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Geimpfte Kinder weisen laut zurückgehaltener US-Studie 2,5-fach häufiger chronische Erkrankungen auf als ungeimpfte Kinder
Hintergrund:
Am 9. September wurde im US-Senat in der „Anhörung zur Untersuchung, wie sich die Korruption in der Wissenschaft auf die öffentliche Wahrnehmung und die Politik in Bezug auf Impfstoffe ausgewirkt hat“ erstmals über eine unveröffentlichte Studie zum Vergleich ungeimpfter und geimpfter Kinder von Mitarbeitern des Henry Ford Health System (HFHS) berichtet. Darum stammen die Hintergrundinformationen im Wesentlichen aus dieser Anhörung, an der u. a. der Anwalt Aaron Siri, der für das Informed Concent Action Network (ICAN) tätig ist, und der Stanford-Professor für Infektionserkrankungen Jake Scott teilgenommen haben.
Siri berichtet darüber, dass die Studie durch ICAN initiiert wurde, das einen qualifizierten Wissenschaftler gesucht habe, der offen dafür war, Gesundheitsergebnisse zwischen geimpften und ungeimpften Kindern unvoreingenommen zu vergleichen. Dafür sei Dr. Marcus Zervos infrage gekommen, der Impfstoffen zwar sehr positiv gegenübergestanden hätte, aber offen für eine solche Sicherheitsstudie gewesen sei. Zervos schlug vor, mit seinen Kollegen auf die Daten des HFHS (mit über 550 medizinischen Standorten in Michigan) zurückzugreifen.
Als Dr. Zervos über die Durchführung einwilligte, hatte Aaron Siri zwei Bitten (engl. „requests“) an den Wissenschaftler:
„Die erste war, dass sie die Studie unabhängig vom Ergebnis veröffentlichen würden. Die zweite war, dass die ungeimpfte Gruppe wirklich ungeimpft sein sollte - also keine Impfstoffe -, damit die Studie tatsächlich die gesundheitlichen Auswirkungen zwischen exponierten (eine oder mehrere Impfungen) und nicht exponierten (keine Impfungen) Kindern bewerten würde“ (Übersetzung des Verfassers).
In beides willigte Dr. Zervos laut Aaron Siri ein. Dennoch kam es nicht zur Veröffentlichung. Früh im Jahr 2020 hat Siri die Ergebnisse erhalten und obwohl die Wissenschaftler versicherten, dass diese publikationswürdig seien, schienen die Vorgesetzten von Henry Ford Health damit nicht einverstanden zu sein.
Zervos et al. waren nicht bei der Anhörung anwesend und es gibt auch keine Stellungnahme des Kommunikationsbüros von Henry Ford Health. Über die genauen Gründe lässt sich demnach nur spekulieren – klar ist aber, dass die Resultate die Sicherheit von Impfstoffen hinterfragen und damit in ein Wespennest der Medizin stechen.
Umso wichtiger ist es, die Grundlage der Studie zu prüfen und in den Kontext zu stellen. Erst zwei Tage nach der Anhörung (am 11.9.2025) wurde die vollständige Studie durch die Epoch Times der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – und wird nun folgend von den Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. analysiert.
Das Studiendesign
Der Titel lautet: Impact of Childhood Vaccination on Short and Long-Term Chronic Health Outcomes in Children: A Birth Cohort Study
Es handelt sich um eine retrospektive Kohortenstudie mit Daten von 18.468 Kindern (geboren zwischen 2000 und 2016), die im Health Alliance Plan (HAP, Anbieter einer gemeinnützigen Krankenversicherung) eingeschrieben waren. 16.511 Kinder haben mindestens eine Impfung erhalten, 1.957 keine Impfung.
Die Follow-Up-Zeit begann mit der Geburt und endete mit dem Austritt aus HAP oder dem 31.12.2017 (wodurch diese sehr unterschiedlich ausfiel). Durchschnittlich betrug sie 904 Tage, wobei sie bei ungeimpften Kinder deutlich niedriger lag (461 Tage) als bei geimpften Kindern (970 Tage).
