlinebefragungsstudie des Robert-Koch-Instituts vom 22. September 2025 geht hervor, dass sich in der Saison 2024/2025 (12 Monatszeitraum) nur 16 % der Klinikmitarbeiter gegen COVID-19 haben impfen lassen, 7 % haben noch nie eine solche Impfung erhalten. Es wurden insgesamt 12.324 Mitarbeiter aus 85 Krankenhäusern befragt. Wie in der Zusammenfassung festgestellt, ist die Bereitschaft, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen (55 % eher nicht oder auf keinen Fall) deutlich niedriger, als sich gegen Influenza impfen zu lassen (23 % eher nicht oder auf keinen Fall, in dem Befragungszeitraum haben sich 56 % der Mitarbeiter gegen Influenza impfen lassen). Es wurde versäumt, zu erfragen, weshalb die Einstellung gegenüber der COVID-19-Impfung so negativ ist bzw. deutlich negativer als gegenüber der Influenza-Impfung. In den USA wurden die COVID-19-Impfstoffe (insbesondere auf Basis der modRNA-Technologie) erst im August 2025 aufgrund des fehlenden Vertrauens der Öffentlichkeit vom Direktor des National Institute of Health (NIH) Jay Battharcharya als nicht mehr länger tragbar eingestuft und daher ihre Zulassung zurückgezogen (Schumaker, 2025). Ob fehlendes Vertrauen auch der Grund für die deutschen Klinikmitarbeiter ist, darüber lässt sich nur spekulieren. In jedem Falle braucht es weitere Forschung zu den Motiven. Der Ergebnisbericht ist laut RKI vorläufig (Robert Koch-Institut, 2025).
       

    Effektivität und Impfstrategie

    Unterschieden werden muss primär zwischen der Wirksamkeit gegen Infektion & Transmission sowie zwischen Erkrankung, Hospitalisierung und Tod. Zudem muss beachtet werden, wie stark die Omikron-Variante den durch Impfung vermittelten Schutz vor diesen Endpunkten im Vergleich zu Delta verringert hat (da es sich um eine Immunflucht-Variante handelt).

    • Ein systematisches Review mit Meta-Analyse nach PRISMA-Richtlinie zu den Omikron-XBB.1.5-Impfstoffen zeigte die Limitierungen der Impfstrategie unter Omikron klar auf: Die angepassten Impfstoffe verlieren mit jeder neu auftretenden Omikron-Sublinie und -Rekombinante an Effektivität – und es können gar nicht so schnell neue Impfstoffe zugelassen werden, wie dieser Austausch stattfindet. Die XBB.1.5 Impfstoffe waren nach der Zulassung im September 2023 verfügbar – doch schon im Dezember ersetzte JN.1 XBB.1.5 als global dominanteste Variante. Damit einher gingen massive Verluste bei der Impfstoffeffektivität hinsichtlich der Verhinderung von Infektion (-47 %, von 53,7 % auf 28,3 %), Hospitalisierung (-32 %, von 67,8 % auf 46,2 %) und Tod (-26 %, von 77,3 % auf 57,1 %) im ersten Monat nach Impfung. Wie hoch der Abfall der Impfstoffeffektivität hinsichtlich JN.1 nach einigen Monaten ist, wie es für die XBB.1.5-Variante berechnet wurde, geht aus der Studie – obwohl dies entscheidend ist – nicht hervor (Ma et al., 2025).
    • Das Problem der Immunflucht (durch stets neu auftauchende Sublinien und Rekombinanten) für den Nutzen der Impfstoffe wurde auch anhand der neutralisierenden Antikörper-Titer (NAb) aufgezeigt: Kurhade et al. (2023) fanden heraus, dass der bivalente BA.4/BA.5-Impfstoff gegen BA.2.75.2, BQ.1.1 oder XBB.1 keine robusten neutralisierenden Antikörper-Titer (NAb-Titer) erzeugt. Erst in Verbindung mit einer natürlichen Infektion würde ein verlässlicher Schutz hergestellt werden. Kurhade et al. (2023) stellten fest, dass drei Monate nach einem bivalenten Booster die NAb-Titer gegen XBB.1 wieder auf den Ausgangswert zurückgekehrt waren. Auch eine zweite Dosis eines solchen bivalenten Impfstoffes soll laut Wang et al. (2023a) keine ausreichende Antikörperantwort erzeugen.

    Schutz vor Infektion/Transmission

    Aus der Studienlage ergibt sich klar, dass man unter Omikron – aber teilweise auch schon unter Delta – nicht mehr von einem relevanten Infektions- und Transmissionsschutz ausgehen konnte. Das heißt, dass die Impfung spätestens seit Dezember 2021 nur noch einen Nutzen für den Eigenschutz, nicht aber den Fremdschutz aufwies.

    • Interessant ist, dass in den Zulassungsstudien der COVID-19-Impfstoffe Fremdschutz nicht als Endpunkt definiert und daher auch nicht getestet wurde. Dies hat „Impfstoffbefürworter und Gesundheitsbürokraten“ jedoch nicht davon abgehalten, genau dies zu behaupten. Als negative Konsequenz dieser Fehlkommunikation wird nun ein sinkendes Vertrauen in Impfprogramme sowie Angelegenheiten der Wissenschaft und des Gesundheitswesens weltweit festgestellt (Gibson, 2022).
    • Weder die Impfung noch die durchgemachte Infektion schützen zuverlässig vor (Re-)Infektion und Transmission unter der Omikron-Variante (Frutos et al., 2022; Madewell et al., 2022). Die angepassten Impfstoffe wie die gegen BA.1 bzw. BA.4/BA.5 haben daran nichts geändert (Callaway, 2022; Kurhade et al., 2023; Meah et al., 2023).

    Drei Studien zeigten für geimpfte Personen sogar ein höheres Risiko für Infektion oder Transmission im Vergleich zu ungeimpften Personen. 

    1. Eine retrospektive Kohortenstudie der Cleveland Clinic in Ohio (USA) mit knapp 51.017 Teilnehmern berichtete darüber, dass je mehr Impfdosen gegeben wurden, desto mehr Reinfektionen es unter Geimpften gab. Die Autoren vermuten, dass dies auf eine statistische Verzerrung zurückzuführen ist – insgesamt war aber auch keine Wirksamkeit der BA.4/BA.5-Impfstoffe gegen die XBB-Linie zu beobachten (Shrestha et al., 2023).
    2. Eine weitere retrospektive Kohortenstudie mit kalifornischen Gefängnisinsassen von insgesamt 33 Gefängnissen (n=96.201), also einem sehr kontrollierten Setting, ergab bei der Gruppe, die mit dem bivalenten Impfstoff geimpft worden war, gegenüber der ungeimpften Gruppe höhere Omikron-Infektionsraten (3,24 % vs. 2,72 %, Risikodifferenz 0,52 %). Bei den über 50-Jährigen wurde eine Risikodifferenz von 0,92 % gemessen (4,07 % vs. 3,1 %) und bei den über 65-Jährigen sogar 1,95 % (6,45 % vs. 4,5 %) (Ko et al., 2023).
    3. Schließlich wurde 2025 eine Target Trial Emulation (TTE) mit 587.137 Paaren von geimpften und nicht-geimpften Vergleichspersonen und langer Nachverfolgung über 176 Tage durchgeführt. Die Studie fand eine negative Impfstoffeffektivität der XBB.1.5 Omikron-Impfstoffe hinsichtlich des Infektionsrisikos von –3,26 % (95 % KI, –6,78 bis 0,22 %). Die Studienautoren beschrieben einerseits den Schutz vor Infektion als „nicht effektiv“, andererseits den Schutz vor Hospitalisierung als „relativ niedrig“ (Ioannou et al., 2025).

    Schutz vor schwerer Erkrankung, Hospitalisierung und Tod

    Immer wieder wurde konstatiert, dass die Impfung nur eine Übergangslösung gewesen sei, um die schweren Verläufe zu minimieren, damit sich dann die Bevölkerung mit dem Virus anstecken und eine Herdenimmunität aufbauen könne. Aus der Studienlage lässt sich jedoch klar erkennen, dass 1. durch die Impfung keine Herdenimmunität möglich war und 2. nicht die Impfung der „Gamechanger“ war, sondern Omikron. Denn erst unter Omikron hat sich das Infektionsgeschehen von den Hospitalisierungsraten entkoppelt (und das sogar, obwohl der durch Impfung in der Bevölkerung entstandene Schutz sehr viel schlechter gegen Omikron wirkte). 

    • Während der Schutz durch Impfung von Delta zu Omikron sprunghaft abfiel und auch die Varianten-angepassten-Impfstoffe daran kaum etwas änderten, wurde eine überstandene Infektion (aufgrund der breiteren Immunantwort) auch weiterhin als verlässlicher Schutz vor Komplikationen durch die neu auftretenden Varianten gesehen (Malato et al., 2022; Medić et al., 2022; Stein et al., 2023; Lewnard et al., 2023). Die meisten Studien kamen aber zu dem Ergebnis, dass die hybride Immunität (Impfung + Infektion) leicht besser schütze als alleinige Impfung oder Infektion (Ntziora et al., 2022; Bobrovitz et al., 2023; Spinardi & Srivastava, 2023). Da es aber auch bei der hybriden Immunität Wissenslücken gegeben habe, sei es fraglich, ob die Evidenz wiederkehrende Booster für Personen mit natürlicher Immunität rechtfertigt (Pilz et al., 2022; Pilz & Ioannidis, 2023). 
    • Ein systematisches Review mit Meta-Analyse, das im JAMA-Network veröffentlicht wurde, konnte zeigen, dass 6 Monate nach der Grundimmunisierung der Schutz gegen symptomatische Erkrankung unter Omikron geringer als 20 % lag, mit Booster nach 9 Monaten geringer als 30 %. Bereits nach 87 Tagen (unter 3 Monate) war nur noch die Hälfte der Schutzwirkung vorhanden – und hierbei muss auch bedacht werden, dass sich der vollständige Schutz durch Impfung erst nach 14 Tagen einstellt (Menegale et al., 2023).
    • Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine neuere US-amerikanische Kohortenstudie im Target-Trial-Design, die den angepassten KP.2-Impfstoff bei Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen (Durchschnittsalter 76 Jahre) untersuchte. Nach vier Monaten lag der Schutz gegen Hospitalisierung und Tod bei 53 % (ein Schutz gegen Infektion war zu dem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden). Aufgrund der speziellen Population und der begrenzten Stichprobengröße (1.711 gematchte Paare) ist die Übertragbarkeit auf andere Populationen jedoch eingeschränkt. Hinzu kommen Interessenkonflikte der Autoren durch Honorare von den größten Impfstoffherstellern (Gravenstein et al., 2026).
    • Zwei im August 2025 veröffentlichte Studien (nature und vaccine) kommen demgegenüber zu dem Ergebnis, dass der COVID-19-Impfstatus bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen mit der Anzahl an arbeitsunfähigen Tagen zusammenhängt. Im Grunde genommen sollte die COVID-19-Impfung ja das genaue Gegenteil leisten – denn wer seltener erkrankt, sollte häufiger bzw. länger arbeiten können. Die Vaccine-Studie (n=3.805 Mitarbeiter im schwedischen Gesundheitswesen) berichtet jedoch, dass die Impfnebenwirkungen derart erheblich sind, dass es zu Störungen auf organisatorischer Ebene bei der Personalbesetzung kam (Lidström et al., 2025). Die nature-Studie (n=1.745 Mitarbeiter im schweizerischen Gesundheitswesen) kommt zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit einer symptomatischen Infektion – insbesondere für grippeähnliche Atemwegserkrankungen – zu denen die Autoren auch COVID-19 zählen – insgesamt erhöht wird (und so vermehrt arbeitsunfähige Tage entstehen). Daher würden insbesondere Booster-Impfungen in dem nun bestehenden post-pandemischen Setting nicht zum Schutz von Mitarbeitern im Gesundheitswesen beitragen (Dörr et al., 2025).

