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STIKO hält an COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere mit Risikofaktoren fest
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat eine neue COVID-19-Impfempfehlung herausgegeben. In ihrem Epidemiologischen Bulletin 28/2026 vom 9. Juli 2026 spricht sich die Kommission dafür aus, die gesunde erwachsene Bevölkerung erst ab einem Alter von 75 Jahren gegen SARS-CoV-2 impfen zu lassen.
Dies gilt ausdrücklich auch für Schwangere, sofern sie nicht unter einer Grunderkrankung leiden oder eine Schwangerschaftskomplikation zu erwarten ist.
Die Empfehlung für eine Indikationsimpfung für alle Erwachsenen gilt weiterhin: wenn bestimmte Vorerkrankungen vorliegen, für Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie für das Personal in Pflege und medizinischen Einrichtungen mit erhöhtem Infektionsrisiko aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit. Sie alle sollen auch die jährliche Auffrischimpfung wahrnehmen.
Auch für Kinder ab 6 Monaten mit einer Grunderkrankung und erhöhter gesundheitlicher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf empfiehlt die STIKO die Impfung. Zu den Grunderkrankungen zählen etwa chronische Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten, Adipositas und Immundefizienz.
Zur Begründung führt die STIKO an, dass ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung über eine „durch vielfältige Antigenkontakte geprägte hybride Immunität“ verfüge und dementsprechend gut geschützt sei. Insofern sei die bisherige Empfehlung zur Erlangung einer Basisimmunität durch drei Antigenkontakte, von denen mindestens eine durch eine Impfung zu erfolgen hat, nicht mehr notwendig. Insgesamt seien die COVID-19-Fallzahlen seit dem Ende der Pandemie kontinuierlich zurückgegangen.
Typisch ist laut der Kommission inzwischen ein „eingipfliger saisonaler Verlauf mit Beginn im Spätsommer/Frühherbst“. Dies sei auch der ideale Zeitpunkt für die jährliche Impfung, wobei der Abstand zu einer nachgewiesenen Infektion oder einer vorhergehenden COVID-19-Impfung mindestens sechs Monate betragen soll.
Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe ohne neuere Daten beurteilt
Zur Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe bezieht sich die STIKO auf ihre Epidemiologischen Bulletins 21/2023 und 2/2024. Seither scheint sich keine Notwendigkeit für eine erneute Überprüfung ergeben zu haben. Demnach seien die zugelassenen Impfstoffe „reaktogen, aber überwiegend gut verträglich“, schwere unerwünschte Ereignisse würden „selten beobachtet“.
Für Schwangere stellt die STIKO fest, dass schwere Corona-Verläufe und Krankenhauseinweisungen seit dem Auftreten der Omikron-Variante sehr selten geworden seien. Damit sei auch das Risiko für schwere prä- oder postnatale Folgen für das ungeborene Kind „stark gesunken“. Gesunde Schwangere haben demnach im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung kein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf.
Die letzte und einzige systematische Literaturrecherche und -auswertung zu dem Thema nahm die STIKO im September 2021 vor. Die Omikron-Variante trat erst einige Monate später auf. Es gibt somit bis heute keine strukturierte Aufarbeitung der Evidenz zur Sinnhaftigkeit der COVID-19-Impfung für Schwangere unter Omikron durch das Gremium. Ausgehend von diesem Versäumnis muss auch diese späte Rücknahme der Impfempfehlung betrachtet werden.
Andere Länder haben die Impfempfehlung für Schwangere gegen COVID-19 bereits vor längerem (meist aufgrund des fehlenden Nutzens der Impfung) zurückgenommen: Die Niederlande ab 2024, Großbritannien ab Frühling 2025, die USA ab Mitte 2025 sowie Dänemark, Norwegen und Schweden ab Herbst 2025.
Risiken der COVID-19-Impfung für Schwangere
Die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung (ÄFI) haben in der Vergangenheit immer wieder auf die Risiken und ungeklärten Probleme der COVID-19-Impfung und speziell der neuen modRNA-Impfstoffe hingewiesen (z. B. hier und hier). Diese Kritik gilt umso mehr für die Impfung schwangerer Frauen. Wesentliche Kritikpunkte waren und sind weiterhin:
- Grundsätzlich sind Schwangere in der Forschung zur COVID-19-Impfung deutlich unterrepräsentiert. Aussagen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen in der Schwangerschaft stehen daher weitgehend auf tönernen Füßen.
- Die Evidenz zur Wirksamkeit der Impfung bei Schwangeren gegen laborbestätigte Infektionen, schwere Erkrankung und Hospitalisierung ist „niedrig“ bis „sehr niedrig“, da es an randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) fehlt und Beobachtungsstudien stark verzerrt sind. Somit ist keine realistische Angabe zur Impfstoffeffektivität möglich.
- Die Impfstoffeffektivität der COVID-19-Impfstoffe für Schwangere ist deutlich limitiert aufgrund neu auftretender Varianten und der nachlassenden Schutzwirkung der Grundimmunisierung. Auch deshalb bietet die derzeitige Studienlage insgesamt keine Möglichkeit, die Impfeffektivität bei Schwangeren realistisch abzuschätzen.
- Auch die Sicherheit der Impfung für Mutter und Kind hat nur eine überwiegend „niedrige“ Evidenz, es fehlen langfristige Studien zur Sicherheit ebenso wie zu den Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.
- Die meisten Schwangeren, die sich infizieren, haben spätestens seit Omikron einen asymptomatischen Verlauf, der keine Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder Mortalität von Mutter und Kind hat.
- Systematische Reviews gerade auch zur Impfung Schwangerer mit einem modRNA-Impfstoff klingen hinsichtlich ihrer Ergebnisse oft vielversprechend, weisen jedoch eine nur geringe Vertrauenswürdigkeit auf.