Als primärer Endpunkt wurde der Zusammenhang zwischen Impfungen und der Entwicklung chronischer Erkrankungen definiert – dazu zählten die Autoren:
- Diabetes
- Asthma
- Lebensmittelallergien
- Krebs
- Hirnfunktionsstörungen
- Atopische Erkrankungen
- Autoimmunkrankheiten
- neurologische Störungen
- neurologische Entwicklungsstörungen
- Anfallsleiden
- psychische Störungen
Die Quellen für diese Erkrankungen umfassten medizinische Aufzeichnungen, ICD-Codes und das staatliche Immunisierungsregister (in Michigan sind alle Anbieter verpflichtet, Impfungen innerhalb von 72 Stunden zu melden).
Die Wissenschaftler führten eine Kaplan-Meier-Analyse durch, um eine Schätzung des 10-jährigen kumulativen Risikos für die Entwicklung einer chronischen Erkrankung zu berechnen. Um auszuschließen, dass die geringere Follow-Up-Zeit die Ergebnisse nicht beeinflusst hat, wurde außerdem eine Cox-Proportional-Hazards-Analyse durchgeführt. Außerdem wurde eine Sensitivitätsanalyse mit Probanden durchgeführt, die mindestens ein Mal die Gesundheitsversorgung in Anspruch genommen haben, um ein Verzerrungsrisiko durch Probanden zu minimieren, die generell die Gesundheitsversorgung nicht oder weniger in Anspruch nehmen.
Die Ergebnisse
Aus der Studie lassen sich folgende Ergebnisse ablesen:
- Impfungen sind mit einem etwa 2,5-fach höheren Risiko für chronische Erkrankungen assoziiert (HR 2,54, 95% KI, 2,16–2,97).
- Signifikante Risiken lassen sich auch für Asthma (HR 4,29), Autoimmunerkrankungen (HR 5,96), atopische Erkrankungen (HR 3,03), und Neuroentwicklungsstörungen (HR 5,53), insbesondere Sprachstörungen (HR 4,47) und Entwicklungsverzögerungen (HR 3,28) erkennen.
- Kein Zusammenhang lässt sich bezüglich Krebs (HR 0,90), Nahrungsmittelallergien (HR 1,40) oder Autismus (HR 0,62), motorische Behinderung (HR 2,92), neurologischen Störungen (HR 0,83) oder Anfallsleiden feststellen (HR 1,66).
- Die Gesamtwahrscheinlichkeit, nach 10 Jahren frei von einer chronischen Erkrankung zu sein, betrug 43 % in der geimpften Gruppe und 83 % in der nicht geimpften Gruppe (p<0,0001).

Tabelle: Cox-Proportional-Hazards-Regressionsanalyse zur Entwicklung einer chronischen Erkrankung nach Impfexposition

Abbildung: Kaplan-Meier-Kurve – 10-Jahres-Überlebensrate ohne chronische Erkrankungen nach Impfexposition
Die Bewertung
Stärken:
Als eine der wesentlichen Stärken der Studie kann ohne Frage die große Stichprobe genannt werden – es gibt wohl bisher keine größere Kohorte mit vollständig ungeimpften Kindern. Vorherige Studien haben es versäumt, komplett ungeimpfte Kinder in ihre Analyse einzubeziehen und stattdessen versucht, eine Dosis-Wirkungs-Beziehung anhand der Anzahl der verabreichten Impfungen zu errechnen.
Außerdem wurden Störfaktoren wie das Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Schwangerschaftsalter und Geburtsgewicht in die Analyse einbezogen und Sensitivitätsanalysen veranlasst. Die verwendeten statistischen Verfahren sind dieser retrospektiven Kohortenstudie angemessen.
Die Studie nutzte objektive Datenquellen wie medizinische Aufzeichnungen und das staatliche Impfregister. Zudem zeigt sie konsistente Ergebnisse mit vorherigen Studien, beispielsweise zu der Kausalität zwischen Impfungen und Anaphylaxie und dem nicht signifikanten Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.
Zu guter Letzt ist noch zu nennen, dass es bei der Studie keine Interessenskonflikte (wie etwa eine externe Finanzierung) gibt.
Schwächen:
Fachleute würden hier wohl zuerst das fehlende Peer-Review bemängeln – dies ist aber kein inhärentes Merkmal wissenschaftlicher Validität, sondern primär ein Optimierungsprozess und sekundär ein verlegerischer Schutzmechanismus für Fachjournale (da diese abhängig von den angenommenen Veröffentlichungen finanziell profitieren).