    Neben der Frage, ob die COVID-19-Impfstoffe schwere Verläufe und Krankenhausaufenthalte verhindern, stellt sich natürlich die Frage, ob dadurch auch Todesfälle verhindert werden und wie sich dies feststellen lässt. Insbesondere sollte hier die harte (d. h. nicht-modellierte) Evidenz betrachtet werden:

    • In Bezug auf die Gesamtsterblichkeit (Mortalität) konnten die RCTs mit der längsten möglichen verblindeten Nachbeobachtung keinen statistisch positiven Einfluss durch die modRNA-Impfstoffe im Gegensatz zum Placebo feststellen (Benn et al., 2023). Wie unter Zulassungsstudien beschrieben, gab es in der Zulassungsstudie von Comirnaty® in der Placebogruppe sogar mehr Todesfälle als in der Impfstoffgruppe.
    • In einer Studie von Arbel et al. (2021) stellten die Autoren eine 90 % niedrigere Mortalität nach Erhalt einer COVID-19-Booster-Impfung fest. In einer im Juli 2023 im New England Journal of Medicine veröffentlichten Korrespondenz weisen die Forscher Høeg, Duriseti und Prasad darauf hin, dass es bei der Verteilung der Probanden einen Healthy-Vaccinee-Bias gegeben haben könnte bzw. dieser nicht vollständig ausgeschlossen werden könnte. Das bedeutet, dass der Effekt durch die Booster-Impfung dadurch überschätzt worden sein könnte, dass in der Booster-Gruppe im Vergleich zur Kontroll-Gruppe mehr Menschen vertreten waren, die einen gesünderen Lebensstil und weniger Vorerkrankungen aufweisen sowie häufiger medizinische Versorgung in Anspruch nehmen (Høeg et al., 2023). Die Studie von Arbel et al. stammt noch aus der Prä-Omikron-Zeit.
    • Eine weitere Beobachtungsstudie fand wie Arbel et al. (2021) auf den ersten Blick positive Effekte der COVID-19-Impfung auf das (kurzfristige) Mortalitätsrisiko, weist aber dieselben Verzerrungsprobleme auf. Es handelt sich um eine 2026 veröffentlichte niederländische selbstkontrollierte Fallserie bei 75.421 geimpften Personen, die im Untersuchungszeitraum verstarben. In den ersten 21 Tagen nach Impfung war die Gesamtmortalität deutlich niedriger als im späteren Zeitraum mit einem Inzidenzratenverhältnis (IRR) von 0,56 (KI 95 %, 0,54 bis 0,57). Besonders ausgeprägt war der Unterschied bereits in der ersten Woche (Gesamtmortalität IRR 0,33). Die Nicht-COVID-19-Mortalität war in der ersten Woche jedoch ebenso stark vermindert (IRR 0,34). Dieses Muster spricht für einen ausgeprägten zeitabhängigen Healthy-Vaccinee-Bias (HVB): Schwer erkrankte oder unmittelbar vor dem Tod stehende Personen werden in der Regel nicht geimpft. Der HVB wurde auch nicht von den Studienautoren quantifiziert. Hinzu kommt, dass der Schutzeffekt der COVID-19-Impfung sich ohnehin erst 2 Wochen nach verabreichter Impfdosis voll entfaltet. Der IRR von 0,56 darf also nicht als Halbierung der Allgemeinsterblichkeit durch die Impfung verstanden werden. Der HVB könnte so weitreichend sein, dass sich ein kleinerer risikoerhöhender Effekt nicht sicher ausschließen lässt. Daher ist die Schlussfolgerung der Autoren, die Impfung könne nicht zur Übersterblichkeit beigetragen haben, nicht nachvollziehbar (Slurink et al., 2026).

    Weitere Studien liefern keine konsistenten Hinweise auf einen positiven Effekt der COVID-19-Impfung auf die Gesamtmortalität und verdeutlichen zugleich erhebliche methodische Probleme entsprechender Beobachtungsanalysen. 

    • Eine Korrelationsanalyse untersuchte die Beziehung zwischen non-pharmakologischen Maßnahmen (NPIs) wie Lockdowns sowie Impfungen, Saisonalität (unter Verwendung der durchschnittlichen Inzidenz endemischer humaner Beta-Coronaviren in Schweden über einen Zeitraum von zehn Jahren als Proxy) und dem Fortschreiten der COVID-19-Pandemie anhand von Todesfällen, Krankenhausaufenthalten, der Belegung von Intensivstationen und der Positivitätsrate von Tests in sechs nordeuropäischen Ländern (Bevölkerung insgesamt: 99,12 Millionen). Es konnte weder ein Effekt durch die modRNA-Impfungen noch durch NPIs festgestellt werden (Quinn, 2024). 
    • In einer retrospektiven Kohortenstudie wurde die All-Cause-Mortality während der COVID-19-Impfkampagne in einer italienischen Provinz untersucht. Wurden Personen zwei, drei oder vier Mal geimpft, ergab sich im Gegensatz zu ungeimpften Personen eine leicht niedrigere eingeschränkte mittlere Überlebenszeit (Restricted Mean Survival Time) und eine leicht höhere mittlere Verlustzeit (Restricted Mean Time Lost). Die Autoren nennen verschiedene mögliche Gründe für dieses Ergebnis: Harvesting-Effekt, Kalender-Zeit-Bias, Verzerrung des Zeitfensters für die Fallzählung und Healthy-Vacinee-Bias. Die Autoren geben an, bewusst nicht die COVID-19-bedingten Sterbefälle, sondern die Sterbefälle aller Ursachen genutzt zu haben, da bei ersteren große Unzuverlässigkeit bei der Zuordnung wie etwa die starke Überschätzung der COVID-19-bedingten Todesursachen angenommen wird (Alessandria et al., 2024).
    • In einer methodischen Folgestudie von 2025 untersuchten Alessandria et al. einen weiteren Verzerrungsmechanismus bei Mortalitätsanalysen zum Impfstatus von Personen. In der Region Emilia-Romagna fanden die Studienautoren entgegen ihrer vorherigen Befunde während ausgewählter Impfphasen eine deutlich niedrigere Mortalität der bereits Geimpften gegenüber der noch ungeimpften Bevölkerung. Die Autoren interpretieren diesen Befund jedoch nicht als realistischen Schutzeffekt, sondern als Hinweis darauf, dass insbesondere Healthy-Vaccinee- bzw. Survivor-Bias entsprechende Vergleiche erheblich verzerren können. Gleichzeitig argumentieren sie, dass Studien, die Personen erst 14 oder 21 Tage nach einer Impfung als geimpft klassifizieren (wie es nicht selten in Studien und Surveillance-Systemen vorkommt), die Mortalität der Geimpften zusätzlich künstlich unterschätzen können („case counting window bias“). Dieser konkrete Effekt lässt sich anhand ihrer eigenen Analyse allerdings nicht quantifizieren, da Personen dort bereits ab dem Tag der ersten Impfung als geimpft galten. Interessant ist, dass die Verzerrungsrisiken in beiden Studien (2024 und 2025) eher in Richtung der Überschätzung der Mortalität von ungeimpften Personen bzw. Unterschätzung der Mortalität von geimpften Personen zeigen (Alessandria et al., 2025). 
    • Weiterhin relevant sind in diesem Zusammenhang zwei japanische Studien, die dosis- und altersabhängige Mortalitätsmuster während der Impfkampagne untersuchten. Iwamoto et al. (2026) fanden bei 65- bis 89-Jährigen mit zunehmender Dosiszahl eine sinkende Gesamtmortalität. Bei 20-49-Jährigen war sie nach bis zu vier Dosen relativ niedrig, stieg dann aber bei fünf, sechs und sieben Dosen deutlich an. Bei den 50-64-Jährigen waren insbesondere Personen mit sechs Impfdosen durch eine höhere Mortalität gekennzeichnet. Bei älteren Menschen zeigte sich zudem ein ausgeprägtes Selektionsmuster: Unmittelbar nach einer weiteren Impfung traten vergleichsweise wenige Todesfälle auf. Mit Beginn einer neuen Impfrunde war die Mortalität bei den neu weitergeimpften Personen niedrig, während sie in der Gruppe mit einer Dosis weniger deutlich anstieg. Die Autoren interpretieren dies als Healthy-Vaccinee- bzw. Survivorship-Bias: Erkrankte oder gebrechliche Personen erhielten die nächste Dosis seltener. Bei jüngeren Menschen erklärt dies den Anstieg der Mortalität allerdings nicht. Es sind bei der Analyse aber Limitationen wie fehlende Altersstandardisierung und Verzerrungsrisiken zu berücksichtigen. Ein anschließendes Review derselben Forschergruppe stellte die Befunde in den Kontext der bestehenden japanischen Übersterblichkeit und kam zu dem Schluss, dass die vorhandenen Daten weder einen schädlichen noch einen schützenden kausalen Effekt wiederholter Booster auf die Gesamtsterblichkeit belegen können (Iwamoto et al., 2026; Kusunoki et al., 2026).

    Insgesamt ist der Einfluss der COVID-19-Impfung auf die Gesamtmortalität somit weiterhin ungeklärt – klar ist, dass erhebliche Anfälligkeiten bisheriger Analysen z. B. für zeitabhängige Selektions- und Klassifikationsverzerrungen bestehen.

    Einfluss durch gesundheitliche Dispositionen

    • Ein 2023 im Journal vaccines veröffentlichtes systematisches Review kommt zu dem Ergebnis, dass die humorale Immunantwort der COVID-19-Impfstoffe mit zunehmendem BMI abnimmt und damit Übergewichtigen aber insbesondere adipösen Personen nur einen gewissen Schutz bieten kann. Auch bei Untergewichtigen könnte das Immunsystem so geschwächt sein, dass eine verminderte Reaktion auf die Impfstoffe möglich wäre. Laut WHO gibt es eine "Fettleibigkeitsepidemie" – im Fettleibigkeitsbericht 2022 werden 59 % der Menschen in Europa als übergewichtig oder fettleibig aufgeführt (Tagesschau, 2022). Laut den vaccines-Autoren müssen unbedingt weitere Bemühungen unternommen werden, unerwünschte oder fehlende Wirkungen bei dieser Personengruppe zu untersuchen (Fu et al., 2023).
    • Immunschwächere Menschen – wie bei den meisten Impfungen – aber insbesondere auch Transplantatempfänger scheinen laut einem systematischen Review mit Meta-Analyse weniger von den COVID-19-Impfstoffen durch eine geringere Serokonversionsrate zu profitieren (Mehrabi Nejad et al., 2022).
    • Dass die Covid-19-Impfstoffe gerade bei Risikogruppen hinsichtlich der Wirksamkeit schlechter bewertet werden, ist in Anbetracht dessen, dass gerade diese Personengruppen Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung benötigen, problematisch. Dies bestätigt einmal mehr eine im Juni 2023 veröffentlichte Meta-Analyse zu 33 Beobachtungsstudien: „Die Werte für IgG, IgA, IgM, neutralisierende Antikörper und T-Zellen waren in gefährdeten Bevölkerungsgruppen deutlich niedriger als in gesunden. Die positiven Nachweisraten von IgG- und IgA-Antikörpern sowie die zellulären Immunreaktionsraten waren in den gefährdeten Bevölkerungsgruppen ebenfalls geringer“ (Übersetzung des Verfassers) (Li et al., 2023).

