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Wissenschaft

Die wissenschaftliche Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Vereins Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung (ÄFI). Die Fachbeiträge der ÄFI ebenso wie die Stellungnahmen werden nach Kriterien wissenschaftlicher Arbeit zusammengestellt. Hier können Sie alle Meldungen zum Thema Wissenschaft nachlesen.

Newsletter #68: Vorhaltepauschale und Abschlagsregelung: Wer wenig impft, wird abgestraft

Seit Januar gilt die neue Vorhaltepauschale für Hausarztpraxen – eine Neuregelung mit offensichtlichem Bestrafungscharakter: Einerseits ist bei den Zuschlägen die Anzahl der Schutzimpfungen nur eines von zehn möglichen Kriterien und fällt damit auch nur relativ ins Gewicht. Andererseits ist der Abschlag von 40 Prozent für Praxen mit weniger als zehn Impfungen jeweils in den ersten drei Quartalen sehr deutlich und nicht durch andere Kriterien ausgleichbar.

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Interview: Gürtelrose-Impfung ist eine der reaktogensten Impfungen

Die Impfung gegen Gürtelrose zählt zu den Impfungen, die unter den klassischen Impfungen die meisten unerwünschten Reaktionen verursachen. In einem Radio-Interview gibt ÄFI-Vorstand Dr. Matthias Keilich einen Überblick über diese Impfung und berichtet aus eigenen Erfahrungen in seiner Praxis.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag zu Gürtelrose

Impf-Studien zu Schwangeren oft wenig vertrauenswürdig

ÄFI hat seinen Fachbeitrag zu „Impfungen in der Schwangerschaft“ turnusgemäß aktualisiert. Dabei stellte sich heraus: Relativ viele systematische Reviews klingen hinsichtlich ihrer Ergebnisse vielversprechend, weisen jedoch eine nur geringe Vertrauenswürdigkeit auf. Das wissenschaftliche Hintergrundpapier arbeitet diesen Umstand deutlich heraus.

Fragliche Wirkung der Gürtelrose-Impfung gegen Herpes-Zoster-Komplikationen

Seit Juni 2025 ist Zostavax® in der EU nicht mehr verfügbar – Shingrix® ist damit der derzeit einzige Impfstoff gegen Gürtelrose. Er wird häufig als Schutz auch vor schweren Komplikationen wie Schlaganfall, Augenerkrankungen oder Dissemination beworben. Die Zulassungsstudien zeigen jedoch eine extrem geringe absolute Risikoreduktion bei diesen seltenen Ereignissen (0,11–0,13 %, die NNV liegt bei 759–935). Neuere Beobachtungsstudien deuten zudem auf ein vorübergehend erhöhtes Risiko für eine Gürtelrose-Diagnose in den ersten Wochen nach der ersten Impfdosis hin. Im aktualisierten Gürtelrose-Fachbeitrag und im wissenschaftlichen Hintergrundpapier geht ÄFI diesen Fragen detailliert nach.

Pneumokokken-Impfempfehlung kaum nachvollziehbar

Die STIKO erkennt ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis der Pneumokokken-Impfung. Diese Einschätzung lässt sich aus den zum Zeitpunkt der Einführung der Impfempfehlung zugrunde gelegten Daten nicht ableiten: Die Empfehlung basiert auf spärlicher wissenschaftlicher Literatur, für die Sicherheit des Impfstoffes hat man sich mit einer einzigen und dazu auch noch wenig aussagekräftigen Studie begnügt. Zu diesen und anderen Aspekten hat ÄFI seinen Impf-Fachbeitrag zu Pneumokokken aktualisiert und ein wissenschaftliches Hintergrundpapier vorgelegt.