Wie bei jeder retrospektiven Kohortenstudie sind auch hier Verzerrungsrisiken zu erwarten und es lässt sich keine Kausalität bei den Ergebnissen herstellen. Dafür wären randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) notwendig, die aber in diesem Bereich gemeinhin als unethisch gelten (da Probanden kein wirksamer Schutz vorenthalten werden soll). Diese Studienergebnisse lassen jedoch daran zweifeln, ob es nicht doch ethisch gerechtfertigt ist, um mehr Klarheit über die gesundheitlichen Auswirkungen von Impfungen zu erhalten.
Risiken, die das Ergebnis verzerren könnten, sind beispielsweise die fehlende Kontrolle von Störfaktoren wie dem sozioökonomischen Status und dem Lebensstil. Wie bereits genannt, wiesen die ungeimpften Kinder eine kürzere Follow-Up-Zeit auf (461 vs. 970 Tage), aber auch weniger Arztbesuche insgesamt (2 vs. 7 pro Jahr). In gewissem Maße ist dies plausibel, wenn die ungeimpften Kinder tatsächlich weniger Krankheiten aufwiesen. Zudem führten die Autoren wie geschildert Sensitivitätsanalysen zu der Follow-Up-Zeit und den geringeren Arztbesuchen durch.
Zuletzt ist noch die fehlende Analyse spezifischer Impfungen, der Anzahl Impfdosen und des Timings als Einschränkung der Studie zu nennen.
Die Einordnung von ÄFI
Grundsätzlich haben wir es hier mit einer soliden Kohortenstudie mit (im Rahmen jenes Studiensettings) starker Methodik zu tun – vorausgesetzt die Durchführung war sauber, sodass eine hohe Datenintegrität gewährleistet wurde (Nachtrag 20. Okt. 2025: Auch der dänische Impfforscher und Mitbegründer der renommierten Cochrane Gesellschaft, Peter C. Gøtzsche, kommt zu einem ähnlichen Fazit). Da solche Studien zum Vergleich der Gesundheit zwischen geimpften und ungeimpften Kindern extrem selten sind, werden sie dringend benötigt. Die Durchführung und die nun erfolgte Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit ist als sehr positiv zu werten. Die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) hoffen, dass die Studie eine sachliche Diskussion in Gang setzt, die für noch mehr ergebnisoffene Forschung über Impfungen sorgt.
Dass die Veröffentlichung der Studie verhindert werden sollte – so dies der Wahrheit entspricht –, stimmt aber auch sorgenvoll. Es zeigt in der Tat erneut auf, dass die Forschung zu Impfstoffen inhaltlich stark interessensgeleitet ist. Schließlich bedroht die Veröffentlichung von Ergebnissen, die Zweifel an der Wirksamkeit von Impfungen weckt, das gängige Narrativ von Akteuren, die auch in kommerzieller Hinsicht davon profitieren. Wissenschaftler sollten ihre Studien unabhängig vom Ergebnis veröffentlichen dürfen, ohne Angst haben zu müssen, von Repressalien erfasst zu werden.
Es ist kein Wunder, dass die Reaktion der Öffentlichkeit auf diese Studie dementsprechend stark ausfällt. Dies zeigt einmal mehr auf, welche Versäumnisse in der Impfstoffforschung bestehen – und wie hoch das Bedürfnis von Ärztinnen und Ärzten wie auch Patientinnen und Patienten nach validen Daten ist, auf deren Basis eine fundierte Impfentscheidung getroffen werden kann.
Die Daten aus der Studie von Zervos et al. sollten aus Sicht der ÄFI weder übertrieben dargestellt, noch unter den Teppich gekehrt werden. Retrospektive Kohortenstudien können Anhaltspunkte bieten, die in weiteren Studien untersucht werden. Die höchste interne Validität liefern aber nach wie vor randomisierte kontrollierte Studien (RCTs). Doch auch prospektive Kohortenstudien können durch geringere Verzerrungsrisiken stärkere Evidenz liefern.
Ein Beispiel für eine solche prospektive Kohortenstudie ist INITIAL, durch die der Einfluss von Impfungen im ersten Lebensjahr auf die Entwicklung von atopischen Erkrankungen (wie Asthma) untersucht werden soll. Die Studienlage ist hier insgesamt widersprüchlich, die Liste der Einflussfaktoren lang. Die Studie von Zervos et al. zeigt dahingehend signifikante Risiken nach der Verabreichung von Impfungen, aber die verschiedenen Impfstoffe, die Menge und die Impfzeitpunkte wurden nicht untersucht.