    Antigenerbsünde & Immuntoleranz (IgG4-Shift)

    Es gibt verschiedene immunologische Phänomene, welche die Wirksamkeit der SARS-CoV-2-Impfstoffe langfristig beeinflussen können und verschiedene Theorien darüber, warum dies so ist:

    • Als Antigenerbsünde wird die Theorie bezeichnet, nach der der Körper schlechter Antikörper gegen Virusvarianten ausbilden kann, wenn bereits Kontakt zu vorherigen Virusvarianten – etwa durch Infektion oder Impfung – bestand. Schon vor der COVID-19-Pandemie wurde bei Viren wie Influenza über die Theorie diskutiert. Bei den angepassten bivalenten SARS-CoV-2-Impfstoffen konnten bereits geringere Antikörperreaktionen im Vergleich zu den monovalenten Impfstoffen mit der Ursprungsvariante gemessen werden, insbesondere bei den neueren Varianten, was weitere Hinweise auf die Antigenerbsünde liefert. Für den Immunologen Andreas Radbruch bleibt die Frage, „wie stark der Effekt ist, und ob er durch eine starke Prägung auf das Originalantigen gehemmt wird. […] Zusammengefasst: Präexistierende und direkt nach dem Boost gebildete Antikörper, die den Impfstoff erkennen, maskieren das Antigen, schützen vor schwerer Krankheit, aber sie hemmen auch eine weitere Immunreaktion. Ein Argument gegen wiederholtes „blindes“ Boostern“ (Deutsches Ärzteblatt, 2023). Neuere Daten lassen darauf schließen, dass die Antigenerbsünde auch nach (mehreren) Exposition(en) mit den neueren XBB.1.5-Impfstoffen bestehen bleibt (Tortorici et al., 2024). Weiterhin zeigte sich auch im Speichel von Personen einer kleinen Kohorte nach modRNA-Impfung ein verstärkter IgG4-Klassenwechsel und Hinweise auf eine immunologische Prägung gegenüber früheren Antigenexpositionen (Selva et al., 2026).
    • Forscher einer 2023 im Journal vaccines veröffentlichten Studie vermuten eine über hohe Werte an IgG4-Antikörper entstehende Immuntoleranz. Übermäßiges Impfen sei demnach „in dichten Populationen mit Vorsicht zu genießen“ (Übersetzung des Verfassers). Erhöhte IgG4-Werte könnten zudem die Entstehung von Autoimmunerkrankungen, autoimmune Myokarditis und Krebs begünstigen. Auch bei den Keuchhusten- und Malaria-Impfstoffen wird über eine hohe IgG4-Synthese berichtet (Uversky et al., 2023). Eine 2024 im Journal „viruses“ (MDPI) veröffentlichte lateinamerikanische Studie kann diese Ergebnisse einmal mehr bestätigen. Die Forscher regen deshalb an, dass die Empfehlungen für die sukzessive Verabreichung von Auffrischungsimpfungen an Personen überarbeitet werden sollte (Espino et al., 2024). Anbei weitere Beispiele für Studien zum Nachweis von hohen IgG4-Werten bei (insbesondere mit modRNA) COVID-19-geimpften Personen und daraus resultierender erhöhter Infektionsanfälligkeit (Gelderloos et al., 2024; Liu et al., 2024; Martín Pérez et al., 2025; Siebner et al., 2025). Weiterhin konnte eine japanische Kohortenstudie zeigen, dass gegen COVID-19 geimpfte Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten mit hohen IgG4-Werten eine schlechtere Gesamtüberlebensprognose aufweisen (Abue et al., 2025).

    Weitere Informationen zur Effektivität der Impfstrategie können Sie unserer Stellungnahme an den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages von Oktober 2022 entnehmen.
     

    Impfnebenwirkungen

    • Eine Auflistung der unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) wird gesetzlich von den Herstellern aufgrund von klinischen Studien und Post-Marketing-Beobachtung verlangt und findet sich daher unter Angabe der ungefähren Häufigkeit jeweils in der Fachinformation von Bimervax®, Comirnaty®, Kostaive®, mNexspike®, Nuvaxovid® und Spikevax® (s. Literaturverzeichnis).
    • Ebenfalls gesetzlich verpflichtet zur Erfassung von UAWs durch Impfungen ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) durch das Spontanmeldesystem. Im Sicherheitsbericht (bis zum 31. Dezember 2024) werden insgesamt 350.868 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen bei ca. 197 Millionen verabreichten Impfdosen aufgelistet, davon 63.909 (18,2 %) als schwerwiegend definiert. Die Melderate von Verdachtsfällen schwerwiegender Impfnebenwirkungen pro 1.000 Impfungen liegt somit bei 0,32. Bei 1,06 % (n=3.717) der Verdachtsmeldungen wurde ein tödlicher Verlauf mit unterschiedlichem zeitlichem Zusammenhang mitgeteilt (Mentzer & Kopp, 2025).
    • Aufgrund der passiven Erhebung von Impfnebenwirkungen durch das Spontanmeldesystem des Paul-Ehrlich-Instituts ist in Deutschland von einer Untererfassung auszugehen. Ein amerikanisches systematisches Review schätzt die Untererfassung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) auf 94 %, die Untererfassung schwerer UAWs wurde auf 85 % geschätzt (Hazell & Shakir, 2006). Laut einer Harvard-Studie aus dem Jahr 2010 zum passiven Spontanmeldesystem VAERS der USA, das ähnlich wie in Deutschland funktioniert, werden nur etwa 0,3 % aller Impfnebenwirkungen und 1-13 % der schwerwiegenden gemeldet (U.S. Department of Health & Human Services, 2023). Das passt zu den Erfahrungen des Berliner Hausarztes Dr. Erich Freisleben, der berichtet, dass bei 300 Patienten, die sich bei ihm wegen Corona-Impfkomplikationen gemeldet haben, nur 3 dieser Fälle an das PEI gemeldet wurden (Bodderas et al., 2022).
    • Darüber hinaus hat das PEI eine prospektive Beobachtungsstudie zur Verträglichkeit der COVID-19-Impfstoffe mittels App (Safevac 2.0) initiiert. Ein Vorteil der Studie war insbesondere auch, dass die Chargennummer und der Impfstoffname verbindlich angegeben werden mussten, was beim Spontanmeldesystem des PEIs nicht der Fall ist. Die Studie lief von Dezember 2020 bis Ende 2023 und hat Daten von fast 740.000 Teilnehmern generiert. Die Veröffentlichung der Ergebnisse war vom PEI für das Jahr 2024 angekündigt worden – dies ist allerdings bis heute (Stand September 2026) nicht passiert. Diese Verspätung bzw. Nicht-Veröffentlichung ist aus mehreren Gründen problematisch:

      1. Das PEI hat selbst kommuniziert, dass die Verträglichkeit der Impfstoffe zeitnah hätte erfasst werden müssen, da 2020 viele neue Impfstoffe zugelassen wurden – die selbstgesteckten Ziele wurden somit verfehlt (Paul-Ehrlich-Institut, 2020).
      2. Das PEI weigert sich, die Rohdaten und mögliche Zwischenauswertungen nach Informationsfreiheitsgesetz (IFG) herauszugeben. Die Klage der Richterin und Rechtsanwältin Franziska Meyer-Hesselbarth vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt läuft nun seit bereits über 4 Jahren. Das PEI kommt somit seinem gesetzlichen Auftrag nicht nach und hat auch kein Interesse an Transparenz (multipolar, 2025).
      3. Durch eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine schriftliche Anfrage wurde bekannt, dass bei etwa 0,5 % der Teilnehmer (3.506 von 739.515 Teilnehmern bzw. ca. jeder 210.) ein Verdacht auf eine schwerwiegende Nebenwirkung festgestellt wurde. Es wundert nicht, dass diese Zahl wesentlich höher ist, als das Spontanmeldesystem dies hergibt, aber sie ist eben auch wesentlich höher als die 0,01%, die politische Entscheidungsträger kommuniziert haben (Bodderas, 2025).
      4. Die zuständigen Behörden verstricken sich zunehmend in Widersprüche, welche Aussagekraft die Safevac 2.0 Studie haben soll. Auf Anfrage des Journalisten Bastian Barucker teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit, dass sich „valide Aussagen über die Sicherheit von Impfstoffen“ nur „vom Spontanmeldesystem ableiten“ lassen. Das aber steht im Widerspruch zu vorherigen Stellungnahmen des PEI. Dort werden beispielsweise nicht nur die Limitationen des Spontanmeldesystems (Unvollständigkeit, Zeitverzögerungen) den Stärken der Safevac-2.0-Studie (robuste Schätzungen für unerwünschte Arzneimittelwirkungen) gegenübergestellt (Oberle et al., 2020). Auch hat das PEI bereits versucht, anhand der Safevac-2.0-Studie chargenbezogene Häufungen von Nebenwirkungen zu widerlegen (ohne die Daten dazu zu veröffentlichen). Sollte, wie das BMG behauptet, keine Aussagekraft der Studie gegeben sein, müsste das PEI seine Stellungnahme dahingehend zurückziehen (Paul-Ehrlich-Institut, 2023c).

    Zum Vergleich gibt es inzwischen Ergebnisse von ähnlichen Überwachungssystemen aus England, Kanada und den USA. 

    • Laut der englischen prospektiven Überwachung Yellow Card Vaccine Monitor (YCVM) suchten 1,84 % der 30.281 geimpften Teilnehmer nach einer COVID-19-Impfung medizinischen Rat. Etwa 0,28 % der Teilnehmer wurden laut Eigenangabe hospitalisiert, 0,15 % berichteten über Behinderungen und 0,073 % über lebensbedrohliche gesundheitliche Beeinträchtigungen. 
    • Die Studie des Canadian National Vaccine Safety Network (CANVAS) wertete Daten von über 567 Tsd. geimpften Erwachsenen aus, die eine Woche nach der Impfung einen Fragebogen zugemailt bekommen hatten. Der primäre Endpunkt waren gesundheitliche Ereignisse, die zu Arbeits- oder Schulunfähigkeit, Einschränkungen normaler Alltagsaktivitäten oder ärztlicher Behandlung führten. Vorübergehende Beschwerden waren nach der Impfung doppelt bis fünffach so häufig (Ungeimpfte 2,2 %, Comirnaty® einfach 3,6 %, zweifach 4,2 %, Spikevax® einfach 4,5 %, Spikevax® zweifach 11,1 %). Schwerere Ereignisse wie Notaufnahme oder Krankenhausbehandlung lagen im Bereich von 0,23 bis 0,30 % bei Geimpften gegenüber 0,22 % bei Ungeimpften. Nach statistischer Korrektur lag das Risiko für eine Notaufnahme oder Hospitalisierung nur nach der Moderna-Impfung erhöht (doppelt so hoch nach der ersten bzw. zweiten Impfung). Beachtet werden muss hier die kleine Vergleichsgruppe von ca. 15 Tsd. ungeimpften Personen.
    • In dem US-amerikanischen V-safe-System mit Daten von 9,6 Mio. Geimpften nahmen in der ersten Woche nach modRNA-Impfung etwa 0,8 bis 1,2 % der Erwachsenen eine medizinische Versorgung in Anspruch. Notfallbehandlungen gab es den Daten nach bei etwa 0,1 bis 0,2 % der Teilnehmer, Hospitalisierung bei höchstens 0,1 %. 

    Die Daten aus allen drei Systemen stellen keine kausalen Impfnebenwirkungen dar – insbesondere sind hier auch Selbstselektion (stärker noch bei V-safe) und Reporting-Bias zu berücksichtigen. Diese aktive Überwachung zeigt jedoch klar die Limitationen der von Underreporting betroffenen passiven Spontanmeldesysteme auf und unterstreicht die Notwendigkeit der Veröffentlichung der deutschen SafeVac-2.0-Daten (Wong et al., 2025; Muller et al., 2026; Myers et al., 2026).

    Darüber hinaus sei folgend ein Einblick in die Studienlage gegeben.

    Impfreaktionen

    • Die Prävalenz von Impfreaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle wurde in einer systematischen Übersichtsarbeit mit 72,16 % angegeben (Washrawirul et al., 2022).
    • In einer Studie an Fachkräften im deutschen Gesundheitswesen wurde eine Häufigkeit von 88,1 % von mindestens einer Impfreaktion festgestellt (Klugar et al., 2021).

