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Hib-Impfung: Kein klinischer Wirksamkeitsnachweis in Zulassungsstudien
Obwohl die WHO die Hib-Impfquote für Europa auf über 90 % schätzt, nimmt die Zahl der Menschen ohne Schutz trotz Impfung zu. Dies betrifft vor allem schwer erkrankte Personen, sogenannte „Impfversager“.
Zu keinem der aktuell in Deutschland vermarkteten Hib-Impfstoffe (Mono- und Kombinationsimpfstoffe) wurde ein klinischer Wirksamkeitsnachweis mittels großer Phase-III-RCTs mit invasiven Hib-Erkrankungen als primärem Endpunkt erbracht. Die Zulassung erfolgte auf Basis von Immunogenitätsstudien.
Für den aktualisierten Hib-Fachbeitrag haben die Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung (ÄFI) eine Literatursuche für den Zeitraum von Januar 2024 bis April 2026 mit PICO-Schema hinsichtlich Effektivität und Sicherheit durchgeführt. Außerdem wurde nach weiteren Effekten wie Herdenimmunität, Replacement und Non-spezifische Effekte (NSE) gesucht.
Mit Blick auf die Effektivität und Sicherheit der Impfstoffe konnte nur eine Studie aus Südkorea einbezogen werden: eine prospektive Post-Marketing-Surveillance mit 646 Säuglingen. Bei gut 22 % zeigten sich zumeist milde, bei immerhin knapp 1 % schwere Nebenwirkungen. Einschränkend muss beachtet werden, dass es keine Kontrollgruppe und mit 30 Tagen nur eine kurze Beobachtungszeit gab. Zudem war die Drop-out-Rate nicht angegeben und die Studie wurde vom Pharmahersteller GSK finanziert.
Hinsichtlich der Suche nach weiteren Effekten der Impfung konnte eine französische nationale Surveillance-Studie identifiziert werden, welche einen deutlichen Anstieg der Hib-Inzidenz trotz einer Impfquote von über 95 % ergab. Es gab einen hohen Anteil an Impfversagern trotz dreier Impfdosen (immerhin 44 von 181 invasiven Fällen waren dreifach geimpft). Dies stellt die Wirksamkeit der Impfung – oder zumindest der bisherigen Impfstrategie – deutlich infrage. Einschränkend muss angemerkt werden, dass Hib in Frankreich nicht meldepflichtig ist.
Hib-Impfempfehlung der STIKO ohne wissenschaftliche Begründung
Der Hib-Fachbeitrag von ÄFI gibt auch Aufschluss über die Argumente der Ständigen Impfkommission (STIKO) für die Erstempfehlung der Impfung. Demnach enthielt das betreffende Bundesgesundheitsblatt 11/90 keinerlei wissenschaftliche Begründung für die Hib-Impfung, sondern nur einen Impfkalender.
Bis heute gibt es keine systematische oder explorative Literaturrecherche der STIKO zur Hib-Impfung bei gesunden Kindern unter 5 Jahren. Lediglich 2025 gab es eine kleine Änderung bei der Impfempfehlung für ≥5-Jährige in Hib-Ausbrüchen: Dies betraf Kinder mit erhöhtem Risiko für invasive Hib-Erkrankungen.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sich trotz hoher Impfquoten in Industrieländern Limitationen der Schutzwirkung der Hib-Impfung offenbaren. Der aktualisierte Fachbeitrag sowie das wissenschaftliche Hintergrundpapier liefern dazu alle Quellen sowie detaillierte Zulassungsdaten. Mit Abbildungen zur Epidemiologie und zu Impfquoten bietet der Fachbeitrag auch neuestes Anschauungsmaterial. Beste Voraussetzungen für eine evidenzbasierte individuelle Impfentscheidung.
Weitere Informationen:
Aktualisierter Fachbeitrag zu Hib, 21. April 2026
Wiss. Hintergrundpapier zu Hib, 21. April 2026
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