Hier setzt INITIAL an: In der Studie werden Kinder auf genau jene Aspekte untersucht. Bisher können zwar keine abschließenden Aussagen getroffen werden, inwiefern verschiedene Impfzeitpunkte und Impfungen die Entwicklung von atopischen Erkrankungen beeinflussen. Mit der verzerrungsunanfälligeren prospektiven Beobachtung durch INITIAL kann aber genau dieses Problem adressiert werden.
Die Teilnahme an INITIAL ist hier möglich.
(Ergänzung 22.01.2026) Bayerischer Rundfunk: Moralisieren statt wissenschaftlicher Debatte
Methodische Klarstellung der Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) zur aktuellen Berichterstattung des „Faktenfuchses“ des Bayerischen Rundfunks (BR) über einen Beitrag zur Studie von Lamerato et al. (2025).
Anlässlich eines stark wertenden Medienbeitrags des BR24-Faktenfuchs, der die Position der ÄFI verkürzt und verzerrt darstellt und in einen konfrontativen Grabenkrieg einordnet, hält der Ärzteverein eine Klarstellung für erforderlich. Der durch den Beitrag erweckte Eindruck, wissenschaftliche Auseinandersetzungen müssten wie ein moralisierender Kampf gegen vermeintliche Gegner geführt werden, trägt aus Sicht der ÄFI nicht zu einer sachgerechten Einordnung komplexer Studienlagen bei.
In dem vom Faktenfuchs aufgegriffenen ÄFI-Beitrag zur Studie von Lamerato et al. (2025) ging es nicht darum, Impfungen grundsätzlich infrage zu stellen oder aus einer einzelnen Studie kausale Schlussfolgerungen abzuleiten. Vielmehr hat ÄFI eine retrospektive Kohortenstudie methodisch eingeordnet und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Beobachtungsstudien aufgrund bekannter Limitationen – insbesondere möglicher Verzerrungen – keine Aussagen über Ursache-Wirkung-Zusammenhänge erlauben.
Der Fokus des ÄFI-Beitrags lag auf der Einordnung eines in der Impfstoffforschung seltenen Vergleichs zwischen geimpften und vollständig ungeimpften Kindern. Die Beschreibung der Studie als Kohortenstudie mit dem für dieses Studiendesign üblichen methodischen Vorgehen war dabei ausdrücklich nicht als inhaltliche Bestätigung der Ergebnisse gekennzeichnet, sondern als sachliche Charakterisierung des Studiendesigns und der statistischen Auswertung.
Umso problematischer ist die Argumentationsweise des BR24-Faktenfuchses. Dabei werden nicht begründete Wertungen wie „Pseudo-Studie“, „Falschbehauptung“, „fraglich“ oder „angeblich“ der Kritik vorangestellt. Methodische Streitfragen werden in moralische Kategorien übersetzt. In der Folge wird ÄFI gar in die Ecke der „Impfgegner“ gerückt – eine offensichtlich falsche und irreführende Zuschreibung, wie schon ein kurzer Blick auf die ÄFI-Homepage gezeigt hätte. Auf diesem Weg erfahren BR-Leser nicht, wie Studien kritisch bewertet werden sollten, sondern vielmehr, welche Positionen pauschal abzulehnen seien.
Für die Bewertung retrospektiver Beobachtungsstudien ist es internationaler Standard, sich an etablierten Reporting-Leitlinien wie den STROBE-Kriterien zu orientieren. Diese dienen der transparenten Darstellung von Stärken, Schwächen und Unsicherheiten von Studien und sollen Fehlinterpretationen vorbeugen. An diesem Verständnis hat sich der ÄFI-Beitrag orientiert.
Für ÄFI erklärt der ärztliche Geschäftsführer Dr. med. Wolfram G. Metzger:
„Unser Anliegen ist es, zu einer Versachlichung einer stark polarisierten Debatte beizutragen und wissenschaftliche Fragestellungen entlang methodischer Kriterien zu diskutieren. Erkenntnisgewinn entsteht aus unserer Sicht nicht durch Etikettierungen oder moralisierende Zuschreibungen, sondern durch eine transparente, differenzierte und ergebnisoffene Auseinandersetzung mit Daten, Methoden und ihren Grenzen.“
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