    Impfkomplikationen

    Impfkomplikationen der COVID-19-Impfungen umfassen u. a.:

    Es werden zudem immer wieder neue Studien veröffentlicht, die über weitere Impfkomplikationen bei Patienten berichten:

    ThemaStudieErgebnisse
    MenstruationsanomalienNiederländische Studie mit Daten des SpontanmeldesystemsEs konnte ein Zusammenhang für die Altersgruppe 25-34 Jahre und den Pfizer/BioNTech-Impfstoff gefunden werden. Zusätzlich wurden auch Daten einer prospektiven Kohorten-Ereignisüberwachungsstudie (CEM) genutzt. Diese ergab eine Inzidenz von 41,4 pro 1.000 Frauen im Alter von ≤54 Jahren. Die Autoren folgern, dass die Impfnebenwirkung weiter untersucht werden sollte (Duijster et al., 2023).
    Systematisches Review mit Daten von 78.138 Frauen aus 14 StudienDie Gesamtrate an Menstruationsanomalien war mit 0,83 bis 90,9 % sehr breit. Als Risikofaktoren wurden Alter, vergangene Schwangerschaft, systemische Nebenwirkungen von COVID-19, Rauchen und die zweite Dosis des COVID-19-Impfstoffs identifiziert (Nazir et al., 2022)
    KrebsSüdkoreanische retrospektive populationsbasierte Beobachtungsstudie mit Daten von 8,4 Mio. Personen zwischen 2021 und 2023 aus der Korean National Health Insurance databaseInnerhalb eines Jahres war eine höhere Krebsinzidenz bei geimpften im Vergleich zu ungeimpften Personen festzustellen (gesamt HR 1,27, 95 % KI, 1,21 bis 1,33). Die kumulative Inzidenz unterschied sich absolut um ca. 9 Fälle pro 10.000 Personen. Signifikante Assoziationen gab es unter anderem bei Schilddrüsen-, Magen-, Darm-, Lungen- und Prostatakrebs nach Vektor-Impfstoffen (in der Studie als cDNA-Impfstoffe bezeichnet) sowie für Schilddrüsen-, Darm-, Lungen- und Brustkrebs nach modRNA-Impfung. Eine konsistente Dosis-Wirkungsbeziehung zeigte sich nicht. Die Studie wurde im Oktober 2025 vom Journal mit einem „Expression of Concern“ versehen. Kritisiert wurde die Studie unter anderem von einem Kommentar von Locquet et al. (2026), woraufhin ÄFI die Studie reanalysiert hat. Als klare Limitationen der Studien müssen die Verwendung unterschiedlicher Kalenderperioden für Geimpfte und Ungeimpfte, mögliche Unterschiede bei Arztkontakten und Krebs-Screening, fehlende Daten zu Störfaktoren wie Rauchen, Alkohol, BMI und genetische Prädisposition sowie bereits sehr früh nach Beobachtungsbeginn auftretende Gruppenunterschiede (die für zumindest teilweise bereits vorhandene und unterschiedlich häufig erkannte Tumoren sprechen) anerkannt werden. Hinzu kommt, dass die Evidenz nach GRADE als von geringer Qualität eingestuft werden muss. Gerade größere adjustierte Effekte, wie beispielsweise die Assoziation zwischen Booster-Impfung und Pankreaskrebs (HR 2,25), sind allerdings bemerkenswert, da mit zunehmender Effektstärke auch stärkere Verzerrungen bzw. unbeobachtete Confounder erforderlich wären, um den gesamten Zusammenhang zu erklären. Außerdem ist die Richtung und das Ausmaß der vorhandenen Biasrisiken nicht klar. Im Einklang mit der Analyse der weiteren Studienlage zum Thema sollte die Studie daher weiterhin als hypothesengenerierendes Signalverstanden werden (die vollständige Analyse findet sich im Wiss. Hintergrundpapier von September 2026) (Kim et al., 2025).
    Scoping Review mit 69 identifizierten Publikationen (davon 50 Fallberichte, fünf Fallserien, acht Beobachtungsstudien, drei mechanistische Arbeiten und drei Reviews), darunter auch Kim et al. (2025)Die Studienlage wird weiterhin dominiert von Fallberichten und einzelnen größeren Beobachtungsstudien, wodurch ein hohes Risiko für Publication- und Reporting-Bias vorliegt. Den Ergebnissen der Studie nach werden wiederkehrende Berichte über verschiedene hämatologische und solide Tumorerkrankungen nach Infektion und Impfung (wobei sich der Großteil der gefundenen Literatur auf die Impfung bezieht) festgestellt – dabei kommt es ungewöhnlich häufig zu einer raschen Progression bzw. Reaktivierung bestehender Erkrankungen, ungewöhnlichen Lokalisationen im Bereich der Impfstelle oder drainierender Lymphknoten. Das Review erlaubt keine Quantifizierung des Risikos bzw. Kausalitätsnachweis und ist damit vor allem als Kartierung vorhandener Sicherheitssignale zu verstehen (Kuperwasser & El-Deiry, 2026).
    Studie mit Daten des amerikanischen Spontanmeldesystems VAERSDie Analyse stützt die Befunde von Kuperwasser & El-Deiry (2026), da die Daten aus VAERS den Schluss zulassen, dass Krebspatienten nach der Impfung eine Verschlimmerung oder ein Wiederauftreten der Erkrankung erleben (Valdes Angues & Perea Bustos, 2023).
    2 ReviewsEs gibt weitere Übersichtsarbeiten von Forschern. Ein Review konstatiert, dass die Zugabe von 100 % N1-Methyl-Pseudouridin (m1Ψ) zum mRNA-Impfstoff (wie es bei Comirnaty® der Fall ist) in einem Melanommodell das Krebswachstum und die Metastasierung anregte, während nicht-modifizierte mRNA-Impfstoffe gegenteilige Ergebnisse hervorriefen (Rubio-Casillas et al., 2024). Ein weiteres Review stellte einen Fallbericht vor und diskutierte mögliche Mechanismen der Tumorbildung – gestützt vor allem auf In-vitro-Evidenz und biologische Analogien (Gentilini et al., 2026).
    Retinale Gefäßverschlüsse (RVO)Eine groß angelegte multizentrische taiwanesische Untersuchung mit 7,3 Mio. geimpften und ungeimpften 1:1 gematchten Personen sowie ein ReviewEin Zusammenhang nach modRNA-Impfung wird diskutiert. Beide Studien liefern Hinweise für ein erhöhtes Vorkommen von RVOs bei geimpften im Vergleich zu ungeimpften Personen. Das Risiko sei laut Li et al. (2023) hierbei bis zu zwei Jahre nach Impfung erhöht (Hazard Ratio 2,19, 95 % KI, 2,0 bis 2,39). Eine Kausalität wurde bisher noch nicht entdeckt, beide Autorengruppen folgern jedoch, dass weitere Studien dringend notwendig sind. Denn retinale Gefäßverschlüsse stehen in Zusammenhang mit Thromboembolien (Leung & Au, 2023; Li et al. 2023)
    Kognitive Beeinträchtigungen und AlzheimerKoreanische retrospektive Kohortenstudie mit Daten der Nationalen Koreanischen Krankenkasse (50-%ige Zufallsprobe, 558 Tsd. Einwohner ab 65 Jahren)Insbesondere nach modRNA-Impfungen beobachtet. Das Odds Ratio für Alzheimer 3 Monate nach modRNA-Impfung lag bei 1,225 (95 % KI, 1,025 bis 1,464), für milde kognitive Beeinträchtigungen bei 2,377 (95 % KI, 1,845 bis 3,064). Keine Zusammenhänge wurden für vaskuläre Demenz und Morbus-Parkinson gefunden. Diese vorläufigen Belege deuten auf einen Zusammenhang hin und veranlassen zu weiterer Forschung, um den Zusammenhang zwischen impfstoffinduzierten Immunreaktionen und neurodegenerativen Prozessen zu klären. Die Forscher sprechen sich zudem für eine kontinuierliche Überwachung und Untersuchung der langfristigen neurologischen Auswirkungen der Impfstoffe aus (Roh et al., 2024)
    Veränderungen des BlutdrucksMeta-Analyse mit Daten aus einer Pharmakovigilanz-DatenbankBei bis zu 17 % der Befragten, vornehmlich jungen Erwachsenen, sei dieses Phänomen über eine mittlere Nachbeobachtungszeit von 4 Monaten festzustellen. Ältere Befragte (über 65 Jahre) seien weniger davon betroffen. Die Autoren konstatieren, dass es unwahrscheinlich sei, dass es sich um einen psychologischen Effekt handele, und vielmehr auf die Covid-19-Impfung zurückzuführen sei. Deshalb sei eine langfristige und systematische Überwachung der kardiovaskulären Auswirkungen nach Covid-19-Impfstoffen unbedingt erforderlich (Patamatamkul & Potongcamphan, 2023)
    Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse, Endokrine OrbitopathieTaiwanesische retrospektive Kohortenstudie mit über 2,3 Millionen Patienten vom TriNetX Network (jeweils die Hälfte geimpft und ungeimpft)Es wurde eine signifikante Verringerung des Risikos für eine Hyperthyreose 3 bis 9 Monate nach Impfung festgestellt (Hazard Ratio: 0,65-0,89), dieser Trend hielt jedoch bei 12 Monaten nicht mehr an. Demgegenüber stieg das Risiko für eine Hypothyreose zwischen 6 und 12 Monaten signifikant (Hazard Ratio: 1,14-1,30). Bei den mit modRNA-geimpften Personen waren sogar beide Risiken nach 12 Monaten signifikant erhöht (Hazard Ratio 1,16 bis 2,13) (Cheng et al., 2025)
    Südkoreanische Fallserie von August 2025 mit über 7,5 Millionen Erwachsenen und über 241.063 JugendlichenDie Studie konnte die Verschlimmerung einer bestehenden Hypothyreose nach COVID-19-Impfung bestätigen (Inzidenzratenverhältnis 1,27, 95 % KI, 0,94 bis 1,72) (Bea et al., 2025)
    Amerikanische retrospektive Kohortenstudie mit jeweils 69.378 geimpften und ungeimpften PatientenPatienten, die eine Hyperthyreose aufwiesen und mit einem modRNA-Impfstoff geimpft wurden, wiesen ein höheres Risiko auf, die Autoimmunerkrankung Endokrine Orbitopathie (EO) zu entwickeln. Die Gruppe, die eine COVID-19-Impfung erhalten hat, wurde hinsichtlich des Risikos für EO mit Gruppen verglichen, die keine COVID-19-Impfung (Relatives Risiko 1,49 %, 95 % KI, 1,39 bis 1,58), eine Tdap-Impfung (Relatives Risiko 1,8, 95 % KI, 1,56 bis 2,06) oder eine Influenza-Impfung bekamen (Relatives Risiko 1,68, 95 % KI, 1,49 bis 1,88) (Amarikwa et al., 2025). Das erhöhte Risiko für EO konnte die Studie von Bea et al. (2025) nicht bestätigen.
    Atopische ErkrankungenQuerschnittsanalyse von 29.201 Erwachsenen aus dem US National Health Interview Survey von 2021 Für Haut- und Nahrungsmittelallergien sowie Asthma zeigte sich nach COVID-19-Impfung kein erhöhtes Risiko. Für Heuschnupfen zeigte sich jedoch eine positive Assoziation (aOR 1,21, 95 % KI, 1,15 bis 1,27). Zusätzliche Analysen zur Anzahl der Impfdosen generierten überdies Signale für neu diagnostizierten Heuschnupfen und Asthma. Durch das beobachtende Design und residuales Confounding ist keine Kausalität ableitbar, weitere Forschung ist notwendig (Lu et al., 2025).
    Hörverlust, Polymyalgia rheumatica und Herpes ZosterSchwedische Registerstudie mit 2 Mio. Erwachsenen ab 65 JahrenFür plötzlichen sensorineuralen Hörverlust wurden nach den ersten drei Impfungen Hazard Ratios von 1,4-1,6 beobachtet, für Polymyalgia rheumatica (rheumatische Autoimmunerkrankung) nach der zweiten und dritten Impfung ein Anstieg von 12 bis 16 %. Für Herpes Zoster war das Risiko in der Hauptanalyse nicht erhöht – in einer Sensitivitätsanalyse unter Einbeziehung hausärztlicher Diagnosen war ein Anstieg um 19-42 % feststellbar. Gerade die Daten zu Herpes Zoster müssen aber vorsichtig interpretiert werden, da die Studienlage zum Zusammenhang zur COVID-19-Impfung weiterhin widersprüchlich ist. Als Stärken der Studie sind die große Kohorte und umfangreiche Adjustierungen zu nennen. Zu den Limitationen zählen residuales Confounding, ICD-basierte Diagnosen und eine kleine ungeimpfte Vergleichsgruppe mit einem Anteil von 5,2 % (Xu et al., 2026).