- Entgegen anfänglicher Annahmen verbleiben die modRNA-Impfstoffe nicht an der Injektionsstelle. Bioaktive, sich systemisch auf die Plazenta und das Nabelschnurblut ausbreitende modRNA konnte inzwischen nachgewiesen werden. Spuren von modRNA fanden sich auch in der Muttermilch von geimpften stillenden Müttern.
Zur Plazentagängigkeit der modRNA-Impfstoffe äußerte sich jüngst der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Albrecht Jahn als Sachverständiger in der Corona-Enquete-Kommission des Landtages Brandenburg (Video ab Min. 49:50). Eine Plazentagängigkeit sei sehr wahrscheinlich und ließe sich zumindest nicht ausschließen.
Die COVID-19-Impfung von Schwangeren ist für Jahn die „folgenreichste Fehlentscheidung in der neueren Medizingeschichte“. In den Jahren 2021 und 2022 hätten sich mehr als 600.000 schwangere Frauen impfen lassen mit modRNA-Impfstoffen, ohne dass diese zuvor an Schwangeren getestet worden wären. Ab Anfang 2022 war in vielen Ländern der Welt einschließlich Deutschland ein einzigartiger Geburtenrückgang zu beobachten, der, wie eine deutsch-schwedische Studie betont, „sich deutlich von den langsamen Veränderungen unterscheidet, die normalerweise die Entwicklung der Geburtenrate kennzeichnen.“ Diese starke zeitliche Koinzidenz mit der Impfkampagne ist zwar kein Beweis für einen kausalen Zusammenhang, aber ein ernstzunehmendes Indiz, so dass dieser Zusammenhang ohne weitere Studien zumindest nicht ausgeschlossen werden kann.
STIKO sieht weiterhin kein Risiko für Schwangere und Babys
In seinem Vortrag wies Jahn auf die Standardvorgehensweise (SOP) der STIKO hin. Diese erfordere die Bewertung von Impfstoffen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. ÄFI hat die STIKO aufgefordert, ihre Standardvorgehensweise (SOP) zur Bewertung von Impfstoffen zu ändern. Angesichts der neuesten COVID-19-Impfempfehlungen erscheint diese Forderung umso dringlicher. Denn auch im aktuellen Bulletin 28/2026 beurteilt die Kommission die neuartigen Impfstoffe für Schwangere weitestgehend als unkritisch.
Laut STIKO zeigt die in einem Living Systematic Review zusammengefasste Evidenz aus 201 Beobachtungsstudien für Schwangere und ihre Kinder kein erhöhtes Risiko für relevante unerwünschte Ereignisse (Spontanaborte, Kaiserschnitte, angeborene Fehlbildungen, Frühgeburten, Totgeburten, neonatale Todesfälle etc.). Zugleich räumt die STIKO ein, dass „bislang keine randomisierte kontrollierte Studie zu COVID-19-Impfstoffen in der Schwangerschaft abgeschlossen“ worden sei.
Nicht erwähnt wird hingegen, dass die verlinkte aktuelle Version des Living Systematic Review nicht in einem Fachjournal erschienen ist. Nur eine ältere Version, in der 177 Studien systematisch ausgewertet wurden, hat ein Peer-Review erhalten. ÄFI hat diese ältere Version mit der Checkliste AMSTAR-2 begutachtet und dabei festgestellt, dass keine Begründungen über den Ausschluss von Studien mit veröffentlicht wurden. Ist dieser kritische Aspekt nicht erfüllt, muss die Vertrauenswürdigkeit in die Berichterstattung der Autoren als „niedrig“ bewertet werden.
Das bedeutet: Die Ergebnisse müssen mit Vorsicht betrachtet werden. Warum AMSTAR-2 zur Bewertung von systematischen Übersichtsarbeiten so wichtig und es notwendig ist, dass die STIKO ihre Standartvorgehensweise daran anpasst, hat ÄFI unter anderem hier und hier ausführlich erläutert. Dieses Manko wird im aktuellen Fall, in dem die STIKO keine ausreichende Analyse dieser Studie vorgenommen hat und damit über die fehlende Validität hinwegtäuscht, erneut deutlich.
Der ÄFI-Vorstandssprecher Dr. med. Alexander Konietzky erklärt zur neuen Impfempfehlung der STIKO:
„Dass die STIKO auch nach fünfeinhalb Jahren noch nicht in der Lage ist, die COVID-19-Impfung für alle Schwangeren ersatzlos zu streichen, ist ein medizinischer Skandal sondergleichen. Angesichts der mangelhaften Studienlage bezüglich der Sicherheit der modRNA-Impfstoffe hätte diese Impfung nie empfohlen werden dürfen, schon gar nicht für Schwangere und gebärfähige Frauen.
Das gilt auch für die weiterhin empfohlene Impfung des medizinischen Personals und der Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen. Weder ein Eigen- noch ein Fremdschutz sind evident bewiesen, laut dem Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn war der Fremdschutz sogar nie das Ziel der Impfung.
Dass die STIKO obendrein ‚nur‘ gut viereinhalb Jahre Omikron benötigt, um unter Berufung auf diese von Beginn an harmlose Variante ihre Impfempfehlungen zu lockern, sagt alles über die wissenschaftliche Qualität ihrer Empfehlungen aus.
Es ist mehr als überfällig, dass die STIKO ihre vergangenen Impfempfehlungen kritisch reflektiert und ihre Standardvorgehensweise bei der Beurteilung von Impfstoffen fundamental ändert. Die Impfempfehlung für COVID-19 sollte für alle Bevölkerungsgruppen zurückgenommen werden.“
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