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Die STIKO sollte ihre Standardvorgehensweise ändern

ÄFI hat seinen Fachbeitrag zur Arbeitsweise der STIKO aktualisiert und dort die neue Studie des RKI und WHO, nach der mehr als 9 von 10 Übersichtsarbeiten zu Impfstoffen hinsichtlich ihrer Berichterstattung wenig vertrauenswürdig sind, einfließen lassen. Für die Standardvorgehensweise der STIKO ergibt sich Handlungsbedarf: Künftig sollte die STIKO nur solche Arbeiten heranziehen, die vorab festgelegte Kriterien und Standards erfüllen. Weitere Themen: die unkritische Haltung des RKI zu den COVID-19-Impfempfehlungen der Kommission sowie die Ansicht des STIKO-Vorsitzenden zur partizipativen Entscheidungsfindung.

Impf-Empfehlung gegen Tetanus ohne Aufarbeitung der Evidenz durch die STIKO

Nach wie vor fehlt es an gut gemachten Studien zur Wirksamkeit der Tetanus-Impfung. Selbst eine fundierte Begründung für die Impfempfehlung steht aus. Dagegen mehren sich die Hinweise auf non-spezifische Effekte von Kombinationsimpfstoffen mit Tetanuskomponente. Die STIKO hat bisher keine Begründung für die Impfempfehlung gegen Tetanus geliefert – empfiehlt aber mehr Impfungen als die WHO. Der aktualisierte Fachbeitrag von ÄFI zur Tetanus-Impfung gibt Auskunft über den derzeitigen Stand.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag zur Tetanus-Impfung, 24. Juni 2026

Wissenschaftliches Hintergrundpapier, 24. Juni 2026

„safe and effective“? RKI-Studie bringt Impf-Empfehlungen der STIKO ins Wanken

RKI/WHO-Studie zeigt: Mehr als 9 von 10 Übersichtsarbeiten zu Impfstoff-Studien sind kaum vertrauenswürdig (Pressemitteilung)

Das Robert Koch-Institut hat im Fachjournal Systematic Reviews (BMC) eine wissenschaftliche Arbeit zur Berichtsqualität von Übersichtsarbeiten zu Impfstoffen veröffentlicht. Das Ergebnis: Die übergroße Mehrzahl der systematischen Reviews wird hinsichtlich ihrer Vertrauenswürdigkeit als "kritisch-niedrig" eingestuft. Die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung (ÄFI) sehen dringenden Handlungsbedarf für die Formulierung von Impfempfehlungen in Deutschland.

Quellen:

Pressekontakt:

presse(at)individuelle-impfentscheidung.de

Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V.
Gneisenaustr. 42
10961 Berlin

Originalmeldung:

Presseportal, 11. Juni 2026

Weitere Informationen:

Zum Volltext der Studie

Zur ausführlichen Bewertung der Studienergebnisse

RKI/WHO-Studie: Übersichtsarbeiten zu Impfstoff-Studien sind häufig kaum vertrauenswürdig

Im Januar 2026 hat das RKI in Zusammenarbeit mit der WHO im Fachjournal Systematic Reviews (BMC) eine wissenschaftliche Arbeit zur Berichtsqualität von Übersichtsarbeiten zu Impfstoffen veröffentlicht. Das Ergebnis: Mehr als 9 von 10 systematischen Reviews werden hinsichtlich ihrer Vertrauenswürdigkeit als „kritisch-niedrig“ eingestuft. Was bedeutet dieser Befund für die Evidenzbasis von Impfstoffen? ÄFI ordnet das Ergebnis ein.

Keuchhusten-Einzelimpfstoff: Zugelassen, aber nicht verfügbar

Im Januar 2026 hat die EU-Kommission dem Keuchhusten-Einzelimpfstoff VacPertagen® die Zulassung erteilt. Das letzte Präparat dieser Art war in Deutschland 2005 vom Markt genommen worden. Die ÄFI begrüßen, dass es nach über 20 Jahren wieder die Chance auf eine Alternative zu Kombipräparaten, die neben Keuchhusten immer auch Diphtherie- und Tetanus-Komponenten enthalten, gibt.

Newsletter #73: Wenn die ePA-App die Impfung anmahnt

Geht es nach den öffentlichen Bekundungen ihrer Befürworter, so scheint die Digitalisierung ein Wert an sich zu sein und wird vor allem im Gesundheitswesen vorangetrieben. Die Entwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA) hat hingegen zahlreiche praktische, datenschutzrechtliche und ethische Fragen aufgeworfen.

Nun sorgt ein Referentenentwurf für das „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG)“ für weitere Unruhe. Künftig sollen vertrauliche Informationen vollständig digital als strukturierte Datensätze erfasst und in der ePA verfügbar gemacht werden.

Quellen:

Hier den ganzen Newsletter #73 lesen

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Kein eindeutiger Nachweis zur Wirksamkeit der Men-B-Impfung gegen Gonorrhoe

Immer mehr Studien untersuchen eine mögliche Kreuzwirksamkeit der Meningokokken-B-Impfung (MenB) gegen die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe. In England wurde deshalb 2025 weltweit das erste Impfprogramm gestartet – im Off-Label-Use. ÄFI hat die aktuelle Studienlage zu diesem Thema, aber auch zur Meningokokken-Impfung generell unter die Lupe genommen und seinen Impf-Fachbeitrag aktualisiert. Dabei zeigt sich: Ein klarer Schutzeffekt gegen Gonorrhoe kann derzeit nicht bestätigt werden.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag Meningokokken, 22. Mai 2026

Wissenschaftliches Hintergrundpapier, 22. Mai 2026

Probleme der Rotaviren-Impfung

Trotz Impfung kein Rückgang von Darminvaginationen, nur ein überschaubarer Nutzen gegen Hospitalisierungen und eine begrenzte Herdenimmunität: Die Probleme der Rotaviren-Impfung sind deutlich. ÄFI hat dazu seinen Impf-Fachbeitrag mittels eines wissenschaftlichen Hintergrundpapieres aktualisiert. Angesichts eines äußerst geringen Sterblichkeitsrisikos und der Impfempfehlung der STIKO stellt sich die Frage, welches Ziel nationale Immunisierungsprogramme verfolgen sollten.

Weitere Informationen:

Fachbeitrag zu Rotaviren, 22. Mai 2026

Wissenschaftliches Hintergrundpapier, 22. Mai 2026

Das Leben, die Impfung, die Daten und der ganze Rest

Über die Entwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA) hatte ÄFI bereits Ende 2024 ausführlich berichtet und auf zahlreiche praktische, datenschutzrechtliche und ethische Probleme hingewiesen. Ein neuer Referentenentwurf für das „Gesundheits-Digital-Gesetz (GeDIG)“ geht nun einen Schritt weiter: Impfungen und Impfstatus sollen als interoperabler Datensatz abgespeichert und unterschiedlichsten Interessenten zugänglich gemacht werden. ÄFI wirft einen Blick in die nicht allzu ferne Zukunft.