    Tabelle 4: Studien, die Signale über weitere Impfkomplikationen aufzeigen

    Letztlich werden auch seltenere Komplikationen in Einzelfallstudien berichtet. Inwiefern Zusammenhänge zwischen einzelnen Symptomen bestehen, ist nicht abschließend geklärt. In den folgenden Abschnitten wird ein tieferer Einblick in die Studienlage zur Myokarditis/Perikarditis und zum Post-Vac-Syndrom sowie die Anerkennung von Impfschäden gegeben.

    Myokarditis & Perikarditis

    Häufiger Bestandteil von Diskussionen ist der Vergleich der Prävalenz von Myokarditiden bzw. Perikarditiden nach Infektion und nach Impfung.

    • Eine Kohortenstudie mit 23 Millionen Einwohnern der nordischen Länder (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden) fand ein erhöhtes Risiko nach erster und zweiter modifizierter mRNA-Impfung, vor allem für junge Männer. Die Prävalenz wird mit 4 bis 7 zusätzlichen Ereignissen in 28 Tagen pro 100.000 Geimpfte nach Comirnaty® und 9 bis 28 zusätzlichen Ereignissen pro 100 000 Geimpfte nach Spikevax® angegeben (Karlstad et al., 2022).
    • Eine 2023 veröffentlichte Meta-Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Inzidenz von Myokarditis und Perikarditis nach Impfung höher ist als nach Infektion, die Gesundheitsrisiken von COVID-19 würden jedoch die Risiken durch die Impfung überwiegen (Gao et al., 2023).
    • Es gibt jedoch auch ein systematisches Review mit Meta-Analyse, das aufgrund der Einschlusskriterien zu einem anderen Ergebnis kommen: dass ein siebenfach höheres Risiko besteht, eine Myokarditis nach einer Infektion zu bekommen (Voleti et al., 2022).
    • Ebenso wurde in einer Kohortenstudie der erwähnten nordischen Länder berichtet, dass Myokarditiden nach Impfung innerhalb von 90 Tagen nach der Krankenhauseinweisung „milder“ verlaufen sollen als nach SARS-CoV-2-Infektion (Husby et al., 2023).
    • Eine Follow-up-Studie aus Deutschland und Kanada mit relativ kleiner Stichprobe kann dieser Beobachtung jedoch nicht beipflichten. 12 (entsprechend 24 %, davon 75 % weiblich) der 50 Patienten mit anfänglich milder Impfmyokarditisdiagnose (geringe kardiale Beteiligung, wenige EKG-Veränderungen, niedriges CRP) hatten gemittelt etwa 228 Tage lang persistierende Beschwerden – darunter Brustschmerzen (8/12, 67 %), Dyspnoe (7/12, 58 %), mit zunehmendem Auftreten von Müdigkeit (5/12, 42 %) und Herzklopfen. Die Autoren folgern, dass Impfmyokarditen zwar häufiger bei jungen Männern vorkommen würden, Frauen jedoch häufiger über persistierende Symptome berichten würden (Schroth et al., 2023).
    • Demgegenüber steht eine retrospektive Studie der südkoreanischen Behörde für Seuchenkontrolle und -prävention (KDCA), die mit 1,08 / 100.000 Einwohner eine niedrigere Inzidenz an impfbedingter Myokarditis in der Gesamtbevölkerung im Vergleich zu anderen Studien findet, aber bei etwa 19,8 % der Fälle schwere Verläufe feststellt. Ein schwerer Verlauf wurde dabei als Aufnahme auf die Intensivstation, eine fulminante Myokarditis (FM), Einsatz extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO), die Notwendigkeit einer Herztransplantation oder Tod definiert (Cho et al., 2023).
    • Die tatsächliche Inzidenz an Impf-Myokarditis bleibt weiterhin Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung. In eine neuere norwegische Registerstudie von Hagen et al. (2026) wurden alle Einwohner des Landes, die mindestens eine Impfdosis mit Comirnaty oder Spikevax erhalten haben (4,1 Mio. insgesamt), in die Analyse einbezogen. Von 349 begutachteten Myokarditis-Fällen wurden 177 als wahrscheinlich impfbedingt beurteilt. Daraus ergibt sich im Vergleich zu Karlstad et al. (2022) eine ähnliche und im Vergleich zu Cho et al. (2023) eine etwa 4,2-fach höhere Inzidenz von 4,5 Fällen pro 100.000 Geimpfte bzw. 1 Fall pro 22.000 Geimpfte. Die vollständige Einbeziehung der mindestens einmal geimpften norwegischen Bevölkerung macht die Daten valide, wenngleich trotzdem eine Untererfassung möglich ist (Hagen et al., 2026). 
    • Eine 2024 im Fachjournal Vaccine erschiene Beobachtungsstudie, mit Daten von über 99 Millionen geimpften Personen aus 8 verschiedenen Ländern die wohl bisher größte Kohortenstudie, kommt zu dem Ergebnis, dass nach allen verabreichten Impfstoffdosen bei BNT162b2 und mRNA-1273 ein Sicherheitssignal für Myokarditis besteht und bei mRNA-1273 nach der 1. und 3. Impfstoffdosis auch für Perikarditis. Für weitere Informationen zu dieser Studie lesen Sie bitte hier weiter.

    Abbildung 5: In dieser Tabelle aus der Studie von Faksova et al. (2024) sind BNT162b2/Comirnaty, mRNA-1273/Spikevax und ChAdOx1/Vaxzevria nach der Anzahl der verabreichten Impfdosen eingeteilt und in ihrer Häufigkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen (Myokarditis, Perikarditis) nach einem Ampel-Schema (Rot, Gelb, Grün) dargestellt. Schwellenwerte für statistische Hinweise auf mögliche Signale – Rot: LBCI* >1,5, statistisch signifikantes Sicherheitssignal; Gelb: LBCI* >1 und <1,5, statistisch signifikant; Grün: LBCI* <1,0, nicht statistisch signifikant; *LBCI: Untere Grenze des Konfidenzintervalls (Faksova et al., 2024).

    • Neuere große Registerstudien bestätigen das bereits bekannte Myokarditis-/Perikarditissignal für Kinder und Jugendliche. Larsen et al. (2026) analysierten Daten von ca. 496 Tsd. Jugendlichen und fanden nach der zweiten modRNA-Dosis ein adjustiertes Inzidenzratenverhältnis (IRR) von 5,27 (95 % KI, 1,98-14,05). In einer zusätzlich durchgeführten selbstkontrollierten Fallserie wurde das Signal mit einer IRR von 5,88 bestätigt. In der englischen OpenSAFELY-Analyse von Andrews et al. (2026) traten bei 12- bis 15-Jährigen sämtliche beobachteten Myokarditis- und Perikarditisfälle in den geimpften Gruppen auf. Es wurde eine Häufigkeit von 27 Fällen pro Mio. nach der ersten Impfung und 10 Fällen pro Mio. nach der zweiten Impfung berechnet – diese Werte sind allerdings nicht direkt vergleichbar, da bei der zweiten Dosis die einmal Geimpften als Referenzgruppe dienten. COVID-bedingte schwere Verläufe waren in dieser Altersgruppe insgesamt sehr selten, Todesfälle traten nicht auf. Beide Studien sind große registerbasierte Beobachtungsstudien – trotz Matching bzw. Adjustierung bleiben mögliche Verzerrungen durch Gesundheitsverhalten und Häufigkeit von Arztbesuchen (Healthy-Vaccinee-Bias) sowie residuale Confounder bestehen.

    Post-Vac-Syndrom

    Die Abgrenzung vom Post-Vac-Syndrom zu Impfnebenwirkungen gestaltet sich neben der uneinheitlichen Definition schon aufgrund des verwendeten Terminus als schwierig, da im Grunde genommen alle Nebenwirkungen „Post-Vac“ sind. Meist werden hierbei aber Symptome gemeint, die denen von Long- bzw. Post-Covid ähneln. Zudem werden immer wieder auch

    als Folgen einer COVID-19-Impfung genannt (Gießelmann & Martin, 2022).

    • Die genauen Mechanismen sind, ähnlich wie bei Long- bzw. Post-COVID, noch unbekannt. Es gibt jedoch Anhaltspunkte, nach denen die über die Impfung erzeugten Spike-Proteine Einfluss auf bestimmte Gefäßrezeptoren (z. B. antiidiotopische Antikörper) ausüben und so systematische Nebenwirkungen verursachen oder über die Induktion einer ganzen Reihe von Autoantikörpern Immunprozesse anstoßen, die im gesamten Körper zu unerwünschten Wirkungen führen können (Murphy & Longo, 2022).
    • Erste Forschungsarbeiten zeigen mögliche Parameter im Blut auf, die Ärztinnen und Ärzten zukünftig dabei helfen können, das Post-Vac-Syndrom frühzeitig zu erkennen. In einer Untersuchung von Forschern der Universität Düsseldorf (Preprint) konnten im Vergleich zur „normalen“ serologischen Impfreaktion signifikant erhöhte Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptor-Antikörper, verringerte alpha-2B-Adrenorezeptor-Antikörper und erhöhtes Interleukin-6 gemessen werden (Semmler et al., 2023).
    • Eine Studie der Yale-Universität, deren Ergebnisse im Februar 2025 vorläufig (als Preprint) veröffentlicht wurden, zeigt ein verändertes Immunprofil bei Post-Vac-Patienten auf. Demnach weist diese Gruppe eine verringerte Anzahl an Gedächtnis- und Effektor-CD4-T-Zellen (Typ 1 und 2) und eine erhöhte Anzahl an TNF-alpha produzierenden CD8-T-Zellen auf. Ob diese immunologischen Veränderungen ursächlich oder zumindest begünstigend bei der Entstehung des Post-Vac-Syndroms sind, sei derzeit noch unklar. Außerdem wurde bei einigen Patienten eine extrem lange Nachweisbarkeit des Spikeproteins (> 700 Tage nach Impfung) festgestellt sowie Hinweise für eine Reaktivierung von Viren wie Eppstein-Barr und Herpes erkannt. Die Studie soll durch eine größere Teilnehmerzahl (bisher 42 Post-Vac-Patienten) erweitert werden (Bhattacharjee et al., 2025).

    Unsere Leitfäden (unter Federführung von Dr. med. Freisleben und Dr. med. Brüggemann zu Long- bzw. Post-Covid sowie zum Post-Vac-Syndrom finden Sie hier.

    Impfschäden

    In einem am 12. Juni 2023 veröffentlichten Artikel in ZEIT ONLINE erklären Thomas Kerner (Jurist) und Bernhard Kleiser (Mediziner), beide im Verwaltungsverfahren zur Anerkennung eines Impfschadens des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZFBS) tätig, wann Anträge auf einen Corona-Impfschaden anerkannt und wann abgelehnt werden.

    • Laut Kerner müssen drei Tatbestände erfüllt sein: Die öffentliche Empfehlung der Impfung, eine diagnostizierte gesundheitliche Schädigung und ein kausaler Zusammenhang – ein zeitlicher Zusammenhang reiche nicht aus, müsse aber gegeben sein. Zusätzlich sei die Krankengeschichte notwendig, die in Form von medizinischen Befunden, Krankenkassenauszügen und eventuell externen Gutachtern nachvollzogen wird. Außerdem müsse laut Kleiser aus der Literatur eine Häufung der gesundheitlichen Schädigung nach der Impfung hervorgehen. Da beispielsweise Herzinfarkte in der Bevölkerung sehr häufig vorkommen, sei die Wahrscheinlichkeit eines kausalen Zusammenhangs hier sehr gering.
    • Für Post-Vac gebe es wiederum noch keine internationale Diagnose – erst, wenn weitere Forschung die notwendige Sicherheit bringen würde, dass das heterogene Post-Vac-Syndrom durch die Corona-Impfung verursacht werde, wären solche Impfschadensfälle anzuerkennen. Sollte sich die wissenschaftliche Literatur ändern, könnten Betroffene einen Neufeststellungsantrag stellen und bis zu vier Jahre rückwirkend Leistungen erhalten.
    • Zuletzt ergänzt Kleiser, dass vor der Pandemie etwa 40 Anträge auf Impfschäden jährlich in Bayern eingingen – inzwischen seien es insgesamt über 2.000, davon alleine 2022 über 1.200. Es gebe auch mehr Anträge auf Impfschäden bei anderen Impfungen wie den Mehrfachimpfungen bei Kindern aber auch Grippeimpfungen, was der Jurist auf die öffentliche Aufmerksamkeit des Themas zurückführt (Schumann & Wüstenhagen, 2023).

    Rechtliche Anerkennung

    • Bis Februar 2023 wurden laut Welt am Sonntag deutschlandweit rund 6.000 Anträge auf Hilfe in Folge schwerer gesundheitlicher Folgen durch eine Corona-Impfung gestellt, jedoch wurden bisher nur 253 Impfschäden anerkannt. 1808 Anträge wurden abgelehnt und 3968 weitere sind noch in Bearbeitung. Überwiegend handelt es sich dabei um Fälle von Myokarditis, Sinusvenenthrombosen und das Guillain-Barré-Syndrom, vereinzelt aber auch um Todesfälle (FOCUS online, 2023).
    • Bis Ende Januar 2024 hat sich die Anzahl der Anträge auf Impfschäden auf 11.827 erhöht. Dies geht aus einer Abfrage der Neuen Osnabrücker Zeitung (noz) bei den Behörden aller Bundesländer hervor. Durch diese neuen Daten ergibt sich eine relative Häufigkeit von 0,018 % aller Geimpften, die einen Antrag gestellt haben. Bei 467 bestätigten Impfschäden bedeutet dies eine Impfschadensquote von 1 zu 138.888 Impfungen. Die bisherige Anerkennungsquote beträgt 7,5 % – über 5.000 Anträge wurden abgelehnt, knapp 5.600 noch nicht bearbeitet und 658 Anträge haben sich aus anderen Gründen erledigt (Neue Osnabrücker Zeitung, 2024).
    • Im April 2025 wurden durch die FAZ neue Zahlen bekannt: Über 14.000 Anträge auf Anerkennung sind bisher eingegangen, 573 Fälle wurden anerkannt. Da sich die Anerkennungsquote auf 6,2 % reduziert hat, liegt die anerkannte Häufigkeit von Impfschäden demnach nun nur noch bei 1 zu 335.079 Impfungen. Bundesweit sind noch ca. 2.000 Widerspruchsverfahren anhängig (Becker, 2025).
       

    Adjuvantien

    • Lipidnanopartikel (LNP) werden in den COVID-19-Impfstoffen als neuartige Träger der modifizierten mRNA-Moleküle genutzt. Die modRNA-Impfstoffe wären ohne LNPs nicht umsetzbar gewesen, da die modRNA-Moleküle nicht von alleine in die Zellen gelangen können (Cross, 2021).
    • Es gab bereits virosomale Impfstoffe wie Epaxal gegen Hepatitis A oder Inflexal gegen Influenza mit strukturell ähnlichen Trägerstoffen, den Liposomen. Diese sind jedoch nicht mehr auf dem Markt verfügbar – laut Paul-Ehrlich-Institut nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken. Strukturell sind LNPs als Phospholipide mit darin eingelagertem Cholesterin aufgebaut. Außerdem gibt es weitere Lipidbestandteile, die spezifische Anforderungen erfüllen. LNPs gelten laut PEI als „biologisch abbaubar“ (Paul-Ehrlich-Institut, 2023a).
    • Vor Verwendung in den COVID-19-Impfstoffen waren ALC-0315 und ALC-0159 zur Forschung, nicht aber zur Verwendung am Menschen zugelassen. Mit der Zulassung von Comirnaty® wurden die Hilfsstoffe jedoch zugelassen (Rößler, 2022).

    Zur Funktion, Wirksamkeit und Sicherheit der LNPs lesen Sie bitte im ÄFI-Fachbeitrag zu Adjuvantien weiter.
     

    Entzug der Marktzulassung

    • Seit 2025 sind die FDA-Zulassungen der COVID-19-Impfstoffe in den USA auf Personen ab 65 Jahren sowie – je nach Impfstoff ab einem unterschiedlichen Mindestalter – auf jüngere Personen mit mindestens einem Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf begrenzt. Diese regulatorische Linie besteht auch 2026 fort. Maßgeblich an der Neuausrichtung beteiligt war der damalige Direktor des Center for Biologics Evaluation and Research (CBER) Vinay Prasad. In den FDA-Entscheidungsmemos wurden unter anderem Unsicherheiten über den klinischen Netto-Nutzen wiederholter Impfungen bei gesunden Niedrigrisikopersonen, methodische Grenzen von Beobachtungsdaten, fehlende für die Zulassung ausreichende hochwertige Evidenz für bestimmte Endpunkte wie Long COVID, die gestiegene Bevölkerungsimmunität sowie die begrenzte Aussagekraft immunologischer Surrogatendpunkte angeführt (Center for Biologics Evaluation and Research, 2025a, 2025b, 2025c).
    • Am 19. September 2025 hat zudem das neu besetzte US-amerikanische Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP), das mit der deutschen STIKO vergleichbar ist, die allgemeine und jährliche Impfempfehlung für Risikogruppen (Personen über 65 Jahren und Personen mit Grunderkrankungen) zurückgenommen. Zukünftig soll die Verabreichung der COVID-19-Impfung in den USA auf Basis der individuellen Impfentscheidung, die zwischen Arzt und Patient vereinbart wird, erfolgen. Da dieses Vorgehen in die Impfpläne des CDC aufgenommen wird, ist eine Kostenerstattung über alle gängigen Zahlungsmechanismen wie Gesundheitsversicherungen möglich (U.S. Department of Health & Human Services, 2025).
    • Die Entwicklungen in den USA hätten dafür sorgen müssen, dass die STIKO sich einer echten Nutzen-Risiko-Abwägung der COVID-19-Impfstoffe – vor allem im post-pandemischen Setting – stellen muss. Die STIKO hat im Juli 2026 tatsächlich eine Reevaluierung der COVID-19-Impfung vorgenommen und die Empfehlung weiter eingeschränkt (auf Personen ab 75 Jahren und bei erhöhter Gefährdung). Weiterhin empfohlen ist die Impfung aber auch für Schwangere mit Risikofaktoren. Ein wirklich kritischer Blick der STIKO auf die Impfung ist also weiterhin nicht erkennbar. Weitere Informationen hierzu finden sich im Abschnitt „Die STIKO-Empfehlungen“.
       

    Weiterführendes

    Aufarbeitung der Corona-Pandemie

    • Ein 2024 veröffentlichtes Review von Mühlhauser, Pantel und Meyer fasst anschaulich die Probleme der evidenzbasierten Risikokommunikation während der COVID-19-Pandemie zusammen. Die Forscher führen aus, dass die Berichterstattung häufig „einseitig, unvollständig oder missverständlich“ war und dass deshalb eine Aufarbeitung in Deutschland unvermeidlich sei. Als Beispiele nennt die Autorengruppe:

      1. die Kommunikation von Schutzwirkungen der Impfstoffe ohne Hinweis auf die begrenzte Dauer (framing of data);
      2. übertriebene Vermittlung von Bedrohungsszenarien, wodurch in der COSMO-Studie festgestellt wurde, dass ein Drittel der Befragten glaubte, Kinder ohne Impfung würden bei einer SARS-CoV-2-Infektion einen schweren Verlauf erleiden (und ein weiteres Drittel glaubte an einen mittelschweren Verlauf);
      3. die Überzeichnung des Impfstoffnutzens durch Relativprozentangaben („90 %“), wohingegen Risiken meist als natürliche Häufigkeiten angegeben wurden („pro 100.000 Geimpfte“) – Zahlen zu Wirksamkeit und Risiken sollten jedoch ein vergleichbares Format aufweisen;
      4. und dass weder das Informationsmaterial der STIKO noch der BZgA die Kriterien der evidenzbasierten Risikokommunikation erfüllten.

    Nach dem Beginn der Impfkampagne, nicht aber nach Auftreten von SARS-CoV-2, wurde in Deutschland eine (über Monate) anhaltende Übersterblichkeit beobachtet. 

    • Eine viel beachtete Analyse (selbst ein Faktenchecker der Tagesschau schrieb vom „methodisch sorgfältig durchdachtem Part“) wurde dazu von Christof Kuhbandner und Matthias Reitzner vorgelegt (Kuhbandner & Reitzner, 2023; Siggelkow, 2023). Die Autoren der im Cureus-Journal veröffentlichten Studie halten es nicht für ausgeschlossen, dass die COVID-19-Impfstoffe zur Übersterblichkeit beigetragen haben – insbesondere vor dem Hintergrund, dass viele Wissenschaftler annehmen, die Übersterblichkeit hätte durch die Impfkampagne geringer ausfallen müssen. In jedem Falle müsse diesem Sicherheitssignal durch weitere Forschung nachgegangen werden. 
    • Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Studie von Mostert et al. (2024). Die Studienautoren untersuchten die Übersterblichkeit in 47 westlichen Ländern anhand von Daten aus Our World in Data und einem Modell auf Basis historischer Mortalitätsdaten von 2015 bis 2019. Für 2020 wurden rund 1,03 Mio., für 2021 1,26 Mio. und für 2022 0,81 Mio. zusätzliche Todesfälle berechnet. Die Studie wurde im August 2026 vom BMJ Public Health zurückgezogen, woraufhin ÄFI die Studie reanalysiert hat und zu dem Schluss kam, die Studie weiterhin im Fachbeitrag zu nennen (für eine vollständige Analyse s. das Wiss. Hintergrundpapier von September 2026). Die Depublikation erfolgte nicht aufgrund von wissenschaftlichem Fehlverhalten oder methodischen Problemen, sondern aufgrund der laut Journal unzureichenden Diskussion über die Ergebnisse. Die deskriptive Darstellung der Übersterblichkeit muss somit von der Interpretation getrennt werden. Aus der Studie lässt sich insbesondere kein kausaler Beitrag der COVID-19-Impfungen zur Übersterblichkeit ableiten, da deren Ursachen nicht untersucht wurden (es geht für ÄFI aber auch nicht aus der Studie hervor, dass die Autoren einen kausalen Zusammenhang hergestellt hätten). Unverändert richtig ist weiterhin, dass die Übersterblichkeit trotz Impfkampagnen in vielen westlichen Ländern erhöht blieb und weiter untersucht werden muss.

    Verunreinigungen

    • Mehrere Forscher weltweit, darunter Phillip Buckhaults (USA), Kevin McKernan (USA) und Brigitte König (Deutschland) konnten DNA-Verunreinigungen weit über den Grenzwerten im Endprodukt, den COVID-19-modRNA-Impfstoffen, feststellen. Die Entdeckungen sind in Fachjournalen veröffentlicht (König & Kirchner, 2024; Speicher et al., 2025). 
    • Dass es überhaupt zu DNA-Verunreinigungen gekommen sein könnte, liegt daran, dass die Massenherstellung der modRNA-Impfstoffe über den Prozess 2 erfolgt ist, bei welchem Plasmid-DNA aus Bakterien gewonnen wird. Für die klinischen Prüfungen nutzten die Hersteller jedoch den Prozess 1 (Levi, 2022). 
    • Das Paul-Ehrlich-Institut hat bis zur Entdeckung der DNA-Verunreinigungen lediglich Papierprüfungen der eingereichten Dokumente von BioNTech vorgenommen. Nachdem Forscher DNA-Verunreinigungen nachweisen konnten, hat das PEI Ende 2023 eine Testung an von BioNTech zugeschickten, selektierten Proben nach der Verfahrensanweisung (SOP) des Pharma-Unternehmens vorgenommen, weigert sich aber, diese wegen „Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“ zu veröffentlichen.
    • Weitere Informationen zu dem Thema finden sich zu der IFG-Anfrage von ÄFI an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

    Funktionsweise der Impfstoffe

    • Lange Zeit wurde in der Fachwelt angenommen, dass modifizierte mRNA-Impfstoffe an der intramuskulären Verabreichungsstelle schnell abgebaut und nicht weiter im Körper verteilt werden (Biodistribution). Erste Zweifel daran warfen Tierstudien auf. Im September 2022 folgte dann eine JAMA-Studie mit 11 stillenden Müttern, in deren Muttermilch erstmals modRNA nachgewiesen werden konnte. Am Ende blieb die Frage für die Autoren offen, warum andere Studien zu einem gegensätzlichen Ergebnis gekommen waren: „Wie ist es möglich, dass Impf-mRNA jetzt in Muttermilch nachgewiesen werden konnte, im Juli 2021 jedoch noch nicht?“ (Hanna et al., 2022) (Übersetzung des Verfassers). 
    • Eine im Oktober 2023 im renommierten Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Studie mit 13 gesunden und stillenden Müttern nach der Geburt scheint die Biodistribution von mRNA endgültig zu beweisen. Mittels quantitativer digitaler Tröpfchen-PCR wurden bis zu 45 Stunden nach einer Impfung in der Hälfte der Fälle (10 von 20 verabreichten Impfungen) Spuren von modRNA in Brustmilch nachgewiesen. Die Autoren der Studie raten stillenden Müttern dazu, einen Dialog mit entsprechenden Gesundheitsdienstleistern aufzunehmen, da die minimale modRNA-Dosis, die eine Immunreaktion bei Säuglingen <6 Monaten auslösen kann, nicht bekannt ist (Hanna et al., 2023). 
    • Faktenchecker, Behörden und Experten müssen somit ihre Meinung revidieren (MDR, 2021; zdfheute, 2021; FOCUS online, 2022). Weiterhin zu klären bleibt jedoch der Grad der Translationsaktivität der modRNA in der Muttermilch.

    Kosten

    • Der Preisanstieg des bivalenten COVID-19-Impfstoffes auf 120 US-Dollar veranlasste israelische Forscher zu einer Berechnung der ökonomischen Kosten zur Verhinderung eines schweren COVID-19-Verlauf bzw. Todesfalles. In der Altersgruppe 18-64 wurde die Anzahl der Impfungen zur Verhinderung eines schweren Verlaufs auf 20.407 geschätzt. Zur Verhinderung eines Todesfalls lag die Schätzung bei 100.304 Impfungen. Dies entspricht 2,45 Mio. Dollar pro verhindertem schweren Verlauf bzw. 12,04 Mio. Dollar pro verhindertem Todesfall. Dies sei unhaltbar und veranlasste die Forscher, die Richtlinie des CDC zu hinterfragen, nach der alle Personen ab 6 Monaten eine bivalente Auffrischungsimpfung erhalten sollen (Arbel et al., 2023).
  • Neue PEI-Daten zu Impfnebenwirkungen

    Durch einen September 2024 veröffentlichten Bericht des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) wird die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe einmal mehr infrage gestellt. Demnach treten Verdachtsfälle von Impfnebenwirkungen bei COVID-19-Impfstoffen 21x häufiger auf im Vergleich zu allen anderen Impfstoffen, schwere Impfnebenwirkungen 10x häufiger. Die Daten weisen einige Limitationen auf, sind aber im Rahmen bisheriger Studienergebnisse, die Sicherheitssignale bei den COVID-19-Impfstoffen entdeckt haben, nicht verwunderlich. Höchste Zeit, dass das PEI eine ernsthafte Prüfung des Nutzen-Risiko-Profils vornimmt.

    Hier weiterlesen

    Verdachtsmeldungen zu Impfnebenwirkungen können online mittels eines Meldeformulars beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte & Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden.

    Hier geht's zum Online-Formular

  • Die STIKO-Empfehlungen

    Die STIKO nimmt immer wieder Änderungen an ihren COVID-19-Impfempfehlungen vor. Die letzte Aktualisierung erfolgte am 9. Juli 2026 im Epidemiologischen Bulletin 28/2026 (Robert Koch-Institut, 2026). Aktuell gilt: 

    Der gesunden Bevölkerung wird nun keine Impfung (bisher Basisimmunität bestehend aus drei Antigenkontakten, davon mindestens eine Impfung) mehr empfohlen – weder gesunden Kindern noch Erwachsenen oder Schwangeren. Begründet wird dies mit der heute durch vielfältige Antigenkontakte bestehenden „hybdriden Immunität“ und den sehr selten gewordenen schweren Verläufen durch die Omikron-Variante.

    Nun sollen nur noch 

    • Personen im Alter von ≥ 75 Jahren sowie bisher auch 
    • Personen mit gesundheitlichen Risikofaktoren durch bestehende Grunderkrankungen (auch Schwangere mit Gestationsdiabetes oder Hypertonie),
    • Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie dessen Personal (falls direkter Kontakt zu Bewohnern besteht), 
    • medizinisches Personal mit erhöhtem tätigkeitsbezogenem Infektionsrisiko und 
    • Familienangehörige und Kontaktpersonen von Menschen, bei denen keine schützende Immunantwort durch die Impfung zu erwarten ist

    jährliche, an die zirkulierenden Varianten angepasste Auffrischimpfungen erhalten.

    Ausführliche Informationen zur COVID-19-Impfung für Schwangere finden sich hier.
     

    Die Argumente der STIKO

    ÄFI hat im Zuge der Aktualisierung der STIKO-Empfehlungen immer wieder Stellungnahmen und Analysen veröffentlicht. Darin wurden auch die Argumente der STIKO zur COVID-19-Impfung für verschiedene Personengruppen genannt. Beachtet werden muss dabei, dass die STIKO (wahrscheinlich auch aufgrund der Vielzahl der Publikationen in dem Zeitraum) nur in Einzelfällen ein systematisches Review zur Literatur über die COVID-19-Impfung durchgeführt hat.

    Analyse der Argumente der STIKO zur COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche im ÄFI-Fachbeitrag zur STIKO-Methodik (Erstveröffentlichung 14. Juni 2024)

    Grundimmunisierung: Laut STIKO nur noch eine Impfung notwendig (2. Februar 2024)

    STIKO zieht COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche zurück (27. April 2024)

    STIKO hält an COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere mit Risikofaktoren fest (24. Juli 2026)
     

    Kritik an den STIKO-Empfehlungen

    ÄFI hat an mehreren Stellen, so etwa im offenen Brief an die STIKO sowie in der Stellungnahme Für ein Umdenken in der Impfpolitik, Kritik an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission während der COVID-19-Pandemie geübt.

    • Insbesondere die allgemeine COVID-19-Impfempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren vom 19. August 2021 und für Kinder ab 5 Jahren vom 25. Mai 2022 ist argumentativ nicht nachvollziehbar gewesen. Die wissenschaftliche Begründung deckte sich nicht mit dem von der STIKO eigens festgelegten Standard Operating Procedure (siehe hier). Die Rücknahme dieser Impfempfehlung am 25. April 2023 kam viel zu spät. Ebenso kam auch die Rücknahme der Impfempfehlung für Schwangere und gesunde Erwachsene am 9. Juli 2026 viel zu spät. Die STIKO begründete dies mit der breiten hybriden Immunität in der Bevölkerung und dem Auftreten der Omikron-Variante. Omikron trat aber bereits Ende 2021 auf und seitdem hat sich wenig an den zirkulierenden Varianten geändert. Genau durch solche wenig nachvollziehbaren Begründungen ist viel an Vertrauen in der Bevölkerung und in Fachkreisen in die Arbeit der STIKO verlorengegangen.

    Die Nutzung der modRNA-Impfstoffe lässt sich nach Ansicht von ÄFI kaum noch rechtfertigen – auch nicht bei Personen ab 75 Jahren und Risikogruppen. Folgende Gründe sprechen für die sofortige Rücknahme der Impfempfehlung bei allen Personengruppen und den Entzug der Zulassung:

    1. Jahre nach Beginn der Impfkampagne in Deutschland sind wesentliche Fragen zu den Impfstoffen und der modifizierten mRNA-Technologie unbeantwortet.

    • Die genaue Angabe der enthaltenen modRNA in Mikrogramm pro verabreichter Dosis täuscht darüber hinweg, dass weder die genaue funktionelle Menge an modifizierter mRNA damit angegeben noch die vom Patienten produzierte Antigenmenge genau definiert ist. Hierzu können weder Hersteller noch Zulassungsbehörden eindeutige Angaben machen.
    • Das Nutzen-Risiko-Profil ist nach wie vor unklar, wie jüngst auch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) feststellte und den Impfstoffen für gesunde Personen unter 65 Jahren die Zulassung entzog. Die Gründe hierfür sind vielfältig und umfassen immer wieder neu festgestellte oder bereits bekannte, aber häufiger als erwartet auftretende Nebenwirkungen (s. bspw. Faksova et al., 2024). Hinzu kommen auch Phänomene wie die Antigenerbsünde und die Immuntoleranz durch IgG4-Switch, die insbesondere das „blinde Boostern“ infrage stellen.
    • Es wurden laut den Herstellern weder Genotoxizitätsstudien noch Karzinogenitätsstudien durchgeführt. Lipidnanopartikel (LNPs) sind unzureichend erforscht worden. Welchen Beitrag die COVID-19-Impfstoffe zur Übersterblichkeit geleistet haben und wie häufig sie Krebserkrankungen ausgelöst oder verschlimmert haben, ist ebenfalls unklar. Die RCTs mit der längsten verblindeten Nachbeobachtung konnten keinen statistisch positiven Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit durch die modRNA-Impfstoffe im Gegensatz zum Placebo feststellen. Eine retrospektive Kohortenstudie von Alessandria et al. (2024) stellte sogar eine höhere Mortalität (alle Ursachen) nach 2, 3 oder 4 Impfungen fest.

    2. Es gibt starke Ungereimtheiten bei der Zulassungsstudie von Comirnaty®, welche die Datenintegrität stark infrage stellen (Thacker, 2021; Bodderas, 2023). Eine Re-Analyse der Zulassungsstudie ergab ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Fraiman et al., 2022).

    3. Seit der „milderen“ Omikron-Variante (bereits seit Anfang 2022, aber vor allem in der Herbst-Erkältungssaison 2022) spielt SARS-CoV-2 für das Infektionsgeschehen nur noch eine Nebenrolle (Anteil am Infektgeschehen im einstelligen Prozentbereich).

    4. Kinder, Jugendliche und gesunde Erwachsene haben ein geringes Risiko für einen schweren Verlauf durch COVID-19. Die Datenlage zu Long-COVID/Post-COVID ist zu schwach, um ein höheres Risiko für ein postvirales Syndrom nach Infektion im Vergleich zu anderen Viren anzunehmen.

    5. Eine Infektion ist immunologisch gegenüber der reinen Impfserie (2- oder 3-fach) als mindestens gleichwertig zu bewerten (Medić et al., 2022; Stein et al., 2023).

    6. Die Studie von Bowe, Yie & Al- Aly (2022) zeigt eindeutig auch für die ursprünglich identifizierten Risikogruppen mit bestimmten Grunderkrankungen, dass das Risiko, zu versterben, bei geimpften reinfizierten Individuen höher als bei ungeimpften reinfizierten Individuen ist (Bowe et al., 2022).

    7. Die Varianten-angepassten Impfstoffe haben kein reguläres Zulassungsverfahren durchlaufen, sondern stützen sich auf präklinische Daten und Vergleiche zu den bereits zugelassenen originalen Impfstoffen (Bodderas, 2022). Robuste Studien zeigen eine negative Impfstoffwirksamkeit der Varianten-angepassten COVID-19-Impfstoffe gegen Infektionen und einen relativ niedrigen Schutz gegen Hospitalisierungen und Tod, der mit jeder neu auftretenden Sublinie oder Rekombinante weiter abnimmt (Ioannou et al., 2025, Ma et al., 2025).

  • Hintergründe zur 2022 bestehenden Corona-Impfpflicht

    Hinweis: Rechtlich präzise gab es für bestimmte Berufe eine Impfnachweispflicht. Im Folgenden wird der Begriff einrichtungsbezogene Impfpflicht weiter genutzt, da dies einerseits den meisten Lesern gängig ist, andererseits aufgrund der Verkürzung des Genesenenstatus auf 3 Monate ein ausreichender Nachweis über die Genesung unmöglich gemacht wurde und damit de facto eine Impfpflicht bestand.

    Vom 16. März bis 31. Dezember 2022 gab es in Deutschland eine einrichtungsbezogene Impfpflicht für COVID-19-Impfungen.

    Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder medizinischen Einrichtungen mussten bis zum 31. September grundsätzlich „vollständig geimpft“ sein (zwei Impfungen) oder einen Genesenennachweis erbringen. Dieser war jedoch nach Verkürzung durch das RKI bei ungeimpften Menschen nur drei Monate gültig. Konnten diese Menschen keinen ausreichenden Impfschutz vorweisen, musste dies der Arbeitgeber an das zuständige Gesundheitsamt melden. Dem Gesundheitsamt oblag dann, den Impfnachweis einzufordern. Hierfür wurde dem Betroffenen ein Monat Zeit zugebilligt. Dieser Forderung konnte mit Betretungsverboten und Strafzahlungen bis zu 2.500 Euro Nachdruck verliehen werden. Ab 1. Oktober 2022 galten Menschen mit drei Impfungen als „vollständig geimpft“. Ein Genesenennachweis nach der letzten Impfung konnte die dritte Impfung ersetzen.

    Die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht wurde in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Teilweise wurde die Impfpflicht nicht kontrolliert bzw. bei der Vollständigkeit der Grundimmunisierung (2 oder 3 Impfungen) unterschieden.

    Ziel der einrichtungsbezogenen Impfpflicht war es laut Politik, ein Zusammenbrechen des Gesundheitssystems zu verhindern und den Schutz vulnerabler Gruppen (Ältere und Kranke) zu gewährleisten. Aufgrund der sich im zeitlichen Verlauf immer weiter reduzierenden Effektivität der Impfstoffe zur Verhinderung der Transmission (s. Effektivität der Impfstrategie) stand sie jedoch massiv in der Kritik und wurde so letztlich Ende 2022 nicht verlängert.

    Zugleich hat das Gesetz sehr viel Leid bei den Betroffenen verursacht, wie ÄFI durch das Sammeln von über 1000 Geschichten und Statements von Fachkräften im Gesundheitswesen sowie die Veröffentlichung von 320 dieser Schicksale in Form des Buches Die Corona-Impfpflicht ist das falsche Instrument dokumentiert hat. Bei einer Unterschriftenaktion des Vereins haben sich rund 37.000 Menschen gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesprochen.

    Letztlich könnte die einrichtungsbezogene Impfpflicht sogar kontraproduktiv gewesen sein: Eine September 2023 veröffentlichte, im Rahmen der prospektiven Kohortenstudie CoVacSer durchgeführte Befragung mit 1.704 Beschäftigten des Gesundheitswesens ergab mittels eines elektronischen Fragebogens, dass mehr als ein Drittel der Befragten (595 bzw. 34,9 %) mindestens ein Mal nach einer Corona-Impfung krankgeschrieben waren. Dies entsprach einer Gesamtzahl von 1.550 Krankheitstagen. Sowohl die absoluten Krankheitstage als auch der Anteil der Beschäftigten nahm mit jeder zusätzlichen Impfung zu. Insbesondere nach der dritten Moderna-Impfung (Spikevax) wurden signifikant längere und häufigere Krankenstände festgestellt. Die Autoren folgern, dass weitere Booster in Personalengpässen resultieren könnten, wodurch das ohnehin schon angespannte Gesundheitssystem weiter belastet und die angemessene Patientenversorgung gestört werden könnte (Reusch et al., 2023).

    Unsere Stellungnahme an den Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht können Sie hier nachlesen, die Stellungnahme als Sachverständiger Dritter an das Bundesverfassungsgericht hier. Außerdem finden Sie hier das Gutachten von Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler: „Die einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht ist verfassungswidrig!“

  • Von Dr. med. Erich Freisleben und Dr. med. Anne-Kathrin Brüggemann

    Langzeitfolgen der COVID-19-Erkrankung und das nach einer Impfung gegen COVID-19 mögliche Post-Vac-Syndrom ähneln sich in vielerlei Hinsicht. Mit diesem Arbeitspapier möchte ÄFI die hausärztliche Praxis in Diagnostik und Therapie beider Syndrome unterstützen.

    Es ist auf der folgenden Grundlage entstanden:

    1. Befragungen Betroffener und ihrer Angehörigen (Kontakt über Selbsthilfegruppen und Patientenvertretungen)
    2. Fallkonferenzen mit Betroffenen und ihren Behandelnden
    3. Auswertung von ca. 300 Patientenfällen der Praxis von Dr. Erich Freisleben
    4. Online-Befragungen behandelnder Hausarztpraxen (Praxen n=62, Gesamtzahl betroffener Patienten und Patientinnen dieser Praxen n=934)
    5. Online- und Präsenzveranstaltungen mit internationalem und interdisziplinärem Fachpersonal aus medizinischen Berufen und interdisziplinären Wissenschaftlern zur gegenseitigen Fortbildung und zum direkten Austausch zu Diagnostik und Therapie
    6. Aktuell verfügbare Fachliteratur
    7. Vernetzung und Koordination der nationalen und internationalen Teilnehmer durch Dr. med. Anne-Katrin Brüggemann

    Das Arbeitspapier versteht sich als eine der Evidenz verpflichtete Grundlage. Es kann daher weder als vollständig noch als abschließend betrachtet werden. Vielmehr bietet es eine erste wissenschaftliche Handlungsempfehlung für die hausärztliche Praxis, die bei neuer Evidenz angepasst wird.

    Hier weiterlesen

  • Abbasi, J. (2023). What to Know About EG.5, the Latest SARS-CoV-2 “Variant of Interest”. JAMA, 330(10), 900–901. https://doi.org/10.1001/jama.2023.16498

    Abue, M., Mochizuki, M., Shibuya-Takahashi, R., Ota, K., Wakui, Y., Iwai, W., Kusaka, J., Saito, M., Suzuki, S., Sato, I., & Tamai, K. (2025). Repeated COVID-19 Vaccination as a Poor Prognostic Factor in Pancreatic Cancer: A Retrospective, Single-Center Cohort Study. Cancers, 17(12), 2006. https://doi.org/10.3390/cancers17122006

    Agarwal, G., Hajra, A., Chakraborty, S., Patel, N., Biswas, S., Adler, M. K., & Lavie, C. J. (2022). Predictors and mortality risk of venous thromboembolism in patients with COVID-19: Systematic review and meta-analysis of observational studies. Therapeutic Advances in Cardiovascular Disease, 16, 17539447221105012. https://doi.org/10.1177/17539447221105013

    Akbarialiabad, H., Taghrir, M. H., Abdollahi, A., Ghahramani, N., Kumar, M., Paydar, S., Razani, B., Mwangi, J., Asadi-Pooya, A. A., Malekmakan, L., & Bastani, B. (2021). Long COVID, a comprehensive systematic scoping review. Infection, 49(6), 1163–1186. https://doi.org/10.1007/s15010-021-01666-x

    Alessandria, M., Malatesta, G. M., Berrino, F., & Donzelli, A. (2024). A Critical Analysis of All-Cause Deaths during COVID-19 Vaccination in an Italian Province. Microorganisms, 12(7), Article 7. https://doi.org/10.3390/microorganisms12071343

    Alessandria, M., Trambusti, G., Malatesta, G. M., Polykretis, P., & Donzelli, A. (2025). Classification bias and impact of COVID-19 vaccination on all-cause mortality: The case of the Italian region Emilia-Romagna. Autoimmunity, 58(1), 2562972. https://doi.org/10.1080/08916934.2025.2562972 

    Alimohamadi, Y., Tola, H. H., Abbasi-Ghahramanloo, A., Janani, M., & Sepandi, M. (2021). Case fatality rate of COVID-19: A systematic review and meta-analysis. Journal of Preventive Medicine and Hygiene, 62(2), E311–E320. https://doi.org/10.15167/2421-4248/jpmh2021.62.2.1627

    Almamlouk, R., Kashour, T., Obeidat, S., Bois, M. C., Maleszewski, J. J., Omrani, O. A., Tleyjeh, R., Berbari, E., Chakhachiro, Z., Zein-Sabatto, B., Gerberi, D., Tleyjeh, I. M., Cardiac Autopsy in COVID-19 Study Group, Paniz Mondolfi, A. E., Finn, A. V., Duarte-Neto, A. N., Rapkiewicz, A. V., Frustaci, A., Keresztesi, A.-A., … Grimes, Z. (2022). COVID-19-Associated cardiac pathology at the postmortem evaluation: A collaborative systematic review. Clinical Microbiology and Infection: The Official Publication of the European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases, 28(8), 1066–1075. https://doi.org/10.1016/j.cmi.2022.03.021

    Amarikwa, L., Chandraparnik, P., Wai, K. M., Rahimy, E., Kinde, B., Koo, E., Ludwig, C., Dosiou, C., Mruthyunjaya, P., & Kossler, A. L. (2025). Risk of developing thyroid eye disease in patients with thyroid dysfunction that received a COVID-19 vaccination. Canadian Journal of Ophthalmology. Journal Canadien D’ophtalmologie, S0008-4182(25)00320-5. https://doi.org/10.1016/j.jcjo.2025.06.017

    Andersson, N. W., Thiesson, E. M., Lassaunière, R., Hansen, J. V., & Hviid, A. (2023). Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) Infection and Postacute Risk of Non–Coronavirus Disease 2019 Infectious Disease Hospitalizations: A Nationwide Cohort Study of Danish Adults Aged ≥50 Years. Clinical Infectious Diseases, ciad531. https://doi.org/10.1093/cid/ciad531

    Antonelli, M., Pujol, J. C., Spector, T. D., Ourselin, S., & Steves, C. J. (2022). Risk of long COVID associated with delta versus omicron variants of SARS-CoV-2. Lancet (London, England), 399(10343), 2263–2264. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(22)00941-2

    Arbel, R., Hammerman, A., & Netzer, D. (2023). Bivalent Boosters against Severe Omicron Infection. New England Journal of Medicine, 388(18), 1726–1727. https://doi.org/10.1056/NEJMc2303753

    Barrett, R., Youssef, M., Shah, I., Ioana, J., Lawati, A. A., Bukhari, A., Hegarty, S., Cormican, L. J., Judge, E., Burke, C. M., Cody, C., Feely, J., Hutchinson, K., Tormey, W., Neill, E. O., Shea, A. O., Connolly, M., McCartney, D. M. A., & Faul, J. L. (2022). Vitamin D Status and Mortality from SARS CoV-2: A Prospective Study of Unvaccinated Caucasian Adults. Nutrients, 14(16), 3252. https://doi.org/10.3390/nu14163252

    Bazargan, M., Elahi, R., & Esmaeilzadeh, A. (2022). OMICRON: Virology, immunopathogenesis, and laboratory diagnosis. The Journal of Gene Medicine, 24(7), e3435. https://doi.org/10.1002/jgm.3435

    Bea, S., Ahn, H. Y., Woo, J., Shin, J.-Y., & Cho, S. W. (2025). Effect of COVID-19 Vaccination on Thyroid Disease in 7 Million Adult and 0.2 Million Adolescent Vaccine Recipients. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 110(9), e3109–e3116. https://doi.org/10.1210/clinem/dgae858

    Becker, K. B. (2025, April 21). Coronavirus: Hunderte anerkannte Impfschäden bundesweit. Frankfurter Allgemeine Zeitung. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/coronavirus-hunderte-anerkannte-impfschaeden-bundesweit-110426236.html

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    Das Hintergrundpapier zur Fachbeitragsaktualisierung gibt unter anderem Aufschluss über die angewandte Methodik von ÄFI zur Literatursuche und den Gründen für den Einschluss bzw. Ausschluss von Studien.

    Wissenschaftliches Hintergrundpapier von September 2025 (COVID-19)

    Wissenschaftliches Hintergrundpapier von September 2026 (COVID-19)

Stand: 7. Sep. 2026
Nächste Aktualisierung: 29. Aug. 2027
Erstveröffentlichung: 5. April 2023

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